
Varta meldet Insolvenz für vier Konzerngesellschaften an, nachdem Apple als Hauptkunde verloren ging
Der 3.260 Mitarbeiter zählende deutsche Batteriekonzern hat beim Stuttgarter Gericht vier Insolvenzanträge gestellt, nachdem Apple, sein größter Kunde, im Frühjahr 2026 auf chinesische Lieferanten für AirPods-Batterien umgestiegen war.
Verlust des Schlüsselkunden
Apple, der größte Kunde von Varta, entschied sich im Frühjahr 2026, den deutschen Batteriehersteller durch chinesische Produzenten für die Lieferung von Batterien für seine AirPods-Ohrhörer zu ersetzen. Die Entscheidung, die von deutschen Medien und einer Gerichtssprecherin bestätigt wurde, entzog dem Konzern seine primäre Einnahmequelle. Varta war bereits seit einiger Zeit hoch verschuldet, und der Verlust von Apple beschleunigte den Abstieg in die Krise. Vor dem Boom der Elektrobatterien hatte Varta in Europa mit Duracell auf dem Markt für Haushaltsbatterien konkurriert, aber dieses Erbe konnte den Schlag nicht abfedern.
Insolvenzverfahren vor dem Stuttgarter Gericht
Am 25. Juli 2026 reichte Varta beim Amtsgericht Stuttgart vier Insolvenzanträge für ebenso viele Konzerngesellschaften ein. Eine Gerichtssprecherin erklärte, dass die Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens derzeit gerichtlich geprüft werden. Das Unternehmen versucht, eine vollständige Insolvenz zu vermeiden und den Betrieb aufrechtzuerhalten, aber seine Chancen, aus der anhaltenden Krise herauszukommen, scheinen gering. Analysten und Medien haben auf das Risiko einer Zerschlagung des Konzerns hingewiesen.
- Umsatz 793 Mio. Euro, EBITDA negativ 3,5 Mio.
- Verlust von Apple als Hauptkunde für AirPods-Batterien
- Insolvenzantrag für vier Konzerngesellschaften beim Stuttgarter Gericht
Finanzielle Engpässe und Verweigerung der Aktionäre
Eine unabhängige Analyse ergab, dass Varta zusätzliche kurzfristige Finanzmittel in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro benötigt. Trotz intensiver Verhandlungen war keiner der bestehenden Aktionäre (darunter der Autobauer Porsche und der österreichische Investor Michael Tojner) bereit, frisches Kapital zuzuschießen. Der Konzern veröffentlichte seine letzten Finanzergebnisse im Jahr 2025, die für das Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro und ein negatives EBITDA von 3,5 Millionen Euro auswiesen. Dieser finanzielle Druck, verbunden mit dem Verlust des Apple-Vertrags, ließ dem Unternehmen keinen klaren Weg zum Überleben.
Belegschaft und Produktlinien
Varta beschäftigt weltweit rund 3.260 Mitarbeiter, viele davon am Hauptsitz in Ellwangen im Südwesten Deutschlands. Das Unternehmen produziert Mikrobatterien für Hörgeräte, Energiespeichersysteme und historisch bekannte Haushaltsbatterien. Der Standort Ellwangen bleibt das Zentrum seiner Aktivitäten, aber der Insolvenzantrag wirft ein Fragezeichen über diese Arbeitsplätze.
Ungewisse Zukunft
Da das Insolvenzverfahren nun gerichtlich geprüft wird und keine Rettungsmittel von den bestehenden Investoren kommen, droht dem Hersteller eine Zerschlagung. Der Verlust seines Hauptkunden und die mangelnde Bereitschaft der Geldgeber, weitere Mittel bereitzustellen, lassen die Zukunft des mehr als hundert Jahre alten Batterieherstellers ernsthaft in Frage stellen. Die nächsten Schritte des Gerichts werden darüber entscheiden, ob das Unternehmen saniert oder in Teilen verkauft werden kann.


