Kurz gefasst
Die Polizei nahm am Dienstag, 20. Oktober 2026, einen 39-Jährigen aus Rotterdam, einen 66-Jährigen aus Den Haag und einen 35-Jährigen aus Westland fest. Am Freitag, 23. Oktober, sollen sie einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Drei Menschen starben nach der Einnahme von als Oxycodon verkauften Tabletten, die Nitazene enthielten und über slaappillen.net oder regioapp.net gekauft worden waren. Im April 2025 starben zwei Frauen aus Voorburg und Amsterdam innerhalb einer Woche.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Verdächtigen vor, vorsätzlich gesundheitsschädliche Produkte verkauft zu haben, wobei drei Menschen starben. Bei einem Nachweis kann diese Straftat zu Haftstrafen von 15 bis 30 Jahren führen.
Die Polizei nahm dreißig Websites vom Netz und durchsuchte fünf Orte, wobei Krypto-Wallets, Bargeld und Server beschlagnahmt wurden. Die Polizei geht von vielen weiteren Opfern aus und schließt weitere Festnahmen nicht aus.
- April 2025Zwei Frauen aus Voorburg und Amsterdam sterben innerhalb einer Woche, nachdem sie bei Slaappillen.net Oxycodon bestellt haben
- 20.10.Drei Verdächtige festgenommen, dreißig Websites vom Netz genommen und fünf Orte durchsucht
- 23.10.Verdächtige sollen einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden
Drei Festnahmen nach langwierigen Ermittlungen
Am Dienstag, 20. Oktober 2026, nahm die Polizei drei Männer fest, die verdächtigt werden, die Online-Drogenapotheke Slaappillen.net und verwandte Seiten betrieben zu haben. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen 39-Jährigen aus Rotterdam, einen 66-Jährigen aus Den Haag und einen 35-Jährigen aus Westland. Nach Angaben der Polizei kümmerten sie sich um den Kundenkontakt und halfen beim Aufbau und der Wartung der Websites. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern vor, vorsätzlich gesundheitsschädliche Produkte verkauft zu haben, wobei drei Menschen starben – eine Straftat, die bei einem Nachweis Haftstrafen von 15 bis 30 Jahren nach sich ziehen kann. Am Freitag, 23. Oktober, sollen die Männer einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Wie die Tabletten töteten
Die Tabletten sahen aus wie das starke Schmerzmittel Oxycodon, enthielten aber Nitazene – synthetische Opioide, die nach Angaben der Polizei um ein Vielfaches stärker sind als Oxycodon, was eine Überdosis höchst wahrscheinlich macht. Drei Menschen starben nach der Einnahme; sie hatten die Tabletten kurz vor ihrem Tod über slaappillen.net oder regioapp.net gekauft. Im April 2025 starben zwei Frauen – eine aus Voorburg, eine aus Amsterdam – innerhalb einer Woche, nachdem sie bei Slaappillen.net Oxycodon bestellt hatten. Eine dritte Frau aus dem Raum Rotterdam starb später. Die Polizei ist inzwischen überzeugt, dass es deutlich mehr Opfer gibt. Bereits im Mai 2025 hatte das Trimbos-Institut gemeldet, dass gefälschte Oxycodon-Tabletten mit Nitazenen im Umlauf seien.
Websites liefen nach der Abschaltung weiter
Slaappillen.net wurde im vergangenen Jahr vom Netz genommen, doch die Polizei vermutet, dass die Verdächtigen weiterhin Beruhigungsmittel, Schlafmittel und Schmerzmittel über neue Webshops verkauften. Kunden wurden teils direkt auf die neuen Seiten eingeladen, und jedes Mal, wenn die Behörden eine Seite entfernten, erschien eine neue Variante. Insgesamt wurden nun dreißig Websites vom Netz genommen. Die Ermittler beschlagnahmten zudem die Server, auf denen die Seiten liefen, was nach Einschätzung der Polizei schnelle Neustarts verhindern soll. Die Seiten boten Medikamente an, darunter Fentanyl, Oxycodon und Ozempic, daneben Kokain, Ecstasy und Speed. In den Niederlanden sind diese Medikamente nur auf Rezept über eine Apotheke erhältlich.
Durchsuchungen und Reaktion der Polizei
Die Polizei durchsuchte fünf Orte: drei Wohnungen, einen Lagerraum in Den Haag und einen Arbeitsplatz in Bergschenhoek. Sie beschlagnahmte Krypto-Wallets, Bargeld und Wertsachen und nahm mehrere Server für die weitere Auswertung vom Netz. Weitere Festnahmen schließt die Polizei nicht aus.
Ron van Brussel, der bei der Landelijke Eenheid Opsporing en Interventies arbeitet und für die Bekämpfung schwerer organisierter Kriminalität zuständig ist, beschrieb die Zerschlagung der Operation mit diesen Worten:
„Wir haben die gesamte Technik hinter den Websites lahmgelegt.“
Van Brussel sagte, die Zerschlagung mache es den Betreibern schwerer, erneut an den Start zu gehen. Wer Medikamente online gekauft habe, solle sie nicht einnehmen und sich an einen Arzt oder eine Apotheke wenden.