Auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle beginnt der Bau eines Werks des deutschen Herstellers Deutsche Aircraft, der dort das neue Regionalflugzeug D328eco produzieren will. Die mit Turboprop-Triebwerken angetriebene Maschine soll etwa vierzig Passagiere befördern und auf kurzen Strecken deutlich weniger Treibstoff verbrauchen als größere Düsenflugzeuge. Die Investition ist eine Antwort auf den sich wandelnden Luftfahrtmarkt in Europa, wo traditionelle Kurzstreckenverbindungen mit großen Flugzeugen weniger rentabel geworden sind und gleichzeitig die Nachfrage nach schnellen Verbindungen zwischen kleineren Zentren wächst. Das Projekt setzt jedoch auf nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF), was der Schlüssel zu seiner Akzeptanz im Kontext der Klimaziele sein soll.
Bau des Werks in Leipzig
Der deutsche Hersteller Deutsche Aircraft beginnt mit dem Bau seines Endmontagewerks auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle. Die Anlage soll 2027 fertiggestellt und produktionsbereit sein. Die Investition wird als wichtiger Schritt zum Wiederaufbau der deutschen und europäischen Luftfahrtindustrie nach pandemiebedingten Verwerfungen und klimatischen Herausforderungen angesehen.
Das Flugzeug D328eco
Das neue Modell ist der Turboprop D328eco, eine Modernisierung der bewährten Dornier-328-Konstruktion. Die Maschine soll etwa 40 Passagiere befördern und sich durch einen 30% niedrigeren Treibstoffverbrauch sowie eine Reduktion der CO2-Emissionen um 50% im Vergleich zu ähnlichen, derzeitigen Düsenflugzeugen auszeichnen – vorausgesetzt, es werden nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) verwendet. Das Projekt soll für Airlines attraktiv sein, die regionale Verbindungen einrichten oder wiederbeleben wollen.
Renaissance der Kurzstrecken
Die Investition basiert auf Prognosen von Experten wie Prof. Hartmut Fricke über eine mögliche Renaissance des Regionalverkehrs. Es wird argumentiert, dass große Düsenflugzeuge auf Kurzstrecken unrentabel geworden seien, während Alternativen wie Bahn und Straße oft nicht zuverlässig genug seien. Das Modell vieler Direktverbindungen zwischen kleineren Städten oder die Funktion als "Zubringer" zu Luftfahrt-Drehkreuzen soll diese Marktlücke füllen.
Klimaherausforderung und SAF
Der Erfolg des Projekts hängt eng von der Verbreitung und Verfügbarkeit nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) ab. Ohne deren Einsatz sind die Umweltvorteile des Flugzeugs begrenzt. Deutsche Aircraft erklärt, dass der D328eco für Flüge mit 100% SAF bereit sein wird, was sein Hauptvorteil im Zeitalter der Verkehrsdekarbonisierung sein soll. Dies ist ein entscheidendes Element für das Image und den Betrieb des gesamten Vorhabens.
