
USA verweigern Verlängerung des USMCA – zehnjähriges Auslaufen des nordamerikanischen Handelsabkommens eingeleitet
Die Vereinigten Staaten haben am 1. Juli die Verlängerung des USMCA-Handelsabkommens abgelehnt und damit einen zehnjährigen Auslaufprozess in Gang gesetzt, der die nordamerikanische Wirtschaftsordnung bis 2036 unter jährliche Überprüfung stellt.
USA lehnen Verlängerung des Handelspakts ab
Am 1. Juli lehnten die Vereinigten Staaten die Verlängerung des US-Mexico-Canada-Abkommens (USMCA) bei dessen erster gemeinsamer Überprüfung ab und aktivierten damit eine Auslaufklausel, die den Pakt bis Juli 2036 auslaufen lässt, falls keine neue Einigung erzielt wird. Statt einer 16-jährigen Verlängerung arbeiten die drei Nationen nun unter jährlichen Überprüfungen, während die Verhandlungen fortgesetzt werden. Eine dritte Runde bilateraler Gespräche mit Mexiko ist für die Woche ab dem 20. Juli geplant.
Trumps Unmut
Das Weiße Haus hat seit langem Unzufriedenheit mit dem Pakt geäußert, der ursprünglich während Trumps erster Amtszeit im Jahr 2020 zur Ablösung des NAFTA unterzeichnet wurde. Im Januar bezeichnete Trump das Abkommen als „irrelevant“ und sagte: „Ich weiß nicht, ob ich es verlängern werde.“ Ein hochrangiger US-Vertreter nannte chronische Handelsdefizite und ungleichen Marktzugang als Hauptbedenken und verwies auf Spannungen im Milchsektor und anderen Bereichen.
- Das USMCA tritt in Kraft und ersetzt das NAFTA.
- Frist für die erste gemeinsame Überprüfung; USA lehnen Verlängerung in der aktuellen Form ab und aktivieren Auslaufklausel.
- Dritte Runde bilateraler US-mexikanischer Verhandlungen geplant.
- USMCA läuft aus, falls keine neue Einigung erzielt wird.
Mexiko stemmt sich dagegen
Mexikos Reaktion mischte Besorgnis mit offiziellem Optimismus. Der Verband der mexikanischen Automobilindustrie (AMIA) bedauerte die Entscheidung, und Banamex warnte, dass die Unsicherheit weiterhin private Investitionen einschränken werde. Präsidentin Claudia Sheinbaum sagte jedoch gegenüber Reportern, es sei „nicht so, dass der Vertrag heute endet, bei weitem nicht.“ Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard fügte hinzu, dass der Vertrag bei einer Einigung der drei Seiten noch um weitere 16 Jahre verlängert werden könnte.
Iran-Krieg dämpft Konfrontation
Die BBC merkte an, dass der anhaltende Konflikt mit Iran die Aufmerksamkeit Washingtons absorbiert und einen Großteil der politischen Hitzigkeit genommen habe, die um die USMCA-Verlängerung erwartet worden war. Angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen und der Notwendigkeit der USA, mit Kanada und Mexiko bei der China-Strategie zusammenzuarbeiten, blieb der Ton gedämpft. Der ehemalige mexikanische Botschafter Arturo Sarukhan nannte die Entscheidung „ein enormes Eigentor“ und verwies auf die gemeinsame Ausrichtung der drei Nationen bei der noch laufenden FIFA-Weltmeisterschaft 2026.
Investitionen und Handel auf dem Spiel
Bloomberg berichtete, dass Mexikos Angebot an Investoren – „hier bauen, in die USA verkaufen“ – nun weitaus unsicherer sei, was eine bereits in der Rezession befindliche exportorientierte Wirtschaft bedrohe. Auch die US-Automobilindustrie könnte Opfer werden, wenn der Handel stärker politisch gesteuert wird. Unterdessen zeigten Handelsdaten des US-Handelsministeriums, die von Courrier International zitiert wurden, dass die US-Exporte nach Mexiko in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 im Jahresvergleich um 14,9 % auf 128,6 Milliarden US-Dollar stiegen, das bilaterale Handelsdefizit jedoch immer noch 60,1 Milliarden US-Dollar betrug.

