
Neue deutsche Studie warnt: Gaskosten für Heizung könnten sich bis 2040 fast verdoppeln, Wärmepumpen bieten stabile Ersparnisse
Hausbesitzer, die sich für einen neuen Gaskessel entscheiden, müssen laut einer unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mit einer nahezu Verdopplung der jährlichen Heizkosten von 1.080 auf 1.952 Euro bis 2040 rechnen, während eine Wärmepumpe die Kosten stabil hält und mindestens 1.000 Euro pro Jahr einspart.
Steigende Heizkosten mit Gas
Die IW-Studie, zitiert von RP Online, berechnet die jährlichen Heizkosten für einen typischen Haushalt in einer teilsanierten Wohnung mit einem Verbrauch von 10.000 Kilowattstunden. Im Basisszenario steigen die Kosten von rund 1.080 Euro im Jahr 2026 auf 1.952 Euro bis 2040. Diese nahezu Verdopplung wird durch die neue gesetzliche Verpflichtung vorangetrieben, ab 2029 steigende Anteile von Biomethan beizumischen, was die Brennstoffpreise in die Höhe treibt.
Haushalte könnten zu Investitionen verleitet werden, die kurzfristig zulässig erscheinen, sich langfristig aber als unwirtschaftlich oder regulatorisch nicht nachhaltig erweisen.
Stabile Kosten mit Wärmepumpe
Im Gegensatz dazu würde eine Wärmepumpe die Heizkosten im gleichen Zeitraum weitgehend stabil halten. Für eine teilsanierte Altbauwohnung prognostiziert die Studie Einsparungen von 1.000 Euro oder mehr pro Jahr im Vergleich zu einer Gasheizung. Das Institut empfiehlt daher, Wärmepumpen zu bevorzugen, obwohl das neue Gesetz die weitere Installation von fossilen Brennstoffkesseln erlaubt.
Politikwechsel und zunehmende Unsicherheit
Das reformierte Heizungsgesetz der Regierung Merz hat die bisherige 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Vorgabe für neue Heizsysteme gestrichen. Während Gas- und Ölkessel weiterhin erlaubt sind, müssen sie ab dem 1. Januar 2029 einen steigenden Mindestanteil klimaneutraler Brennstoffe wie Biomethan verwenden – ein Mechanismus, der als „Bio-Treppe“ bezeichnet wird. Die IW-Forscher argumentieren, dass dies neue regulatorische und kostenbezogene Unsicherheiten schafft, wobei die mögliche Preisspanne unter den neuen Regeln deutlich größer ist als bei alleiniger Nutzung von Gas.
Parallelwarnung des Fraunhofer-Instituts
Bereits im Juli hatte das Fraunhofer-Institut eine ähnliche Warnung ausgesprochen. Seine Studie kam zu dem Schluss, dass eine großflächige Umstellung auf Biogas scheitern wird, weil die meisten Haushalte stattdessen auf Wärmepumpen oder Fernwärmenetze umsteigen, was das Gasnetz wirtschaftlich unrentabel macht.
Die Umstellung auf Biogas funktioniert nicht, weil ein großer Teil der Haushalte auf Wärmepumpen oder Fernwärmenetze umsteigt.
Fraunhofer prognostizierte, dass Energieversorger „spätestens 2045 keine wettbewerbsfähigen Gaspreise mehr anbieten können“ und fügte hinzu, dass Gasnetze „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ bis dahin stillgelegt werden.
Marktsignale zeigen bereits Wandel
Wärmepumpen waren 2023 bereits die meistinstallierte Heiztechnologie in Deutschland, und das IW erwartet für 2026 weiteren Schwung. Die widersprüchlichen Signale – die Erlaubnis von Gaskesseln bei gleichzeitiger Kürzung der Wärmepumpenförderung – riskieren, Haushalte in Investitionen mit eingebauter Kostensteigerung zu locken, warnte das Institut.
- 2026
- 1080 EUR/Jahr
- 2040
- 1952 EUR/Jahr
- Alte 65%-Erneuerbaren-Vorgabe für neue Heizungsanlagen trat in Kraft
- IW-Studie veröffentlicht; aktuelle Gaskosten 1.080 €
- Verpflichtender steigender Biomethananteil in Gasheizungen beginnt
- Prognostizierte Gaskosten erreichen 1.952 € für eine typische Wohnung
- Fraunhofer: Gasnetze voraussichtlich stillgelegt, wettbewerbsfähige Gaspreise unwahrscheinlich


