Die von der CDU geplante Reform des deutschen Arbeitsmarktes könnte für die Geringverdiener gegenteilige Effekte zu den beabsichtigten haben. Laut einer Analyse des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) würde die Umwandlung sogenannter Minijobs in reguläre Arbeitsverhältnisse bei der Mehrheit der sieben Millionen in diesem Modell Beschäftigten zu einem Rückgang der realen Nettoeinkommen führen. Obwohl die Reform die soziale Stabilität verbessern soll, bedeutet sie für viele Arbeitnehmer den Eintritt in höhere Steuer- und Beitragssätze.
Rückgang des Nettolohns
Die Umwandlung von Minijobs in reguläre Stellen wird zu einer Senkung der Nettoeinkommen für die Mehrheit der sieben Millionen Beschäftigten führen, bedingt durch neue Steuern und Beiträge.
Einnahmen für den Haushalt
Das deutsche Sozialversicherungssystem könnte durch die Abschaffung von Vergünstigungen für Geringverdiener etwa 4,5 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich einnehmen.
Reform unter dem Zeichen der CDU
Das von der Arbeitnehmervereinigung CDA vorangetriebene Projekt zielt darauf ab, einen Arbeitsmarkt zu ordnen, der nach Ansicht der Autoren außer Kontrolle geraten ist.
Eine Analyse des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wirft ein neues Licht auf den Vorschlag der CDA, der Arbeitnehmervereinigung der CDU. Das Projekt sieht die nahezu vollständige Abschaffung von Minijobs und deren obligatorische Umwandlung in Standard-Arbeitsverträge vor. Obwohl das Ziel die Bekämpfung der Zersplitterung des Arbeitsmarktes und ein besserer Rentenschutz ist, warnen Ökonomen vor einem drastischen Rückgang der Kaufkraft der Arbeitnehmer. Berechnungen zufolge würde die Änderung direkt 4 Millionen Menschen von den derzeit 7 Millionen Nutzern dieser Beschäftigungsform betreffen. Das Minijob-System wurde in Deutschland 2003 im Rahmen des Reformpakets Agenda 2010 eingeführt, das die Arbeitslosigkeit durch Flexibilisierung der Niedriglohnsektoren reduzieren sollte. Befürworter der Reform, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), betonen, dass das aktuelle System, obwohl finanziell „auf der Hand“ vorteilhaft, eine Sackgasse sei, die zu Altersarmut führe. Stefan Schünemann von der CDA argumentiert hingegen, Minijobs hätten aufgehört, eine Brücke in die Vollzeitbeschäftigung zu sein, und seien zu einer dauerhaften Falle niedriger Einkommen geworden. Das IWH weist jedoch auf die Kehrseite der Medaille hin: Der Staatshaushalt und das Sozialversicherungssystem könnten zusätzliche 4,5 Milliarden Euro jährlich auf Kosten der Geldbörsen der Ärmsten gewinnen. In Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, wo die Zahl solcher Arbeitsplätze bei 1,6 Millionen liegt, könnten die sozialen Auswirkungen besonders spürbar sein. „Wir wollen Ordnung in einen Arbeitsmarkt bringen, der außer Kontrolle geraten ist; Minijobs sollten nur ein Zubrot sein, sind aber für Millionen zur Alltäglichkeit geworden.” — Stefan Schünemann Kritiker des Projekts führen an, dass die zwangsweise Verbeitragung kleiner Einkommen dazu führen werde, dass Teilzeitarbeit für Studenten und Rentner unrentabel werde. Es wird auch auf das Risiko einer Verlagerung von Teilen der Beschäftigung in die Schattenwirtschaft hingewiesen, was die geplanten Haushaltseinnahmen vollständig zunichtemachen würde. Die Debatte über die Zukunft dieser Beschäftigungsform wird zu einem der Kernpunkte des bevorstehenden CDU-Parteitags werden und die Richtung der Wirtschaftspolitik der größten Oppositionspartei in Deutschland bestimmen. Umfang der Beschäftigung in Form von Minijobs: Insgesamt: 7, Von Einkommensrückgang bedroht: 4, Nordrhein-Westfalen: 1.6 4,5 Mrd. € — würden zusätzliche Einnahmen für die Sozialversicherungen betragen Betonung des Bedarfs an sozialem Schutz und stabilen Renten, wobei Minijobs als eine Form der Ausbeutung gesehen werden, die das Versicherungssystem schwächt. | Akzentuierung der Wahlfreiheit und der negativen Auswirkungen zusätzlicher Steuerbelastungen auf die Arbeitsmotivation und die Haushaltsbudgets.
Mentioned People
- Stefan Schünemann — Vertreter der Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA), der sich für eine Arbeitsmarktreform ausspricht.