
Trump erklärt Waffenruhe mit Iran für beendet und droht mit neuen Angriffen – beide Seiten liefern sich Gefechte im Golf
Präsident Trump hat am Mittwoch die einen Monat alte Waffenruhe mit Iran für beendet erklärt und dessen Führung als „Abschaum“ bezeichnet, nachdem es zu einer neuen Angriffswelle auf Tanker und militärische Ziele gekommen war. Auf einem NATO-Gipfel in Ankara drohte er mit der Einnahme einer iranischen Ölinsel und Angriffen auf die Infrastruktur.
Waffenruhe gescheitert
Die vor einem Monat in Versailles unterzeichnete Absichtserklärung sollte die Feindseligkeiten beenden, doch keine Seite hörte jemals auf zu schießen. In den letzten Tagen griff Iran drei Tanker in der Straße von Hormus an, die USA trafen rund 80 Ziele im Iran, und die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) reklamierte Angriffe auf 85 US-verbundene Ziele in Bahrain und Kuwait für sich. Am Mittwoch erklärte Präsident Trump das Abkommen für tot.
Das ist eine sehr interessante Frage. Für mich ist es vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum, wissen Sie, was Abschaum ist? Sie sind Abschaum. Sie sind kranke Menschen. Sie werden von kranken Menschen angeführt. Und sie sind bösartige, gewalttätige Menschen.
Trumps wechselnder Ton
Noch vor zwei Wochen, auf der Great American State Fair, hatte Trump erstmals seit 3.000 Jahren „Frieden im Nahen Osten“ ausgerufen. Im vergangenen Monat bezeichnete er die iranische Führung als „sehr rational“, „stark“ und „klug“. Die Absichtserklärung wurde weithin als ein hastig verfasstes 14-Punkte-Dokument angesehen, das die Kernstreitigkeiten umging, darunter Irans Atom- und Raketenprogramm.
Zum ersten Mal seit 3.000 Jahren werden wir Frieden im Nahen Osten haben.
Eskalationsdrohungen auf dem NATO-Gipfel
Auf dem NATO-Gipfel in Ankara drohte Trump am Mittwoch mit größeren neuen Kampfhandlungen, darunter der Einnahme einer iranischen Ölverarbeitungsinsel sowie Angriffen auf die Infrastruktur und Entsalzungsanlagen. Experten warnten, dass Angriffe auf Entsalzungsanlagen ein Kriegsverbrechen darstellen könnten. Trump sagte, er zögere am meisten, diese Anlagen anzugreifen, und gehe nicht von einer Rückkehr zu einem umfassenden Krieg aus.
Irans strategische Kalkulation
Analysten argumentieren, dass Iran, nicht Washington, heute das Tempo des Konflikts bestimmt. Teheran scheint bereit, Schäden in Kauf zu nehmen, während es den Golfstaaten Kosten auferlegt, sein Regimeüberleben sichert, die Kontrolle über die Straße behält und sein Atomprogramm bewahrt. Die Trump-Administration hingegen ist ohne klare Strategie in den Krieg eingetreten und stützte sich auf die Annahme, dass das iranische Regime schnell zusammenbrechen würde.
- Trump unterzeichnet Absichtserklärung mit Iran in Versailles
- Trump erklärt auf einer Messe „Frieden im Nahen Osten“
- Iran greift drei Tanker an; USA treffen 80 Ziele im Iran; IRGC reklamiert 85 Angriffe
- Trump erklärt Waffenruhe für beendet und droht auf dem NATO-Gipfel mit neuen Operationen
Innerstaatlicher und Wahlkampfdruck
Mit weniger als vier Monaten bis zu den Zwischenwahlen fürchten Republikaner die wirtschaftlichen und politischen Folgen eines langwierigen Konflikts. Trump könnte die Seeblockade iranischer Häfen wieder verhängen, aber sein früherer Versuch löste nicht den von ihm vorhergesagten wirtschaftlichen Zusammenbruch aus. Der Präsident steht vor einer engen Wahl an Optionen, von denen keine verlockend ist.
- Iranische Tankerangriffe
- 3 Anzahl der Ziele
- US-Angriffe im Iran
- 80 Anzahl der Ziele
- Von IRGC reklamierte Angriffe (Bahrain/Kuwait)
- 85 Anzahl der Ziele


