Der spanische Unternehmenssektor beendet das Jahr 2025 mit historischen Finanzergebnissen. Iberdrola, Europas Energieführer, erzielte einen Rekord-Nettogewinn von 6,28 Mrd. Euro, was einem Anstieg von 12 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Gleichzeitig kündigte die Banco Santander eine neue Strategie für die Jahre 2026–2028 an, die darauf abzielt, einen Gewinn von über 20 Mrd. Euro zu erreichen. In der Zwischenzeit durchläuft Telefónica unter der Führung von Marc Murtra eine schmerzhafte Restrukturierung und weist einen Verlust von 4,3 Mrd. Euro aus, der auf den Rückzug von den lateinamerikanischen Märkten zurückzuführen ist.

Rekordgewinne von Iberdrola

Der Energiegigant erwirtschaftete 6,285 Mrd. Euro Gewinn und setzte auf Investitionen in Übertragungsnetze in den USA und Großbritannien.

Ehrgeiziger Plan der Banco Santander

Die Bank strebt bis 2028 einen Gewinn von 20 Mrd. Euro an und plant, die Bardividende für ihre Aktionäre zu verdoppeln.

Restrukturierung von Telefónica

Das Unternehmen weist einen Verlust von 4,3 Mrd. Euro durch den Rückzug aus Lateinamerika aus, verzeichnet aber Umsatzwachstum in Spanien.

Neue Energievorschriften

Die Regierung führt Dekrete zur Optimierung des Übertragungsnetzes ein, um Ausfälle zu vermeiden und die Entwicklung moderner Technologien zu ermöglichen.

Das Jahr 2025 erwies sich als wegweisend für die größten spanischen Unternehmen, obwohl sich jedes von ihnen in einer anderen Entwicklungs- und Transformationsphase befindet. Iberdrola unter der Führung von Ignacio Sánchez Galán bestätigte ihre Dominanz mit einem Nettogewinn von 6,285 Mrd. Euro. Der Schlüssel zum Erfolg waren die Auslandsmärkte – die USA und Großbritannien –, wo das Unternehmen ganze 60 Prozent seiner Investitionen in Höhe von insgesamt 14,46 Mrd. Euro konzentrierte. Dadurch konnte das Unternehmen eine Rekorddividende für die Aktionäre vorschlagen, was seine Position als größter Energiekonzern Europas in Bezug auf die Marktkapitalisierung festigt. Die von Ana Botín geführte Banco Santander präsentierte wiederum einen äußerst optimistischen und gleichzeitig ehrgeizigen strategischen Plan für die Jahre 2026–2028. Das Institut will die erste spanische Bank werden, die die Schwelle von 20 Milliarden Euro Nettogewinn pro Jahr überschreitet. Diese Strategie basiert auf Digitalisierung durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, weiterem Wachstum der Kundenbasis auf 210 Millionen sowie der Integration jüngster Zukäufe wie der Webster Bank in den USA und der TSB in Großbritannien. Die Bank kündigte außerdem eine Verdoppelung der Bardividende im kommenden Zyklus an. Der spanische Aktienindex IBEX 35, obwohl stark auf den Banken- und Energiesektor gestützt, kämpft seit Jahren mit einer starken Abhängigkeit von der Lage in Lateinamerika, was die Unternehmen nun zwingt, ihre Investitionsrichtung auf angelsächsische Länder zu verlagern.Ein völlig anderes Bild ergibt sich aus dem Finanzbericht von Telefónica. Das Unternehmen verzeichnete einen Verlust von 4,318 Mrd. Euro, doch Marc Murtra, Vorstandsvorsitzender, betont, dass dies das Ergebnis einer bewussten „Transform & Grow“-Strategie sei. Dieser Verlust ist eine direkte Folge kostspieliger Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Vermögenswerten in Argentinien, Peru, Uruguay und Ecuador sowie Rückstellungen für ein Programm freiwilliger Abgänge (ERE) in Spanien. „Telefónica cumple.” (Telefónica erfüllt.) — Marc Murtra Trotz des buchhalterischen Verlusts wies das Unternehmen solide Cashflows aus, was die Anleger beruhigte und finanzielle Disziplin ermöglichte. Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse führt die spanische Regierung, vertreten durch Ministerin Sara Aagesen, neue Vorschriften für das Stromnetz ein. Dies soll eine Wiederholung des Blackouts vom letzten Jahr verhindern und die Anbindung neuer Rechenzentren ermöglichen. Die Transformation der spanischen Wirtschaft beschleunigt sich, und Unternehmen wie Iberdrola und Santander werden zu globalen Führern in ihren Sektoren, die Kapital und Technologien auf die anspruchsvollsten Märkte der Welt exportieren.

Mentioned People

  • Ignacio Sánchez Galán — Vorstandsvorsitzender von Iberdrola, verantwortlich für die Rekord-Finanzergebnisse des Konzerns.
  • Ana Botín — Vorstandsvorsitzende der Banco Santander, Initiatorin des neuen strategischen Plans für die Jahre 2026–2028.
  • Marc Murtra — Vorstandsvorsitzender von Telefónica, leitet den Transformationsprozess und den Rückzug von den lateinamerikanischen Märkten.
  • Sara Aagesen — Ministerin für ökologische Transformation, führt neue Vorschriften für Energienetze ein.