
Wal nahe dem Strand von Międzyzdroje gesichtet und in die Gewässer des Woliński-Nationalparks in Sicherheit gebracht
Ein am Samstagnachmittag nahe dem Strand von Międzyzdroje gesichteter Wal wurde von Rettungskräften in die geschützten Gewässer des Woliński-Nationalparks geleitet – der jüngste einer Reihe von Walbesuchen in der Ostsee in den letzten Jahren.
Sichtung und erste Reaktion
Am Samstagnachmittag entdeckten Strandbesucher und Spaziergänger in Międzyzdroje ein großes Meeressäugetier, das in der Nähe des Badebereichs trieb. Die Wasserrettung (WOPR) erhielt eine Meldung des Wasserrettungskoordinationszentrums (CKRW) in Stettin über ein „treibendes Objekt im Wasser“. Bei Eintreffen bestätigten die Retter, dass es sich um einen Wal handelte. „Nach der Ankunft am Ort stellte sich heraus, dass uns wieder ein Wal besucht hat“, schrieben die Retter von Międzyzdroje auf ihrem Facebook-Profil. Die WOPR informierte den WWF Polen, dessen Blue Patrol zum Ort entsandt wurde, um den Zustand des Tieres zu beurteilen und seine Abfahrt zu sichern. Konrad Wrzecionkowski, örtlicher Leiter der Blue Patrol und Mitarbeiter des Woliński-Nationalparks, sagte am Sonntag der PAP, dass das Säugetier möglicherweise über 6 Meter lang war, während andere Zeugen 3 bis 4 Meter angaben. Die Tageszeitung Głos Szczeciński zitierte eine Schätzung von etwa 7 Metern. Die Art konnte nicht identifiziert werden. Das Tier schwamm langsam, nahe der Wasseroberfläche. Ein Sprecher des WWF Polen sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei unklar, ob es sich bei der polnischen Sichtung um dasselbe Individuum handele, das zuvor in Deutschland gesehen wurde.
Eskorte und Sicherheitsmaßnahmen
Die Retter untersuchten den Wal von allen Seiten und fanden keine Netze, Leinen oder andere Gegenstände, die die Bewegung behindern könnten. Ein Boot der WOPR eskortierte das Tier ostwärts in Richtung des Küstendorfs Wisełka, um es vor anderen Wasserfahrzeugen zu schützen. Die Eskorte dauerte bis etwa 17:50 Uhr. Die Retter ließen den Wal dann etwa 800 Meter vom Ufer entfernt in den Gewässern des Woliński-Nationalparks zurück, wo Motorboote verboten sind und Drohnen nicht fliegen dürfen. Die polnischen Wasserretter veröffentlichten ein Video in den sozialen Medien, das den grau-weiß gefleckten Rücken und das Blasloch des Tieres im Wasser zeigt. Die Retter sicherten das Gebiet bis 18:00 Uhr gegen Wasserfahrzeuge ab, so die Głos Szczeciński.
Wir wissen nicht, um welche Art es sich handelt. Wir haben die WOPR Międzyzdroje gebeten zu prüfen, ob ein Netz oder ein Haken vorhanden war. Es stellte sich heraus, dass es in nichts verfangen war. Es schwamm frei.
Der Einsatz erfolgte in ständiger Absprache mit Wissenschaftlern der Meeresstation der Universität Danzig auf der Halbinsel Hel. Die Aktion wurde von mehreren Institutionen koordiniert: WWF Polen, das Seefahrtsamt in Stettin, die Regionaldirektion für Umweltschutz in Stettin, der Woliński-Nationalpark und das Ministerium für Klima und Umwelt.
- Buckelwal (~10 m) aus Netzen befreit am Fischereistützpunkt Międzyzdroje
- Wal im Hafen von Wismar, Deutschland, gesichtet
- Walsichtung auf der offenen Ostsee nahe der Seebrücke Wustrow
- Wal nahe dem Strand von Międzyzdroje gesichtet; WOPR und WWF Blue Patrol reagieren
- Eskorte endet; Wal 800 m vom Ufer in den Gewässern des Woliński-Nationalparks zurückgelassen
Zunehmende Häufigkeit von Walbesuchen in der Ostsee
Große Meeressäugetiere sind in der Ostsee selten aufgetaucht, aber in den letzten Jahren sind solche Fälle mit zunehmender Regelmäßigkeit aufgetreten. Fachleute weisen darauf hin, dass Wale durch die dänischen Meerengen in die Ostsee gelangen und in der Nähe der Insel Rügen und der Pommerschen Bucht auftauchen. Im Februar 2025 wurde ein fast 10 Meter langer Buckelwal (Megaptera novaeangliae), der sich in Fischernetzen verfangen hatte, mehrere hundert Meter vom Fischereistützpunkt in Międzyzdroje entfernt gesichtet. An der Rettungsaktion waren SAR-Einheiten, die WOPR und die Blue Patrol des WWF beteiligt. Ende Juli 2026 tauchte ein Wal im Hafen von Wismar, Deutschland, auf. Zwei Tage später gab es eine weitere Sichtung auf der offenen Ostsee nahe der Seebrücke Wustrow. Es blieb unklar, ob es sich bei den Sichtungen in Wismar und Wustrow um dasselbe Tier handelte, und ebenso unklar, ob eine dieser Sichtungen mit der in Międzyzdroje zusammenhing.

