
Waldbrand auf Chalkidiki zwingt über 250 Touristen zur Evakuierung griechischer Ferienorte
Ein sich schnell ausbreitender Waldbrand auf der Halbinsel Chalkidiki im Norden Griechenlands hat am Donnerstag mehr als 250 Touristen aus den Ferienorten Siviri und Fourka zur Evakuierung gezwungen. Viele Menschen wurden auf dem Seeweg in Sicherheit gebracht, als die Flammen die Strände erreichten.
Feuer bricht auf Chalkidiki aus
Am Donnerstagnachmittag brach in der Nähe der Ferienorte Siviri und Fourka an der Westküste der Halbinsel Chalkidiki im Norden Griechenlands ein Waldbrand aus. Laut ERT News entzündete sich das Feuer gegen 14:00 Uhr Ortszeit und breitete sich aufgrund starker Winde schnell durch trockene Kiefernwälder aus. Die Region befindet sich derzeit auf der zweithöchsten Waldbrandwarnstufe. Innerhalb weniger Stunden rückten die Flammen gefährlich nah an Häuser und Strände in beiden Orten heran, die in der Hochsaison des Sommers voller Touristen sind. Die Halbinsel Chalkidiki liegt südlich der Stadt Thessaloniki.
Seeevakuierung von Touristen
Die griechische Zivilschutzbehörde schickte Evakuierungsaufforderungen an Bewohner und Besucher in Siviri und Fourka über das landesweite Notfallwarnsystem 112 und kontaktierte sie telefonisch und per SMS. Nach Angaben des griechischen Senders ERT wurden mehr als 250 Touristen, viele mit Kindern und noch in Badekleidung, mit 15 kleinen Notfallbooten auf dem Seeweg evakuiert. Die Berliner Zeitung berichtete unter Berufung auf Reuters von einer höheren Zahl: Mehr als 300 Menschen wurden allein aus Siviri in Sicherheit gebracht, wobei sich mehr als 15 Freiwilligenboote sowie Schiffe der Küstenwache und Löschboote beteiligten. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, die Flammen seien so nah an die Strände herangekommen, dass eine Evakuierung auf dem Seeweg die einzig mögliche Fluchtroute gewesen sei. Die Behörden wiesen die Evakuierten an, in die Nachbarorte Mola Kalyva, Kassandreia und Nea Skioni zu gehen.
ERT-Aufnahmen zeigten Dutzende Menschen, die auf einem schwimmenden Ponton im Wasser standen und auf Rettung warteten, während Rauch den Himmel über den Orten verdunkelte. Reuters beschrieb Szenen von Menschen, die Atemschutzmasken trugen, einige mit Haustieren, die an der Küste in Schlauchboote und andere Wasserfahrzeuge stiegen, während dicke Rauchsäulen den Himmel verdeckten. Im Landesinneren erreichte das Feuer mehrere Ferienwohnungen, so Reuters. Auf den Straßen, die aus den Orten führen, herrschte Verkehrschaos, als Bewohner und Gäste versuchten, mit dem Auto zu fliehen.
- Feuer bricht in der Nähe von Siviri an der Westküste der Chalkidiki aus
- Flammen nähern sich Häusern und Stränden; 112-Evakuierungswarnungen für Siviri und Fourka
- Mehr als 250 Touristen mit 15 Notfallbooten auf dem Seeweg evakuiert
- Zwei Feuerwehrleute verletzt; Straße zwischen Siviri und Kassandreia gesperrt; Feuer brennt noch
Löscheinsatz
Fast 150 Feuerwehrleute kämpften unterstützt von neun Löschflugzeugen und mehreren Hubschraubern aus der Luft und am Boden gegen die Flammen. Die Feuerwehr teilte mit, dass zwei Feuerwehrleute bei dem Einsatz verletzt wurden. Die Hauptstraße zwischen Siviri und Kassandreia wurde gesperrt. Der Feuerwehrsprecher Giannis Artopios sagte dem Nachrichtenportal Protothema, die Bemühungen konzentrierten sich auf das Löschen des Feuers und den sicheren Transport der Menschen.
Unser Einsatz konzentriert sich auf das Löschen des Feuers und den sicheren Transport der Menschen.
Breiterer Waldbrandkontext
Der Brand auf Chalkidiki ereignet sich inmitten einer intensiven griechischen Waldbrandsaison. Erst wenige Tage zuvor hatte ein großer Brand nordwestlich von Athen mehr als 11.000 Hektar Kiefernwald, Buschland und Ackerland verbrannt. Aufgrund starker Winde dauerte es fünf Tage, um diesen Brand unter Kontrolle zu bringen. Reuters merkte an, dass mehrere Hitzewellen in ganz Europa in diesem Sommer die Trockenheit verschlimmert und Waldbrände in Ländern wie Spanien, Frankreich und Griechenland angefacht hätten. Dichter Rauch des Brandes auf Chalkidiki war laut Augenzeugen kilometerweit zu sehen. Der Brand auf Chalkidiki war am Donnerstagabend noch nicht gelöscht, starker Wind behinderte weiterhin die Löscharbeiten.


