Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im vierten Quartal 2025 ein Wachstum von 0,3 Prozent, wodurch ein drittes Jahr der Stagnation in Folge vermieden werden konnte. Die positiven Signale des Konjunkturbarometers DIW, das erstmals seit fast drei Jahren die Wachstumsschwelle überschritten hat, stehen jedoch im Kontrast zu der sich verschlechternden Verbraucherstimmung und einer rekordhohen Sparneigung. Gleichzeitig fiel das staatliche Haushaltsdefizit höher aus als prognostiziert und erreichte einen Stand von 119,1 Milliarden Euro.

Deutsches BIP steigt

Die Wirtschaft wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent, gestützt durch staatliche Ausgaben und Bauinvestitionen.

Rekorddefizit des Staates

Das Haushaltsloch erreichte 119,1 Milliarden Euro, ein schlechteres Ergebnis als die offiziellen Regierungsprognosen.

Verbraucher voller Pessimismus

Die Sparneigung der Deutschen ist so hoch wie seit 2008 nicht mehr, was die Binnennachfrage trotz steigender Einkommen bremst.

Gefahr für den Arbeitsmarkt

Das ifo Institut berichtet, dass trotz besserer Konjunktur Unternehmen der Automobilbranche Personalabbau planen.

Die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Daten bestätigen, dass das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im letzten Quartal 2025 um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen ist. Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft um 0,2 Prozent, ein bescheidenes, aber das zweijährige Schrumpfen des BIP beendendes Ergebnis. Haupttreiber waren staatliche Ausgaben, insbesondere im Rüstungs- und Infrastruktursektor, sowie private und Bauinvestitionen. BIP Deutschlands gewann an Dynamik durch eine Lockerung der Fiskalpolitik, obwohl der wirtschaftliche Horizont weiterhin von Handelskonflikten mit den USA überschattet wird. Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin stieg im Februar auf 101,6 Punkte und überschritt damit erstmals seit fast drei Jahren die neutrale Schwelle von 100 Punkten. Geraldine Dany-Knedlik vom DIW verweist auf immer deutlichere Signale für ein Ende der Sackgasse. Der Optimismus der Forschungsinstitute und der Börse schlägt sich jedoch nicht im Sektor der privaten Haushalte nieder. Der von GfK und NIM gemessene Verbraucherklimaindex fiel unerwartet auf -24,7 Punkte. Die Deutschen zeigen derzeit die höchste Sparneigung seit der Finanzkrise 2008, was auf Zukunftsängste und geopolitische Unsicherheiten zurückzuführen ist. „Es zeigt sich weiter die Tendenz, dass steigende Einkommen aus Vorsichtsmotiven lieber gespart als konsumiert werden.” — Rolf Bürkl Die Haushaltslage des Staates bereitet Analysten Sorgen. Das Defizit der öffentlichen Finanzen belief sich 2025 auf 119,1 Milliarden Euro, was 2,7 Prozent des BIP entspricht. Dies ist ein schlechteres Ergebnis als die Januar-Schätzungen von 107 Milliarden Euro. Der Haushalt wird hauptsächlich durch steigende Sozialausgaben, Schuldendienstkosten und Verteidigungsinvestitionen belastet. Deutschland wendet seit Jahren die sogenannte Schuldenbremse an, die nach der Pandemie Gegenstand intensiver politischer Auseinandersetzungen zwischen der investitionsfreudigen Linken und der fiskaldisziplinären Union wurde.Trotz der Belebung meldet das ifo Institut einen Rückgang des Beschäftigungsbarometers, was darauf hindeutet, dass viele Unternehmen, insbesondere in der Automobilindustrie, aufgrund des Wettbewerbsdrucks aus China und Zollrestriktionen Stellenabbau planen. Konjunkturbarometer DIW: 2025-12: 92.4, 2026-01: 94.6, 2026-02: 101.6 119.1 mld € — betrug das Defizit des öffentlichen Sektors in Deutschland im Jahr 2025 Grundlegende Wirtschaftsindikatoren Deutschlands: BIP-Wachstum (jährlich): -0.3% (2024) → +0.2% (2025); Haushaltsdefizit: 115.3 mld € → 119.1 mld €; Sparneigung: 9.4 Pkt → 18.9 Pkt

Perspektywy mediów: Liberale Medien heben den Erfolg der Regierung bei der Ankurbelung des Wachstums durch öffentliche und Verteidigungsinvestitionen hervor und bagatellisieren das steigende Defizit als vorübergehend. Konservative Medien schlagen Alarm wegen des wachsenden Haushaltslochs und geplanter Entlassungen in der Industrie und kritisieren die Lockerung der Haushaltsdisziplin.

Mentioned People

  • Geraldine Dany-Knedlik — Leiterin der Konjunkturabteilung am DIW Berlin
  • Ruth Brand — Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis)
  • Rolf Bürkl — Experte für Konsum am NIM-Institut