
Valencia verabschiedet Haushalt 2026 mit Vox-„nationaler Priorität“ – Llorca weist Diskriminierungsvorwürfe zurück
Das valencianische Parlament hat am Mittwoch einen Haushalt von 33,3 Milliarden Euro verabschiedet, den ersten unter Präsident Juanfran Pérez Llorca. Damit wird das Prinzip der „nationalen Priorität“ von Vox erstmals in Spanien gesetzlich verankert.
Das valencianische Parlament hat am Mittwoch den Regionalhaushalt 2026 verabschiedet, Präsident Juanfran Pérez Llorca seinen ersten Haushaltssieg beschert und Vox‘ „prioridad nacional“ (nationale Priorität) erstmals in einer spanischen Autonomen Gemeinschaft gesetzlich verankert. Der Ausgabenplan in Höhe von 33.305 Millionen Euro wurde mit den Stimmen von PP und Vox angenommen, während die Opposition PSPV und Compromís dagegen stimmten.
Ein verspäteter Haushalt mit politischer Bedeutung
Der Haushalt kommt mehr als sechs Monate nach seinem eigentlichen Inkrafttreten und nur fünf Monate vor Jahresende – so spät wie noch nie in der Geschichte Valencias. Llorca, der Nachfolger von Carlos Mazón, sicherte sich die Einigung, nachdem er nahezu alle über 100 Änderungsanträge von Vox akzeptiert hatte. Die PP lehnte nur einen Vox-Antrag ab: eine Kürzung von knapp einer Million Euro für die Acadèmia Valenciana de la Llengua. Die 5.065 Änderungsanträge der Linken wurden allesamt abgewiesen. Llorca stellte die Verabschiedung als Stabilitätsbeweis dar und stellte sie der dreijährigen Haushaltslosigkeit der spanischen Regierung gegenüber.
Die PP beugt sich niemandem, sie führt Dialog und sucht Konsens.
Die Klausel zur „nationalen Priorität“
Auf Drängen von Vox enthält das Haushaltsgesetz nun das Prinzip der „prioridad nacional“ im Wohnungs- und Sozialhilfebereich. Der Text besagt, dass öffentliche Mittel bevorzugt denjenigen zugewiesen werden sollen, die „echte, dauerhafte und nachweisbare Wurzeln“ in der Valencianischen Gemeinschaft haben, wobei Kriterien wie die historische Registrierung herangezogen werden. Der Begriff taucht in Dutzenden von Änderungsanträgen auf, die Mietbeihilfen, Nothilfe, Unterstützung für Mütter und sogar Obdachlosenprogramme betreffen. Llorca betonte, dass es bei dem Konzept um „arraigo“ (Verwurzelung) gehe und dass nicht nach Hautfarbe oder Nationalität unterschieden werde.
Dieser Haushalt wird niemals nach der Hautfarbe unterscheiden, das würde kein Führer der Volkspartei tolerieren.
Oppositionsführer verurteilten die Maßnahme. Die PSPV-Generalsekretärin Diana Morant nannte sie „Apartheid im Haushaltsgesetz“, während der sozialistische Sprecher José Muñoz sie als „rassistisch“ bezeichnete. Auch Compromís stimmte gegen die Rechnung und argumentierte, die PP habe sich der extremen Rechten ergeben.
Wohin das Geld fließt
Der Haushalt wächst im Vergleich zu 2025 um 3,1 %, die realen Ausgaben steigen um 845 Millionen Euro. Die Bildung erhält 7.749 Millionen Euro, ein Plus von 430 Millionen Euro, während die Gesundheitsausgaben erstmals die Marke von 9.400 Millionen Euro überschreiten, was 36 % der Gesamtausgaben entspricht. Die Sozialausgaben steigen um 144 Millionen Euro auf 2.732 Millionen Euro. Llorca betonte, dass 80 % der Mittel in Bildung, Gesundheit und Sozialpolitik fließen.
- Bildung
- 7749 Mio. €
- Gesundheit
- 9400 Mio. €
- Soziales
- 2732 Mio. €
- Realer Gesamtanstieg
- 845 Mio. €
- Bildung
- 430 Mio. €
- Soziales
- 144 Mio. €
Ein Vorbild für die nationale Politik?
Der valencianische Haushalt gilt als Testfall für einen möglichen PP-Vox-Pakt auf nationaler Ebene. Alberto Núñez Feijóo, der nationale PP-Vorsitzende, habe sich nicht in die Verhandlungen eingemischt, so Llorca, und habe „absolute Ruhe“ vermittelt, als er sah, dass eine ernsthafte Regierung Stabilität erreicht. Der Haushalt sichert auch den Rest der Legislaturperiode ab, da weder PP noch Vox beabsichtigen, vor den Wahlen einen Haushalt für 2027 auszuhandeln. Llorcas eigene Kandidatur für 2027 bleibt unbestätigt, aber er sagte, sie mache ihm keine Sorgen.
Das raubt mir nicht den Schlaf, ich widme mich der Mission, die man mir anvertraut hat.
Die Verabschiedung ist das zweite Mal, dass Valencia bei der PP-Vox-Zusammenarbeit eine Vorreiterrolle spielt, nachdem Llorca 2023 den Investiturpakt für Mazón ausgehandelt hatte. Mit der nun gesetzlich verankerten „prioridad nacional“ setzt die Region einen Präzedenzfall, von dem die Linke warnt, er könne sich ausbreiten.


