
Portugiesische Polizei nimmt zwei brasilianische Flüchtige wegen Entführung und sexuellem Kindesmissbrauch fest
Die portugiesischen Behörden haben in Lissabon und Guarda zwei Ausländer festgenommen, die nach separaten Ermittlungen wegen sexuellem Kindesmissbrauch und Entführung nach Brasilien ausgeliefert werden sollen.
Festnahme in Lissabon wegen brasilianischem Haftbefehl zu Kindesmissbrauch
Beamte der Polícia de Segurança Pública (PSP) haben am Nachmittag des 16. September 2026 in Lissabon einen 47-jährigen Ausländer festgenommen. Die Festnahme erfolgte um 17:45 Uhr und wurde von der Abteilung für Flüchtige und Vermisste der Kriminalpolizei der PSP durchgeführt. Die portugiesische Polizei handelte in direkter Befolgung eines internationalen Haftbefehls, der von den brasilianischen Justizbehörden ausgestellt worden war. Die brasilianische Staatsanwaltschaft legt dem Ausländer die Vergewaltigung einer schutzbedürftigen Person im Zusammenhang mit sexuellen Missbrauchsdelikten zur Last, die er an seiner Stieftochter begangen haben soll. Aus den Justizakten in Brasilien geht hervor, dass das Opfer zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten etwa zehn Jahre alt war. Die brasilianische Strafgesetzgebung sieht für die im Haftbefehl im Einzelnen aufgeführten Straftaten eine Höchststrafe von bis zu 24 Jahren Gefängnis vor.
Vom Gericht in Lissabon angeordnete Untersuchungshaft
Nach der Festnahme in Lissabon führten die Polizeibeamten den 47-jährigen Tatverdächtigen dem Gericht in Lissabon zur richterlichen Prüfung vor. Das Berufungsgericht entschied, gegen den Ausländer die Zwangsmaßnahme der Untersuchungshaft zu verhängen. Nach der Gerichtsentscheidung wurde der Tatverdächtige in eine portugiesische Strafanstalt überstellt. Er bleibt in der Haftanstalt in Gewahrsam, während die Justizbehörden in Lissabon das von Brasilien übermittelte internationale Auslieferungsersuchen bearbeiten.
Festnahme durch die Justizpolizei in Guarda
In einer unabhängigen Polizeiaktion, die am 19. September 2026 bekannt gegeben wurde, nahm die Polícia Judiciária (PJ) einen 33-jährigen Ausländer in der Stadt Guarda fest. Ermittler der Norddirektion der PJ vollstreckten die Festnahme, um eine in Brasilien ergangene strafrechtliche Verurteilung zu vollstrecken, die eine fünfjährige Haftstrafe vorsieht.
Die PJ nahm einen 33-jährigen Ausländer fest, der von den brasilianischen Behörden gesucht wird, um eine fünfjährige Haftstrafe wegen Entführung zu verbüßen, die sich 2017 in Ribeirão das Neves im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais ereignet hatte.
Nach Angaben der Norddirektion der PJ hatte sich der 33-Jährige seit 2022 in Guarda aufgehalten. Er war unmittelbar nach Bekanntwerden der gegen ihn in Brasilien erhobenen Anklage nach Portugal gezogen.
Die Entführung von 2017 in Minas Gerais und die Anhörung in Coimbra
Die strafrechtliche Verurteilung in Brasilien bezieht sich auf eine Entführung, die sich in der Gemeinde Ribeirão das Neves in Minas Gerais ereignete. Der 33-Jährige wurde wegen der Entführung seiner früheren Lebensgefährtin, die auch die Mutter seiner Kinder ist, verurteilt. Die Ereignisse begannen am 22. Dezember 2017, als das Opfer unter dem Vorwand eines Gesprächs in die Wohnung ihres Ex-Partners eingeladen wurde. Im Inneren des Anwesens wurde sie rechtswidrig ihrer Freiheit beraubt und bis zum 24. Dezember 2017 gefangen gehalten.
- Opfer in Ribeirão das Neves wird in die Wohnung des Ex-Partners eingeladen und gefangen gehalten
- Opfer der Entführung in Minas Gerais wird nach zwei Tagen rechtswidriger Freiheitsberaubung freigelassen
- Entführungsverdächtiger flieht nach Kenntnis der brasilianischen Anklage nach Guarda
- PSP nimmt 47-jährigen Kindesmissbrauchsverdächtigen in Lissabon aufgrund internationalen Haftbefehls fest
- PJ meldet Festnahme eines 33-jährigen, wegen Entführung verurteilten Mannes in Guarda
Nach seiner Festnahme durch die PJ in Guarda sollte der 33-jährige Häftling dem Gericht in Coimbra vorgeführt werden. Die Richter des Berufungsgerichts von Coimbra werden den Fall prüfen, um Zwangsmaßnahmen im Hinblick auf seine formelle Auslieferung an Brasilien zu verhängen.