Die deutsche Luftfahrtindustrie unternimmt einen mutigen Versuch, das Segment der Kurzstrecken-Luftreisen zu revitalisieren. Auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle beginnt der Bau des Endmontagewerks der Firma Deutsche Aircraft, das das neue Regional-Turboprop-Flugzeug D328eco produzieren soll. Die Maschine, die etwa vierzig Passagiere fasst, ist eine Modernisierung der bewährten Dornier-328-Konstruktion. Ihr Hauptvorteil soll ein deutlich niedrigerer, um bis zu 30% reduzierter Treibstoffverbrauch sowie eine Halbierung der CO2-Emissionen im Vergleich zu derzeit eingesetzten Regionaljets sein – vorausgesetzt, es werden nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) eingesetzt. Das Werk soll 2027 fertiggestellt und produktionsbereit sein. Die Investition ist eine Antwort auf tiefgreifende Veränderungen am Luftfahrtmarkt Westeuropas, insbesondere in Deutschland. Das traditionelle Modell der Bedienung kurzer Strecken mit großen, kapazitätsstarken Düsenflugzeugen ist für viele Airlines wirtschaftlich unattraktiv geworden. Gleichzeitig, wie Professor Hartmut Fricke von der Technischen Universität Dresden anmerkt, hatten alternative Verkehrsmittel wie die Bahn in den letzten Jahren mit Zuverlässigkeitsproblemen zu kämpfen. „Moderne Regionalflugzeuge könnten eine Renaissance des Verkehrs erreichen” – so der Experte. Das Konzept von Deutsche Aircraft sieht vor, dass anstelle einer begrenzten Anzahl von Flügen mit großen Maschinen zahlreiche Direktverbindungen zwischen kleineren Städten entstehen oder Zubringerfunktionen zu internationalen Drehkreuzen übernommen werden. Sebastian Böhnl, Standortmanager bei Deutsche Aircraft, bestätigt: „Die Nachfrage nach Regionalflugzeugen existiert”.Die deutsche Luftfahrtindustrie hat eine reiche Tradition in der Produktion regionaler Passagierflugzeuge, die bis in die Zeiten von Firmen wie Dornier oder Fokker zurückreicht. In den letzten Jahrzehnten wurde dieses Segment jedoch hauptsächlich von kanadischen (Bombardier) und brasilianischen (Embraer) Herstellern dominiert, während europäische Produzenten sich auf größere Maschinen (Airbus) konzentrierten oder vom Markt verschwanden. Die Rückkehr zur Produktion eines Regionalflugzeugs in Deutschland symbolisiert den Versuch, diese Nische im Zeitalter neuer Herausforderungen, vor allem klimatischer Art, zurückzugewinnen. Die entscheidende Herausforderung für die Zukunft des Projekts ist jedoch sein nachhaltiger Charakter. Damit der D328eco als realistische, umweltfreundlichere Alternative anerkannt werden kann, muss sein Betrieb auf SAF basieren. Von deren Verfügbarkeit, Preis und Marktakzeptanz wird es abhängen, ob das neue Werk in Leipzig zur Dekarbonisierung des Verkehrs beiträgt oder nur weitere konventionelle Maschinen zur Flotte hinzufügt. Deutsche Aircraft betont, dass das Flugzeug für Flüge mit 100% SAF bereit sein wird, was mit den Zielen der Europäischen Union in diesem Bereich übereinstimmt. Ohne dieses Element wäre der ökologische Vorteil des Projekts illusorisch. Der Flughafen Leipzig/Halle, der vor der COVID-19-Pandemie deutlich mehr Inlandsverbindungen anbot, hofft durch diese Investition auf einen Aufschwung. Die Lage des Werks direkt an den Start- und Landebahnen soll die Logistik und die finalen Tests der Maschinen erleichtern. Das Projekt stößt auf gemischte Reaktionen. Einerseits wird es als wichtiger Impuls für die lokale Wirtschaft und als Schritt zum Wiederaufbau europäischer technologischer Souveränität in der Luftfahrt wahrgenommen. Andererseits löst in Zeiten der Klimakrise jedes neue Unterfangen in der Luftfahrtbranche Kontroversen aus und erfordert eine solide ökologische Begründung. Der Erfolg des D328eco wird nicht nur von seinen technischen Parametern und Betriebskosten abhängen, sondern auch von einer breiteren Politik zur Förderung nachhaltiger Kraftstoffe und von der gesellschaftlichen Akzeptanz für Kurzstreckenflüge in einer neuen, angeblich grüneren Version. Das Projekt von Deutsche Aircraft fügt sich in einen breiteren Trend ein, bei dem die Luftfahrtindustrie nach Lösungen zur Emissionsreduktion sucht. Während große Player wie Airbus an wasserstoff- oder elektrisch betriebenen Flugzeugen mit ferner Einsatzreife arbeiten, werden Turboprops mit SAF als „schon heute“ verfügbare Technologie präsentiert. Ob diese Nische groß genug ist, um das neue Werk zu tragen, wird das nächste Jahrzehnt zeigen. Die Investition in Leipzig ist somit sowohl eine Rückkehr zu den Wurzeln der deutschen Luftfahrt als auch eine Wette auf die künftige Gestalt des europäischen Regionalverkehrs.
Mentioned People
- Hartmut Fricke — Professor an der Technischen Universität Dresden, Luftfahrtexperte
- Sebastian Böhnl — Standortmanager bei Deutsche Aircraft