
Tragschrauber-Absturz an italienischer Alpentalsperre fordert zwei Todesopfer nach Kollision mit Seilbahnleitungen
Ein Ultraleicht-Tragschrauber kollidierte mit Seilbahnleitungen und stürzte nahe der Talsperre Campliccioli in Norditalien ab, wobei beide Insassen während eines Fluges von Megolo ums Leben kamen.
Kollision an der Talsperre Campliccioli
Ein zweisitziger Tragschrauber stürzte nahe der Talsperre Campliccioli in der Gemeinde Antrona Schieranco in der Region Piemont in Nordwestitalien ab und fing Feuer. Das Ultraleicht-Drehflügelflugzeug war von einem Flugplatz in Megolo im Ossola-Tal gestartet und steuerte auf das bergige Grenzgebiet zur Schweiz zu. Der Vorfall ereignete sich am Morgen zwischen 11:10 und 11:30 Uhr Ortszeit in einer Höhe zwischen 1.360 und 1.400 Metern über dem Meeresspiegel. Während eines Manövers nahe Cheggio im oberen Antrona-Tal kollidierte das Flugzeug mit den Oberleitungen einer Werkseilbahn, die zum Camposecco-See führt, einer für die Öffentlichkeit gesperrten Anlage von Enel.
Der Aufprall löste sofort eine Explosion und eine Verpuffung in der Luft aus. Augenzeugen berichteten, dass das Flugzeug sich in einen Feuerball verwandelte, bevor es auf ein steiles Grasgelände unterhalb der Talsperre stürzte.
- Der Tragschrauber startet von einem Flugplatz in Megolo im Ossola-Tal.
- Das Flugzeug trifft auf tiefe Bewölkung und eingeschränkte Sicht beim Flug nahe Cheggio.
- Der Tragschrauber kollidiert mit den Leitungen der Enel-Werkseilbahn und stürzt nahe der Talsperre Campliccioli ab.
- Feuerwehr, Löschhubschrauber Drago aus Malpensa und Alpenrettungsteams erreichen die Absturzstelle.
- Guardia di Finanza und regionale Behörden beginnen mit Ermittlungen zur Fluggenehmigung und Navigation.
Opfer und Augenzeugenberichte
Beide Insassen des Flugzeugs kamen noch am Unfallort ums Leben. Die Rettungskräfte identifizierten den Piloten als Alessandro Angelo Muscinelli, einen Ingenieur und Geschäftsmann, der laut Angaben 60 oder 62 Jahre alt war und in Premeno wohnte. Die Passagierin war Antonella Pagliarani, die mit 61 oder 63 Jahren angegeben wurde, in Mailand lebte und die Partnerin des Bruders des Piloten war. Der Bruder des Piloten war in der Gegend anwesend, wurde Zeuge der Folgen des Absturzes und wurde von medizinischem Personal wegen eines Schocks behandelt.
Anwohner und Besucher im umliegenden Tal beobachteten den Rauch und die Flammen über mehrere Kilometer. Franco Borsotti, der Bürgermeister von Antrona Schieranco, erlebte das Ereignis direkt von seinem Zuhause aus.
Ich habe die Szene von meinem Balkon aus gesehen.
Notfallmaßnahmen und Bergung vor Ort
Die Rettungsdienste mobilisierten sofort nach den Notrufen Boden- und Lufteinheiten in der gesamten Provinz Verbano-Cusio-Ossola. Zu den Einsatzkräften gehörten die örtlichen Feuerwehrleute der Vigili del Fuoco, der Löschhubschrauber Drago von der Feuerwehrbasis Malpensa, ein Rettungshubschrauber der 118, der aus Borgosesia entsandt wurde, sowie der Alpenrettungsdienst der Guardia di Finanza.
Die Retter erreichten die Absturzstelle unterhalb des Campliccioli-Stausees, um das Feuer zu löschen. Aufgrund der Schwere der Explosion und des Aufpralls konnten die Einsatzkräfte unter den verkohlten Trümmern nur den Tod beider Opfer bestätigen.
Wetterbedingungen und offizielle Ermittlungen
Ersten Berichten zufolge traf der Pilot im hohen Bergtal auf schlechte Wetterbedingungen, insbesondere eine tiefe Wolkendecke, die zu einem plötzlichen Sichtverlust führte. Der Pilot versuchte ein Wendemanöver, um die Wolkenbank zu verlassen, kurz bevor der Rotor die Seilbahninfrastruktur traf.
Die Regionalbehörden im Piemont erklärten, dass das Flugzeug nicht für den Flug in diesem spezifischen Sektor zugelassen war. Die Guardia di Finanza und die Justizbehörden leiteten Ermittlungen ein, um die Flugroute zu rekonstruieren und festzustellen, ob der Absturz auf eine Höhenfehleinschätzung, widrige atmosphärische Bedingungen oder einen mechanischen Defekt zurückzuführen ist.


