US-PCE-Inflation verharrt im August bei 3,4 % – Märkte senken Erwartungen an Fed-Zinserhöhung
Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben in den USA ist im August im Jahresvergleich um 3,4 % gestiegen und hat damit den Druck auf die Federal Reserve verringert, da die Finanzmärkte ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung im Oktober zurückgeschraubt haben.
Inflationsdaten und Zinserwartungen
Das US-Handelsministerium meldete am Mittwoch, dass der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) im August 2026 im Jahresvergleich um 3,4 % gestiegen ist. Der Wert lag unter der Prognose von 3,7 %, die von Reuters befragte Ökonomen erwartet hatten, gestützt durch jährliche statistische Revisionen, mit denen die Juni- und Juli-Werte auf 3,5 % und 3,4 % nach unten korrigiert wurden. Die Kern-PCE-Inflation, die volatile Nahrungsmittel- und Energiekomponenten ausschließt, kühlte sich von 3,3 % im Juli auf 3,0 % ab. Die Verlangsamung dämpfte die Erwartungen an eine weitere geldpolitische Straffung durch die Federal Reserve, die ihren Leitzins Mitte September auf eine Spanne von 3,75 % bis 4,00 % angehoben hatte. Die vom CME-FedWatch-Tool beobachteten Finanzmärkte senkten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Oktober auf rund 37 %, nach 51 % einen Tag zuvor. Der Präsident der Federal Reserve Bank of New York, John Williams, deutete an, dass sich die Notenbank zusätzliche Zeit nehmen könnte, bevor sie über eine weitere Zinserhöhung entscheidet.
- 2026-06
- 3.5 %
- 2026-07
- 3.4 %
- 2026-08
- 3.4 %
Uneinheitlicher Handelsabschluss an den Aktienmärkten
Der Handel an der Wall Street endete nach der am Morgen veröffentlichten Inflationszahl mit uneinheitlichen Ergebnissen bei den wichtigsten Indizes. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0,9 % auf 50.906 Punkte, der S&P 500 verlor 0,3 % auf 7.651 Punkte. Dagegen legte der technologieorientierte Nasdaq Composite um 0,2 % auf 26.861 Punkte zu, gestützt auf die Stärke von Unternehmen aus dem Bereich KI-Hardware und -Infrastruktur. Im dritten Quartal 2026 verbuchte der Dow ein Minus von 2,7 %, während der S&P 500 um 2,0 % und der Nasdaq um 2,5 % zulegten. Die europäischen Aktienmärkte gaben im Handelsverlauf nach; der deutsche DAX fiel um 0,8 % auf 25.199 Punkte, nachdem die Verbraucherpreisdaten für September eine Jahresteuerung von 3,3 % in Deutschland und 4,1 % in Italien zeigten.
- Dow Jones
- -2.7 %
- S&P 500
- 2 %
- Nasdaq
- 2.5 %
Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarktdaten
Die am Mittwoch veröffentlichten breiteren makroökonomischen Daten deuteten auf eine anhaltende Dynamik der realen US-Wirtschaft hin. Laut dem ADP-Beschäftigungsbericht stieg die Beschäftigung im privaten Sektor im September um 90.000 Stellen und übertraf damit die Konsensschätzung von 70.000 sowie einen nach oben korrigierten Zuwachs von 36.000 im August. Die Industrieaktivität im Mittleren Westen expandierte kräftig: Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex sprang im September auf 58,8 Punkte von 47,1 im Vormonat. Das annualisierte BIP-Wachstum des zweiten Quartals wurde ebenfalls auf 2,2 % nach oben revidiert, gestützt auf den privaten Konsum und Investitionen in KI-Infrastruktur. Anthony Saglimbene, Chefmarktstratege bei Ameriprise Financial, beschrieb, wie die Marktteilnehmer verfolgen, ob die Unternehmensgewinne dem erhöhten Zinsumfeld standhalten können.
Dann würden Sie eine sehr schnelle negative Reaktion des Marktes sehen.
Energiedruck auf die Renditen von Staatsanleihen
Trotz der am Morgen schwächeren Inflationszahlen übten die Energiekosten am späten Handelstag Aufwärtsdruck auf die Renditen von Staatsanleihen aus. Die Futures auf Nordsee-Brent-Rohöl stiegen um mehr als 1 % auf fast 104 US-Dollar je Barrel für die Lieferung im November, und US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 0,5 % auf etwa 90 US-Dollar je Barrel – Grund ist der anhaltende Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Diese erhöhten Kraftstoff- und Dieselpreise ließen die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen auf 5,62 % steigen, ein Niveau, das zuletzt 2002 verzeichnet worden war. Die Renditen der richtungweisenden zehn- und zweijährigen Staatsanleihen kletterten nach einem anfänglichen Rückgang ebenfalls wieder in Richtung ihrer jüngsten Höchststände. Der Fokus des Marktes richtet sich nun auf Äußerungen von sechs Vertretern der Federal Reserve im weiteren Wochenverlauf sowie auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht, der für Freitag angesetzt ist.

