
USA verhängen Sanktionen gegen neun kubanische Staatsunternehmen und drei Führungskräfte des Freundschaftsinstituts
Das US-Finanzministerium und das Außenministerium haben am 20. August 2026 neun kubanische Staatsunternehmen und drei Führungskräfte des Kubanischen Instituts für die Freundschaft mit den Völkern (ICAP) auf die Sanktionsliste gesetzt und damit die Beschränkungen im Bau-, Bergbau- und Außenhandelssektor ausgeweitet.
Sanktionen gegen die ICAP-Führung
Am 20. August 2026 kündigten das US-Finanzministerium und das Außenministerium Sanktionen gegen drei Führungskräfte des Kubanischen Instituts für die Freundschaft mit den Völkern (ICAP) an. Die Maßnahmen des Office of Foreign Assets Control (OFAC) bestrafen den ICAP-Präsidenten Fernando González Llort, die Erste Vizepräsidentin Noemí Ramona Rabaza Fernández und den Direktor für Nordamerika Leima Martínez Freire. González Llort, Abgeordneter in Kubas Nationalversammlung, saß bereits 15 Jahre in einem US-Bundesgefängnis wegen Spionage als Teil des Wasp Network.
Außenminister Marco Rubio beschuldigte das Institut, in den USA ein subversives Netzwerk zu betreiben, das als Bildungs- und Kulturaustausch getarnt sei. Rubio erklärte, Havanna versuche, den 100. Geburtstag von Fidel Castro zu nutzen, um ausländische Sympathisanten nach Kuba zu bringen, die dort Regierungsvertreter treffen sollten.
Die heutigen Benennungen machen deutlich, dass die Trump-Administration die Bemühungen des kubanischen Regimes, seine Unterdrückung zu finanzieren oder seinen jahrzehntelangen Feldzug subversiver anti-amerikanischer Aktivitäten fortzusetzen, nicht tolerieren wird.
Staatsbetriebe und Handelsfirmen auf die schwarze Liste gesetzt
Neben den drei ICAP-Funktionären setzte das Finanzministerium neun kubanische Staatsunternehmen auf seine Sanktionsliste. Die Benennungen betreffen Industriesektoren, darunter Kubas Bauministerium sowie vier Mineral- und Metallurgieunternehmen: Acinox Comercial, Geominsal, Metalcuba und Empresa de Níquel Comandante Ernesto Che Guevara. Kuba verfügt über bedeutende Nickel- und Kobaltvorkommen.
- Bergbau und Hüttenwesen
- 4 Einrichtungen
- Außenhandel (GECOMEX)
- 3 Einrichtungen
- Bauministerium
- 1 Einrichtungen
- Arbeitsvermittlung
- 1 Einrichtungen
Die Sanktionen verbieten auch Transaktionen mit der Agencia de Contratación a Representaciones Comerciales SA, einem Unternehmen, das kubanische Arbeitskräfte an ausländische Firmen vermittelt. US-Beamte erklärten, die Agentur behalte mehr als 90 % der Löhne ein, die ausländische Arbeitgeber an kubanische Mitarbeiter zahlen. Darüber hinaus benennen die Maßnahmen drei Handelsimport- und -exportfirmen, die unter der Außenhandelsgruppe GECOMEX tätig sind: Coratur SA, Transimport und Consumimport.
Zunehmender wirtschaftlicher Druck auf Havanna
Die neuen Maßnahmen folgen einer Executive Order von Präsident Donald Trump im Mai 2026, die die Sanktionen gegen kubanische Regierungsbeamte, Sicherheitspersonal und deren Verbündete ausweitete. Washington hatte ICAP bereits im Juni als Organisation sanktioniert. Auch die Durchsetzungsmaßnahmen an Grenzübergängen wurden verstärkt, darunter die kurzzeitige Festnahme mehrerer amerikanischer Reisender am Flughafen Miami International nach ihrer Rückkehr von Castro-Jubiläumsveranstaltungen in Havanna.
- US-Streitkräfte setzen den venezolanischen Führer Nicolás Maduro ab, was zu einer Ölblockade gegen Kuba führt
- Präsident Donald Trump unterzeichnet eine Executive Order, die die Sanktionen gegen kubanische Beamte ausweitet
- USA verhängen erste organisatorische Sanktionen gegen ICAP
- Finanzministerium benennt neun staatliche Einrichtungen und drei ICAP-Führungskräfte
Die Wirtschaftsmaßnahmen verstärken die Auswirkungen einer amerikanischen Ölblockade, die nach der Militäroperation vom 3. Januar 2026 verhängt wurde, die den venezolanischen Führer Nicolás Maduro absetzte. Venezuela hatte als Kubas Hauptlieferant von subventioniertem Öl gedient, und der Verlust der Lieferungen hat die Energie- und Wirtschaftsengpässe auf der Insel verschärft.
Reaktion der kubanischen Regierung
Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez verurteilte die neuen Strafmaßnahmen und warf Rubio vor, bewusst Produktionsnetzwerke ins Visier zu nehmen, um öffentliche Ressourcen einzuschränken. Rodríguez erklärte, Washington bestrafe weiterhin kubanische Unternehmen, um die Wirtschaft zu schädigen und den Staat daran zu hindern, seinen Bürgern grundlegende Dienstleistungen zu erbringen. Die kubanische Regierung lehnt US-Sanktionen und das seit 1962 bestehende Embargo routinemäßig ab und bezeichnet die Maßnahmen als von ideologischer Feindseligkeit getriebene Strafaktionen. Die kubanische Botschaft reagierte zunächst nicht auf Bitten um Stellungnahme zu den jüngsten Benennungen.


