Vance landet in der Schweiz, um 60-tägige Gespräche mit Iran über Atomprogramm und Waffenruhe im Libanon zu beginnen
US-Vizepräsident J.D. Vance traf am frühen Sonntag auf dem Luftwaffenstützpunkt Emmen bei Luzern ein, um technische Verhandlungen mit einer iranischen Delegation zu eröffnen, die auf der vorläufigen Vereinbarung der letzten Woche aufbauen, die darauf abzielt, den Krieg im Nahen Osten zu beenden.
Ankunft und Hintergrund
US-Vizepräsident J.D. Vance landete am Sonntag um 5:59 Uhr Ortszeit auf dem Luftwaffenstützpunkt Emmen bei Luzern in der Schweiz, begleitet von seiner Frau. Seine Ankunft markiert die formelle Eröffnung der Verhandlungen mit dem Iran nach einer vorläufigen Absichtserklärung (MOU), die am 18. Juni von Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Masud Pezeshkian unterzeichnet wurde. Die Gespräche wurden ab Freitag verschoben, nachdem Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Südlibanon ausgebrochen waren und Teheran die Schließung der Straße von Hormus angeordnet hatte. Vances Abreise aus Washington erfolgte, nachdem bestätigt worden war, dass die iranische Delegation am Samstag in der Schweiz eingetroffen war.
Schlüsselakteure am Verhandlungstisch
Das iranische Team wird von Parlamentssprecher und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt, zusammen mit Außenminister Abbas Araghchi, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Sicherheitsrates Ali Bagheri Kani und Zentralbankgouverneur Abdolnaser Hemmati. Auf US-Seite sind Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn des Präsidenten und Sondergesandter für Friedensmissionen, seit Samstag vor Ort und befassen sich mit den „technischen Elementen der Verhandlungen“. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und Armeechef General Asim Munir sind ebenfalls als Vermittler in Bürgenstock, zusammen mit Vertretern aus Katar.
Was die vorläufige Vereinbarung umfasst
Die Absichtserklärung friert aktive Feindseligkeiten ein und setzt eine 60-tägige Frist für technische Gespräche, mit der Option auf Verlängerung. Sie ordnet die sofortige Wiedereröffnung der Straße von Hormus an, hebt die US-Seeblockade iranischer Häfen auf und gewährt Handelsschiffen während des Verhandlungszeitraums freie Durchfahrt. Das Dokument verpflichtet die Parteien ferner, über die Zukunft des iranischen Atomprogramms, die Aufhebung aller Sanktionen, die Freigabe iranischer Vermögenswerte und ein 300-Milliarden-Dollar-Wiederaufbauprogramm für den Iran zu verhandeln. Israel und die Hisbollah sind keine Unterzeichner.
Ich denke, wir können hoffentlich Fortschritte in der Atomfrage und bei der Waffenruhe im Libanon erzielen.
Meerenge, Öl und Waffenruhe
Die Ankündigung des Iran, die Straße von Hormus zu schließen, warf einen Schatten auf die Gespräche, aber die Absichtserklärung untersagt ausdrücklich Transitgebühren für 60 Tage. Präsident Trump bestand am Samstag darauf, dass es in diesem Zeitraum keine Gebühren geben werde, und fügte eine versteckte Warnung hinzu.
Andernfalls werden wir Dinge tun, die ihnen nicht gefallen werden, aber ich glaube nicht, dass es so weit kommt.
Eine separat vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah trat am Freitag um 16:00 Uhr Ortszeit in Kraft. Beide Seiten haben sich jedoch gegenseitig Verstöße vorgeworfen, und der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, warnte, dass das vorläufige US-iranische Abkommen gefährdet sei, wenn seine Bestimmungen nicht zügig umgesetzt würden.
Das vorläufige Abkommen ist gefährdet, wenn seine Bestimmungen nicht schnell umgesetzt werden.
Was als Nächstes kommt
Vance sagte, er plane, „nur ein oder zwei Tage“ zu bleiben, und überlasse die detaillierten Verhandlungen Witkoff und Kushner. Er betonte, dass das Ziel darin bestehe, eine „ordnungsgemäße Verhandlungsstruktur“ zu schaffen. Das 60-tägige Zeitfenster ist angesichts der technischen Komplexität der Überprüfung nuklearer Beschränkungen und der Einigung über Sanktionserleichterungen knapp. Die Anwesenheit Pakistans und Katars als Vermittler verleiht diplomatisches Gewicht, signalisiert aber auch die Zerbrechlichkeit des Prozesses. Die Straße von Hormus bleibt der Engpass; die Formulierung der Absichtserklärung zu künftigen Gebühren und zur Verwaltung wird ein Zankapfel sein, wenn sie nicht geklärt wird.
- Absichtserklärung von Donald Trump und Masud Pezeshkian unterzeichnet, die ein 60-tägiges Verhandlungsfenster eröffnet.
- Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah tritt in Kraft.
- Iranische Delegation trifft in der Schweiz ein; US-Gesandte Witkoff und Kushner beginnen technische Gespräche.
- Vance landet auf dem Luftwaffenstützpunkt Emmen und eröffnet offiziell die hochrangigen Verhandlungen.

