
US-Handelsminister Lutnick rät Apple von chinesischen Speicherchips ab, aber die Regeln bieten keine Durchsetzungsmöglichkeit
Handelsminister Howard Lutnick sagte am 14. August dem Wall Street Journal, dass die Trump-Administration gegen Apples Kauf von Speicherchips der chinesischen Firmen CXMT und YMTC sei, die aktuellen US-Exportregeln ihm jedoch kein rechtliches Mittel geben, um den Kauf von Standardkomponenten zu blockieren.
Lutnicks Warnung an Apple
US-Handelsminister Howard Lutnick sagte dem Wall Street Journal am 14. August, dass die Trump-Administration gegen Apples Kauf von Speicherchips chinesischer Hersteller sei. Lutnick, der eine Apple-Produktionsstätte in Houston besucht hatte, sagte, die Botschaft sei Apple direkt übermittelt worden. Als das Journal fragte, ob er den Einwand selbst gegenüber Apple vorgebracht habe, antwortete er mit einem Wort: „Eindeutig.“
Im Zentrum des Streits stehen zwei chinesische Hersteller: CXMT und Yangtze Memory Technologies (YMTC). Laut Quellen aus dem Apple-Umfeld testet das Unternehmen Speicherchips beider Firmen für eine mögliche Integration in Apple-Geräte, die in China verkauft werden. Lutnick sagte, es müsse andere Lösungen für den Speicherengpass geben.
Die Trump-Administration ist nicht dafür.
Die regulatorische Lücke
Trotz Lutnicks entschiedener Haltung bieten die derzeit geltenden Regeln dem Handelsministerium keinen Mechanismus, um das zu blockieren, was Apple tun will. YMTC steht auf der Entity List des Handelsministeriums, CXMT nicht. Das Pentagon hat beide als chinesische Militärunternehmen eingestuft, doch diese Einstufung drückt Besorgnis aus, ohne einen kommerziellen Einkauf zu verbieten.
US-Vorschriften verlangen von amerikanischen Unternehmen, vor der Weitergabe von Produktdetails und Spezifikationen an CXMT und YMTC eine staatliche Genehmigung einzuholen – ein unverzichtbarer Schritt, wenn die chinesischen Hersteller maßgeschneiderte Chips für das iPhone produzieren sollten. Apple kann jedoch Standard-Speicher von beiden Firmen kaufen und den Preis aushandeln, weil keine derzeitige Regelung dies unterbindet. Der Einwand aus Washington ist politischer, nicht rechtlicher Natur.
- Apple bittet das Handelsministerium um Zusicherung, dass CXMT nicht in die Entity List aufgenommen wird
- Lutnick besucht eine Apple-Produktionsstätte in Houston
- Lutnick teilt dem Wall Street Journal mit, dass die Administration gegen Apples Kauf chinesischer Speicherchips ist
Apples Antwort
Apples Chief Operating Officer Sabih Khan lehnte es ab zu bestätigen, dass Apple chinesische Speicherchips teste. Er sagte dem Journal, dass das Ausmaß der weltweiten Chipknappheit das Unternehmen zwinge, alle Optionen zu prüfen, einschließlich der Aufforderung an bestehende Lieferanten, die US-Produktion auszuweiten.
Wir müssen alle Optionen prüfen.
Khan merkte dann an, dass Apple zwar viele Komponenten im iPhone individualisiere, es für Speicher aber „nicht viel Individualisierung“ gebe, und spielte damit auf die Möglichkeit an, handelsübliche chinesische Speicherchips zu verwenden, die keine gemeinsamen Designdaten erfordern. Dieser Unterschied ist entscheidend: Für Standardkomponenten sind keine Designdaten erforderlich, daher ist keine Lizenz nötig, und es gibt keinen Moment, in dem das Handelsministerium eingreifen könnte. Was Lutnick hat, ist eine starke Meinung und eine öffentliche Plattform; was er nicht hat, ist bei den derzeitigen Regeln ein Durchsetzungsmechanismus.
Hintergrund und weiterer Druck
Apple wandte sich zu Beginn des Sommers 2026 an das Handelsministerium, um die Zusicherung zu erhalten, dass CXMT nicht in die Entity List aufgenommen werde. Diese Anfrage wurde nun öffentlich beantwortet, und die Antwort lautet Nein, auch wenn sie als Präferenz und nicht als Regel daherkam. Der Druck auf Apples Lieferkette folgt auf eine sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Mikroprozessoren für KI-Rechenzentren, die die Chip-Preise stark in die Höhe getrieben hat.
Laut früheren Berichten des Wall Street Journal verwenden die Laptop-Hersteller HP und Acer bereits CXMT-Speicherchips in Geräten, die außerhalb der USA verkauft werden. Donald Trump drängt auf eine Konsolidierung der heimischen Halbleiterproduktion und stellt Unternehmen wie Intel in den Mittelpunkt seines strategischen Plans.


