- Anruf von HerzogHerzog ruft Levine an und entschuldigt sich
- Beitrag des belgischen MinistersMaxime Prevot verurteilt den Angriff und fordert EU-Sanktionen
- Beitrag des US-BotschaftersMike Huckabee fordert Israel auf, die Angreifer strafrechtlich zu verfolgen
Konvoi in Taybeh angegriffen
Am Samstag, dem 17. Oktober, umringten maskierte Siedler während der Olivenernte einen Konvoi von Diplomaten aus Frankreich, Belgien und Polen in Taybeh, einem Dorf östlich von Ramallah im besetzten Westjordanland. Army Radio berichtete unter Berufung auf lokale Zeugen, sieben maskierte Siedler hätten ein Fahrzeug umkreist, Ausweisdokumente verlangt und eine Scheibe eines Wagens des belgischen Konsulats eingeschlagen. Von der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA zitierte Quellen erklärten, die Angreifer hätten Schlagstöcke getragen; in online geteilten Videos ist zu sehen, wie ein Diplomat zu Boden geworfen wird. Bei dem betroffenen französischen Bürgermeister handelt es sich um Bernand Baudoux, einen 78-jährigen linken Bürgermeister aus Nordfrankreich, der in einem von einem der Diplomaten geteilten Video neben einem Auto liegt. Zwei Diplomaten und ein lokaler Zeuge bestätigten seine Identität gegenüber AFP, und ein Diplomat sagte, sein Leben sei nicht in Gefahr gewesen.
Fotografin bei Siedlergewalt verletzt
Heidi Levine, eine Fotografin der Washington Post, dokumentierte die palästinensische Olivenernte, als sie von Siedlern angegriffen wurde. Ihre Tochter sagte der Associated Press, ein Finger an Levines linker Hand sei fast vollständig abgetrennt worden, eine tiefe Schnittwunde reiche bis auf den Knochen und habe eine Sehne freigelegt, und der Finger habe operiert werden müssen. Die Tochter sagte zudem, Levine habe eine Rippenfraktur, Frakturen mehrerer Wirbel und zahlreiche Schnittwunden am ganzen Körper erlitten. Am 17. Oktober veröffentlichte Berichte besagten, Siedler hätten am Vortag mehrere palästinensische Dörfer angegriffen, Autos und Bäume in Brand gesetzt und Bewohner geschlagen, darunter Levine.
Reaktion aus Israel
Der israelische Präsident Isaac Herzog rief Levine nach Angaben seines Büros an und entschuldigte sich; das Verhalten der Angreifer repräsentiere weder israelische Bürger noch die Werte des Landes. Er drängte Sicherheitskräfte und Strafverfolgungsbehörden, gründlich zu ermitteln, die Verantwortlichen zu identifizieren und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Die israelische Armee verurteilte die Tat als schwere Gewalttat und erklärte, der Besuch des Konsulats sei nicht mit ihr abgestimmt gewesen; eine solche Abstimmung sei unerlässlich, um Vorfälle dieser Art zu verhindern. Eine erste Prüfung ergab, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Soldaten am Ort befanden; die Armee kündigte an, alle Umstände zu untersuchen. Die israelische Polizei leitete nach Erhalt von Filmmaterial Ermittlungen ein und informierte das Außenministerium, damit dieses die Opfer ausfindig machen, ihre Aussagen aufnehmen und Verdächtige identifizieren könne.
Reaktionen aus Washington und Brüssel
Außenminister Marco Rubio sagte bei einem Auftritt auf der Joint Base Andrews bei Washington, die Bilder beunruhigten Washington zutiefst, und drängte Israel, entschieden gegen die Gewalt vorzugehen. Der US-Botschafter Mike Huckabee schrieb auf X, der Angriff auf eine Fotografin sei ein verabscheuungswürdiger Akt des Terrorismus durch maskierte Feiglinge, und forderte, die Angreifer strafrechtlich zu verfolgen und inhaftieren. Belgiens Außenminister Maxime Prevot verurteilte den Angriff scharf und erklärte, Belgien werde weiter darauf drängen, dass die EU die Verantwortlichen und ihre Unterstützer sanktioniert. Prevot brachte die Gewalt zudem mit der israelischen Siedlungspolitik in Verbindung, die er als illegal bezeichnete, und sagte, die Straflosigkeit für Siedler müsse enden. Die Quellen berichten bislang von keinen Festnahmen oder Anklagen.