
Finistère: Ermittlungen nach Tod eines zweijährigen Mädchens – Mutter macht Pizzeria in Quimper für E.-coli-Infektion verantwortlich
Ein zweijähriges Mädchen starb am 1. August im Krankenhaus von Brest, nachdem ihre Mutter angab, sie habe sich am 25. Juli in einer Pizzeria in Quimper mit E. coli infiziert. Die Staatsanwaltschaft Quimper leitete am 6. August Ermittlungen ein, doch Analysen des Restaurants ergaben bislang keine Bakterien, die mit dem Tod in Verbindung stehen.
Tod im Krankenhaus von Brest
Ein Mädchen im Alter von 2 Jahren und 8 Monaten starb in der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 2026 im Krankenhaus von Brest, wo es mehrere Tage stationär behandelt worden war. Die meisten Quellen geben ihr Alter mit 2 Jahren und 8 Monaten an; BFMTV beschreibt sie als „zweieinhalb“. Die Familie lebt in Plogonnec, einer Gemeinde nahe Quimper im Département Finistère in der Bretagne. Das Kind begann sich am 25. Juli unwohl zu fühlen, dem Tag, an dem die Familie laut Mutter in einer Pizzeria in Quimper aß. Sie wurde am 7. August in Plogonnec beigesetzt.
Öffentliche Kampagne der Mutter
Die Mutter namens Arielle nutzte TikTok, um über den Krankenhausaufenthalt ihrer Tochter zu berichten und den Tod am 1. August bekanntzugeben. In einem Video sagte sie unter Tränen, das Kind sei an E.-coli-Bakterien gestorben, die es sich nach dem Restaurantbesuch zugezogen habe. Bereits am 29. Juli hatte sie eine erste Warnung vor einer möglichen Lebensmittelvergiftung gepostet. Am 6. August startete sie auf TikTok und in einer Facebook-Gruppe für die Stadt Quimper einen Zeugenaufruf, in dem sie „Personen suchte, die am 25. Juli in einer Pizzeria in Quimper gegessen haben und anschließend gesundheitliche Probleme hatten, insbesondere Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen oder Durchfall“. Der Facebook-Beitrag wurde inzwischen gelöscht. Am 12. August veröffentlichte sie ein Dankesvideo an Unterstützer.
- Familie isst in einer Pizzeria in Quimper; das Kind beginnt noch am selben Tag, sich unwohl zu fühlen.
- Mutter veröffentlicht eine erste Warnung auf TikTok über eine mögliche Lebensmittelvergiftung.
- Mädchen stirbt in der Nacht im Krankenhaus von Brest.
- Mutter gibt den Tod auf TikTok bekannt.
- Staatsanwaltschaft Quimper wird nach einer Meldung der Direktion für den Schutz der Bevölkerung des Départements eingeschaltet; Mutter veröffentlicht Zeugenaufruf.
- Mädchen in der Gemeinde Plogonnec beigesetzt.
- Mutter veröffentlicht ein Dankesvideo auf TikTok an Unterstützer.
- Staatsanwältin Cécile Flamet erklärt, dass Restaurantanalysen keine mit dem Tod verbundenen Bakterien fanden.
Ermittlungen und Tests im Restaurant
Die Staatsanwaltschaft Quimper wurde am 6. August nach einer Meldung der Direktion für den Schutz der Bevölkerung des Départements Finistère eingeschaltet. Staatsanwältin Cécile Flamet erklärte am Donnerstag, den 13. August, dass Analysen in dem von der Familie besuchten Restaurant „das Vorhandensein von Bakterien, die für den Tod des kleinen Mädchens verantwortlich sein könnten, nicht nachgewiesen haben“. Sie kündigte an, dass die Ermittlungen fortgesetzt würden. BFMTV berichtete unter Berufung auf eine Polizeiquelle, dass das Lokal von den Präfekturdiensten inspiziert worden sei und keine Verstöße gegen Hygienevorschriften festgestellt worden seien. Die Ermittlungen, die formell wegen „Erforschung der Todesursachen“ eingeleitet wurden, sollen klären, ob Bakterien für den Tod des Kindes verantwortlich sind.
E. coli und seine Risiken
Escherichia coli ist ein häufiges Bakterium im menschlichen Verdauungstrakt. Die meisten Stämme sind harmlos, aber einige können schwere Lebensmittelvergiftungen verursachen, die hauptsächlich durch kontaminierte Lebensmittel wie rohes oder nicht durchgegartes Hackfleisch, nicht pasteurisierte Rohmilch, rohes Gemüse und Sprossen übertragen werden, so die Weltgesundheitsorganisation. Zu den Symptomen gehören Bauchkrämpfe, Durchfall, blutige Kolitis, manchmal begleitet von Fieber und Erbrechen. Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 8 Tage, im Median 3 bis 4 Tage. Die meisten Patienten erholen sich innerhalb von 10 Tagen, aber die Infektion kann zu einer potenziell tödlichen Form, dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), fortschreiten, insbesondere bei Kindern, geschwächten Personen und älteren Menschen. Die Inzidenz ist mit weniger als einem Fall pro 100.000 Einwohner gering, so die Universitätskliniken Saint-Luc in Brüssel.


