
Hitzewelle bringt 40,2 °C-Rekord nach Niedersachsen – zwei Tote und Reisechaos
Die Temperaturen stiegen auf einen neuen Rekord von 40,2 °C in Lüchow (Niedersachsen), als eine Wochenend-Hitzewelle zu zwei Ertrinkungstoten, Blitzeinschlägen, Straßenaufbrüchen und Zugausfällen in Norddeutschland führte.
Rekordtemperaturen
Lüchow im Wendland erreichte am Samstag 40,2 °C und übertraf damit den bisherigen Landesrekord von 40 °C, der am 20. Juli 2022 in Barsinghausen gemessen wurde, so vorläufige DWD-Daten. Bremen verzeichnete 37,3 °C, den heißesten Junitag aller Zeiten. Die Hitzewelle erreichte am Samstag ihren Höhepunkt, am Sonntag gab es im Südosten noch 30 bis 37 °C, bevor am Montag eine deutliche Abkühlung auf 23–28 °C einsetzte.
Ertrinkungstote an Badeseen
Zwei Menschen starben, als sie Erholung vor der Hitze suchten. Am Freitagabend ertrank ein 8-jähriger Junge in einem Badesee in Isernhagen bei Hannover. Eine zweistündige Suche mit 60 Einsatzkräften, einem Polizeihubschrauber und einem Sonarboot endete, als Taucher seine Leiche bargen. Am Samstag ertrank ein 22-jähriger Nichtschwimmer im Bremer Sodenmattsee. Seine Freunde versuchten eine Rettung, wurden aber selbst von zwei anderen Badenden in Sicherheit gebracht; Wiederbelebungsversuche durch Feuerwehrtaucher blieben erfolglos.
Gewitter und Blitzschäden
In der Nacht von Samstag auf Sonntag zogen schwere Gewitter über den Nordwesten Niedersachsens und Bremen hinweg. In Südbrookmerland (Landkreis Aurich) setzte ein Blitzschlag eine Scheune in Brand. In Ihlow wurde ein Mann, der leitfähiges Material berührte, vom Blitz getroffen, verlor für etwa eine Minute das Bewusstsein und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Im Auricher Ortsteil Middels entzündete ein Blitz das Dach eines Hauses und verursachte einen Schaden von rund 100.000 Euro; der Bewohner blieb unverletzt. Die Feuerwehren in Emden und Leer räumten umgestürzte Bäume von Straßen, und Winsen an der Luhe meldete bereits am Samstagnachmittag überflutete Keller und Straßen.
Auswirkungen auf die Infrastruktur
Die extreme Hitze beschädigte Straßen und Schieneninfrastruktur. Auf der A7 südlich von Hamburg wurde ein 2,5 Kilometer langer Abschnitt der Nordfahrbahn in Höhe der Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf wegen hitzegeschädigten Fahrbahnbelags gesperrt; die Sperrung sollte voraussichtlich bis Montagnachmittag andauern. Zwischen Bad Fallingbostel und Dorfmark auf der A7 dehnten sich Betonplatten aus und barsten, was zwei Autos beschädigte und eine Fahrspursperrung erzwang. Bei Nienburg machten Bitumenaufbrüche die Fahrbahnen rutschig. Der Bahnbetreiber Metronom warnte vor hitzebedingten Störungen und Ausfällen der Klimaanlagen, die zu Betriebseinstellungen führen könnten, und riet Reisenden von Fahrten ab. Auch die Deutsche Bahn rief dazu auf, am Wochenende auf nicht notwendige Reisen mit Regional- und Fernzügen zu verzichten.
- Ein 8-jähriger Junge ertrinkt nach zweistündiger Suche im See von Isernhagen.
- Rekordwert von 40,2 °C in Lüchow gemessen; 22-Jähriger ertrinkt in Bremen; schwere Gewitterwarnung für die Nacht.
- Stürme verursachen Blitzbrände und Straßenschäden; A7 teilweise gesperrt; Bahnbetreiber raten von Reisen ab.


