Zum Abschluss der Münchner Sicherheitskonferenz wies die EU-Außenministerin Kaja Kallas entschieden die Behauptungen von Vertretern der US-Regierung über eine angebliche „zivilisatorische Auslöschung“ Europas zurück. Sie verwies auf die Stärke der europäischen Institutionen, die hohe Position in Rankings zur Meinungsfreiheit und die ungebrochene Anziehungskraft der Gemeinschaft für Beitrittskandidaten. Es wurde auch betont, dass Russland keine Supermacht mehr sei, sondern ein durch den anhaltenden Konflikt in der Ukraine und wirtschaftliche Isolation geschwächter Staat.

Zurückweisung der US-Kritik

Kaja Kallas verurteilte „Euro-Bashing“ und widersprach Behauptungen über die zivilisatorische Auslöschung Europas, indem sie auf die hohe Pressefreiheit in der EU verwies.

Russland ist keine Supermacht

Die Chefin der EU-Diplomatie betonte, dass die Wirtschaft Russlands am Boden liege und Verluste in Höhe von 1,2 Millionen Menschen seine militärische Macht untergrüben.

Kampfbereitschaft der NATO

Mark Rutte erklärte, dass die NATO jede Schlacht mit Russland gewinnen werde und forderte, die technologische Überlegenheit in den kommenden Jahren beizubehalten.

Erweiterung als Gegenmittel

Kallas sah die Erweiterung der Europäischen Union als einzig wirksames Mittel, um den russischen Imperialismus in der Region einzudämmen.

Am letzten Tag der Münchner Sicherheitskonferenz konzentrierte sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf die entschiedene Antwort Kaja Kallas auf die Rhetorik aus Washington. Die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik bezog sich auf die Bezeichnung Europas als „woke und dekadent“, die in Aussagen von Mitgliedern der Regierung Donald Trumps vorkam. Kallas betonte, dass die Erzählung vom zivilisatorischen Untergang des alten Kontinents völlig unbegründet sei. Als Beweis für die Stärke des europäischen Modells verwies sie auf Estland, das den zweiten Platz in der Rangliste der Pressefreiheit belegt, während die Vereinigten Staaten auf einem abgeschlagenen 58. Platz liegen. Die Chefin der EU-Diplomatie merkte auch an, dass andere Nationen die EU immer noch als attraktives Entwicklungsmodell wahrnehmen, was die lange Liste der beitrittswilligen Länder beweise. Die transatlantischen Beziehungen basieren seit Jahren auf dem Fundament der NATO, aber jeder Wechsel im Weißen Haus zwingt Europa zu einer Neudefinition des Grades an Eigenständigkeit in der Verteidigung, was besonders der Gipfel 2017 verdeutlichte. Ein wichtiger Teil der Diskussion war die Analyse des aktuellen Zustands Russlands. Kallas und der NATO-Generalsekretär Mark Rutte waren sich einig, dass Moskau nach vier Jahren vollumfänglicher Invasion in der Ukraine nicht mehr als Supermacht angesehen werden könne. Nach den auf dem Gipfel vorgestellten Daten hat der Aggressor etwa 1,2 Millionen Menschen (Tote und Verwundete) verloren, und seine territorialen Gewinne sind im Verhältnis zu den Kosten marginal. Kallas warnte jedoch, dass die größte Gefahr die Fähigkeit Russlands bleibe, am Verhandlungstisch mehr herauszuholen, als es an der Front erkämpfen konnte. Mark Rutte sendete ein klares Signal an den Kreml, indem er erklärte, dass das Nordatlantische Bündnis bereit sei, jede Schlacht zu gewinnen, wenn es angegriffen werde. Zudem rief die EZB-Präsidentin Christine Lagarde Europa zu mehr wirtschaftlicher Durchsetzungskraft und Wettbewerbsfähigkeit angesichts globaler Instabilität auf. „Entgegen dem, was einige sagen, erlebt das dekadente Europa keine Auslöschung seiner Zivilisation; die Menschen wollen immer noch unserem Club beitreten.” — Kaja Kallas Die Debatten in München offenbarten den wachsenden Bedarf an europäischer verteidigungspolitischer Eigenständigkeit bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Zusammenarbeit mit den USA. Kallas betonte, dass das Gegenmittel zum russischen Imperialismus die weitere Erweiterung der EU-Strukturen sei. Sie wies darauf hin, dass Europa einige Entscheidungsprozesse reformieren müsse, um schneller handeln zu können, wie bereits zuvor Präsident Emmanuel Macron angeregt hatte. Die Einheit des Kontinents sei der Schlüssel zur Bewahrung globaler Bedeutung in einer Welt, in der die neue Landkarte der Allianzen unter dem Diktat der Großmachtrivalitäten neu gezeichnet werde. 1,2 mln — Tote und Verwundete auf russischer SeiteRanking der Pressefreiheit 2026: Estland: 2, Vereinigte Staaten: 58Liberale Medien betonen die Stärke der demokratischen Werte der EU und die mutige Haltung von Kallas gegenüber dem Isolationismus Trumps. | Konservative Medien heben hervor, dass Europa endlich die finanzielle Verantwortung für seine Sicherheit übernehmen muss.

Mentioned People

  • Kaja Kallas — Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik.
  • Mark Rutte — Generalsekretär der NATO, zuvor Ministerpräsident der Niederlande.
  • Marco Rubio — Außenminister der USA in der Regierung von Donald Trump.
  • Christine Lagarde — Präsidentin der Europäischen Zentralbank.