Die Iberische Halbinsel und die Kanarischen Inseln kämpfen mit einem plötzlichen Wetterumschwung, der durch das Tiefdruckgebiet Regina ausgelöst wurde. Das Phänomen wird begleitet von einem Zustrom von Luftmassen aus Afrika, die dichten Saharastaub mit sich führen, was zum Auftreten sogenannter Blutregen führt. Die Behörden vieler spanischer Regionen haben Wetterwarnungen vor starkem Wind, hohem Wellengang sowie intensivem Regen- und Schneefall in höheren Berglagen herausgegeben.
Einschlag der Borrasca Regina
Das Tiefdruckgebiet brachte Stürme, sintflutartige Regenfälle und seltene Schneefälle auf den Kanarischen Inseln mit sich und verursachte einen Verkehrskollaps.
Saharastaub über Europa
Eine riesige Sandwolke aus Afrika löste das Phänomen des Blutregens in Sevilla und Madrid aus und verschlechterte die Luftqualität.
Serie von Unwetterwarnungen
Die Ost- und Südküste Spaniens sind mit gelben Warnungen vor starkem Wind und gefährlichen Meeresphänomenen belegt.
Der März beginnt in Spanien im Zeichen extremer meteorologischer Phänomene, die das Leben der Bewohner von den Kanarischen Inseln bis zur Mittelmeerküste lahmlegen. Der Schlüsselfaktor, der das Wettergeschehen bestimmt, ist die Borrasca namens Regina. Ihr Einfluss ist besonders auf Gran Canaria spürbar, wo eine orangefarbene Unwetterwarnung ausgerufen wurde. Dort wurden bereits über 30 Vorfälle im Zusammenhang mit Erdrutschen und umgestürzten Bäumen verzeichnet, und Schneestürme haben die höchsten Gipfel der Insel mit einer weißen Schicht bedeckt, was in dieser Region ein seltenes Phänomen ist. Auch der Luftverkehr ist von schwierigen Bedingungen betroffen; am Flughafen Teneriffa Norte mussten Flüge aufgrund eingeschränkter Sicht und starker Windböen umgeleitet werden. Gleichzeitig zieht eine Welle von Saharastaub, bekannt als Calima, durch das Land. Die Staubwolke hat bereits Madrid, Sevilla und Valencia erreicht und bringt das Risiko von „Blutregen” mit sich. Dabei handelt es sich um Niederschläge, die sich mit dem Staub in der Atmosphäre vermischen und einen rostfarbenen Belag auf Autos und Gebäuden hinterlassen. Meteorologen raten den Bewohnern, in den nächsten Tagen auf das Waschen ihrer Fahrzeuge zu verzichten, da das Phänomen bis zum Wochenende anhalten wird. Der Saharastaub stellt auch eine ernste gesundheitliche Herausforderung dar, insbesondere für Menschen mit Atemwegserkrankungen, aufgrund des drastischen Anstiegs der Feinstaubkonzentration in der Luft. Die Iberische Halbinsel ist aufgrund ihrer geografischen Lage ein natürlicher Empfänger tropischer Luftmassen aus Nordafrika. Statistiken zeigen, dass die Häufigkeit des Calima-Phänomens in Südeuropa in den letzten Jahrzehnten aufgrund von Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation zunimmt. Die Lage im kontinentalen Teil Spaniens ist ebenso angespannt. Die spanische staatliche Wetterbehörde (AEMET) hat gelbe Warnungen für Provinzen wie Almería, Barcelona oder Valencia herausgegeben. In letzterer Region, die sich auf das jährliche Feuerfest vorbereitet, werden Niederschläge von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter innerhalb von nur 12 Stunden erwartet. Im Süden des Landes, in Andalusien, betreffen die Warnungen hauptsächlich Stürme auf See und böigen Wind, der Geschwindigkeiten erreicht, die den normalen Betrieb der Häfen erschweren. Während Spanien mit den aktuellen Anomalien kämpft, warnen UN-Experten vor der Rückkehr des El Niño-Phänomens noch in diesem Jahr, was die globalen Temperaturen weiter in die Höhe treiben und extreme Wetterereignisse in den kommenden Monaten verstärken könnte. 60 l/m2 — Niederschlag innerhalb von 12 Stunden prognostiziert die AEMET für die Region um Valencia
Mentioned People
- Francisco Cacho — Meteorologe des Senders LaSexta, der vor den Auswirkungen der Borrasca Regina warnt.
- Luismi Pérez — Meteorologie-Experte, der die große Wettervariabilität im März kommentiert.