
Frankreich und Spanien bekämpfen Rekord-Waldbrände – EU schickt Löschflugzeuge; über 40.000 Evakuierte
Über 40.000 Menschen wurden in Südeuropa evakuiert, während Rekord-Waldbrände in Frankreich und Spanien wüten. Die EU entsendet Löschflugzeuge aus sechs Mitgliedsstaaten.
Rekordverdächtige Feuersaison
Bis Ende Juli hatte Frankreich laut dem Copernicus-Dienst der Europäischen Kommission bereits 311 Waldbrände verzeichnet, die eine Rekordfläche seit Beginn der Satellitenüberwachung im Jahr 2006 verbrannten. In Spanien wurde die vierfache durchschnittliche verbrannte Fläche für diese Jahreszeit gemessen, bei einer Rekordzahl an Bränden. Regionale Beamte in Madrid beschrieben die Bedingungen als einen „perfekten Sturm“ aus hohen Temperaturen und anhaltend starken Winden. Max van Gerrevink, ein Forscher an der Universität Wageningen, erklärte, dass Satelliten Brände anhand der Veränderung von grüner Vegetation zu geschwärzter Oberfläche erkennen.
Feuer sticht hervor, weil grüne Vegetation zu einer schwarzen Oberfläche wird. So kann man leicht und schnell sehen, wie groß sie sind.
Massenevakuierungen an der Atlantikküste
Im Département Gironde um Bordeaux herum wurden zwischen 20.000 und 40.000 Menschen evakuiert, als die Brände bis zu 10.000 Hektar vernichteten. Zwei Feuerwehrleute starben zuvor bei der Bekämpfung des Feuers nahe Bordeaux, und 800 Feuerwehrleute, 260 Fahrzeuge, fünf Löschflugzeuge und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Die Feuerwehrleute beschrieben die Lage als katastrophal. Weiter südlich, nahe Biscarrosse und Parentis-en-Born, zerstörte ein Brand, der ausbrach, als ein Transporter Feuer fing, mehr als 1.000 Hektar und zwang 9.000 Menschen zur Flucht. Auf der Halbinsel Cap-Ferret wurden 400 Menschen mit Booten evakuiert. Auf einem Campingplatz in La Grigne mussten 3.500 Urlauber das Gelände verlassen, und ein Strand in Le Porge wurde ebenfalls geräumt. Der niederländische Automobilclub ANWB berichtete, dass evakuierte niederländische Staatsbürger nach zusätzlichen Kosten und zurückgelassenen Habseligkeiten fragten, doch wurden keine Verletzungen gemeldet.
Wir waren am Strand, als wir zurück zum Campingplatz geschickt wurden. Wir mussten unsere Sachen packen.
Brände breiten sich auf das Mittelmeer aus
Im Département Var zwischen Marseille und Nizza breitete sich ein Waldbrand, der am Mittwoch nahe Pontevès ausgebrochen war, auf Cotignac, Montfort-sur-Argens und Correns aus und verbrannte mehr als 2.500 Hektar. Die Feuerwehrleute erklärten, das Feuer sei bis Freitag einigermaßen unter Kontrolle gewesen, schwelte aber vielerorts weiter, sodass die Rettungskräfte in Alarmbereitschaft blieben.
Spanien erklärt ersten nationalen Waldbrandnotstand
Spanien verhängte erstmals einen nationalen Notstand aufgrund von Waldbränden, der die Region Madrid und die Provinz Ávila betraf. Zwischen 10.000 und 19.000 Menschen wurden rund um die Hauptstadt evakuiert. Premierminister Pedro Sánchez bezeichnete die Lage als dramatisch und sagte, die Regierung setze alle verfügbaren Mittel ein. Bereits Anfang Juli waren 13 Menschen bei einem Brand in Almería im Süden Spaniens ums Leben gekommen.
Die Regierung setzt alle möglichen Mittel ein, um die Brände zu bekämpfen.
EU mobilisiert Löschflotte
Frankreich aktivierte in der Nacht zum Donnerstag den EU-Katastrophenschutzmechanismus, Spanien schloss sich an. Präsident Emmanuel Macron kündigte an, dass zwei kroatische Canadairs, zwei portugiesische Air Tractors und zwei Black-Hawk-Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei die französischen Anstrengungen verstärken würden. Insgesamt entsandte die EU drei Flugzeuge und zwei Hubschrauber nach Frankreich sowie vier Flugzeuge nach Spanien, wobei die Mittel aus Griechenland, Italien, Portugal, der Slowakei, Tschechien und Kroatien stammten.
Wir können bald auf die Verstärkung von zwei kroatischen Canadairs, zwei portugiesischen Air Tractors und zwei schweren Black-Hawk-Hubschraubern aus Tschechien und der Slowakei zählen.
Klimazusammenhang und Ausblick
Wissenschaftler stellten fest, dass ein nasser Winter und Frühling üppige Vegetation hervorgebracht hatten, die dann während aufeinanderfolgender Hitzewellen austrocknete und reichlich Brennstoff für die Brände lieferte. In der Region Bordeaux wurden Temperaturen bis zu 39°C am 25. Juli erwartet, was die Bedingungen kritisch hielt. Die Gruppe World Weather Attribution kam in diesem Monat zu dem Schluss, dass die Hitzewellen nicht vom globalen Klimawandel zu trennen sind.
- 13 Menschen sterben bei einem Waldbrand in Almería, Südspanien
- Brand bricht nahe Pontevès im Département Var, Frankreich, aus
- Frankreich bittet um EU-Katastrophenschutzhilfe; Spanien erklärt nationalen Notstand in Madrid und Ávila
- Über 40.000 Evakuierte in ganz Frankreich und Spanien; EU entsendet Löschflugzeuge aus sechs Mitgliedsstaaten
- In der Region Bordeaux werden Temperaturen bis zu 39°C erwartet


