Der vierte Kriegstag im Iran hat eine Verkaufswelle an den globalen Börsen ausgelöst. Anleger, die eine Rückkehr der hohen Inflation durch teureres Öl fürchten, ziehen sich massenhaft aus Aktien und Anleihen zurück. In Großbritannien wurde der größte Kursrückgang seit einem Jahr verzeichnet, und die Renditen von Staatsanleihen sind sprunghaft gestiegen. Die wachsende Stärke des Dollars sowie sprunghafte Anstiege der Energiepreise zwingen Zentralbanken weltweit, ihre Pläne für Zinssenkungen zu überdenken.

Crash an der Londoner Börse

Britische Aktien verzeichneten den größten Rückgang seit einem Jahr angesichts von Sorgen um Energieinflation und steigende staatliche Kreditkosten.

Sprungartiger Anstieg des Dollarkurses

Die amerikanische Währung festigt sich am schnellsten seit einem Jahr und wird zum Hauptschutz für Kapital, das aus risikoreichen Anlagen flieht.

Druck auf die Zentralbanken

Steigende Ölpreise und höhere als prognostizierte Inflation in der Eurozone zwingen EZB und Fed, ihren Zeitplan für Zinssenkungen erneut zu überdenken.

Das globale Finanzsystem kämpft mit dem schwersten Schock seit Monaten, ausgelöst durch das direkte militärische Engagement im Iran. Die Energiepreise sind sprunghaft gestiegen, was sich sofort auf die Anlegestimmung in Europa und den USA auswirkte. Der britische Aktienindex verzeichnete die stärkste Abwertung seit fast einem Jahr, und die Kosten für die Bedienung der Staatsverschuldung in Großbritannien stiegen auf beunruhigende Niveaus. Der Markt fürchtet, dass der Konflikt die bisher stabile Rückkehr der Inflation zu den von den Zentralbanken vorgegebenen Zielen dauerhaft stören könnte. Diese Situation stellt die bisher erwartete Lockerung der Geldpolitik infrage, und einige Vertreter der Federal Reserve deuten bereits an, dass weitere Zinssenkungen von Fortschritten im Kampf gegen die Teuerung abhängen. Der Nahe Osten, einschließlich des für den Öltransport entscheidenden Iran, ist seit Jahrzehnten das Epizentrum von Angebotsschocks. Die Krisen der 1970er Jahre bewiesen, dass Instabilität in dieser Region die globalen Lebenshaltungskosten dauerhaft erhöhen und zu Stagflation führen kann.Der Einfluss des Krieges ist besonders im Luftfahrtsektor sichtbar, wo Massenflugausfälle die Aktienkurse der Fluggesellschaften trafen. Dennoch verweist Ryanair-Chef Michael O'Leary auf einen unerwarteten Anstieg von Buchungen für die Osterzeit auf das europäische Festland, was auf die Vermeidung von Nahost-Reisezielen durch Touristen zurückzuführen ist. Auf den Rohstoffmärkten beobachten wir eine ungewöhnliche Situation: Gold, traditionell als sicherer Hafen angesehen, verliert unter dem Druck eines außergewöhnlich starken Dollars und steigender Anleiherenditen an Wert. Anleger bevorzugen derzeit Bargeld und die amerikanische Währung gegenüber dem Edelmetall, was das Ausmaß der Marktpanik und die Suche nach Liquidität widerspiegelt. 1.9% — betrug die unerwartete Inflation in der Eurozone im FebruarDie geopolitische Lage erzwingt strenge Maßnahmen nicht nur in Europa. Die Finanzmärkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die vorübergehend aufgrund der Krise geschlossen waren, sollen den Handel am 4. März wieder aufnehmen, was ein Test für die Widerstandsfähigkeit der regionalen Wirtschaft sein wird. Unterdessen bewerten Marktteilnehmer in Südafrika bereits eine Zinserhöhung noch in diesem Monat, und die Bank of Japan erwägt, wie sich die Lage im Iran auf ihre Politik des Ausstiegs aus den Negativzinsen auswirkt. Analysten von JPMorgan versuchen, Investitionschancen herauszufiltern und behaupten, dass der Ausverkauf europäischer Bankaktien übertrieben sei, doch der dominierende Trend bleibt die Flucht aus Risikoanlagen. Die Zukunft des globalen Wachstums hängt nun von der Durchlässigkeit der Handelswege und der Dauerhaftigkeit des Ölpreisschocks ab. „More rate cuts hinge on inflation progress.” (Weitere Zinssenkungen hängen vom Fortschritt bei der Inflation ab.) — Präsident der Federal Reserve von New York, Schlüsselfigur bei der Gestaltung der US-Geldpolitik.

Perspektywy mediów: Liberale Medien legen den Schwerpunkt auf die zerstörerischen Auswirkungen des Krieges auf das Wirtschaftswachstum und fordern von den Zentralbanken Vorsicht, um keine Rezession auszulösen. Konservative Medien konzentrieren sich auf die Inflationsgefahr und die Notwendigkeit, die Expansion der Regierung angesichts steigender Energiekosten einzudämmen.

Mentioned People

  • John Williams — Präsident der Federal Reserve von New York, Schlüsselfigur bei der Gestaltung der US-Geldpolitik.
  • Michael O'Leary — Geschäftsführer der Fluggesellschaft Ryanair, kommentiert Verhaltensänderungen von Passagieren aufgrund des Krieges.