
USA unterzeichnen Abkommen zum Bau einer ständigen Botschaft in Jerusalem – Trump-Anerkennung gefestigt
Die Vereinigten Staaten haben am Mittwoch ein Abkommen zur Errichtung eines ständigen Botschaftskomplexes in Jerusalem unterzeichnet – ein Schritt, den Israel als Beweis für das „unzerbrechliche Bündnis“ zwischen beiden Ländern feierte.
Ein lang versprochenes Projekt
Die USA operieren seit der Verlegung der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem unter Präsident Trump während seiner ersten Amtszeit von provisorischen diplomatischen Räumlichkeiten aus. Am Mittwoch machte diese Zwischenlösung einen Schritt in Richtung Dauerhaftigkeit. Botschafter Mike Huckabee und Außenminister Gideon Sa’ar unterzeichneten ein Abkommen zur Errichtung eines neuen Botschaftskomplexes auf dem Allenby-Gelände im Süden Jerusalems, womit die zuvor über die Stadt verstreuten Dienste zusammengelegt werden.
Die Vereinigten Staaten erkennen Jerusalem nicht nur als die ewige, angestammte und für immerwährende Hauptstadt des jüdischen Volkes an, sondern sagen auch: Wir werden in dieser Frage handeln.
Präsident Trumps historische Entscheidung von 2017, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, hat die Dinge wieder ins Lot gebracht.
Göttlicher Auftrag und politische Strömungen
Huckabee, ein evangelikaler Pastor, stellte das Projekt in theologische Begriffe. Bei der Unterzeichnungszeremonie im israelischen Außenministerium erklärte er, Gott habe die Entscheidung bereits vor 3.800 Jahren getroffen, und die USA holten lediglich auf. Er betonte auch die strategische Bedeutung Israels für die amerikanischen Interessen in der Region. Trump, der aus Washington sprach, bezeichnete die parallelen Doha-Verhandlungen mit dem Iran als „sehr gut“, obwohl israelische Vertreter diesen Gesprächen mit Skepsis gegenüberstanden.
Rechtliche und humanitäre Kritik
Die israelische Menschenrechtsorganisation Adalah verurteilte den Schritt umgehend und erklärte, das Allenby-Gelände befinde sich auf Land, das den Palästinensern nach dem diskriminierenden „Absentee Property Law“ von 1950 enteignet worden sei. Adalah hatte zuvor rechtliche Einwände gegen die Nutzung des Geländes erhoben und argumentiert, dass dadurch historisches Unrecht fortgeschrieben werde.
Der Botschaftsbau zementiert bewusst ein tiefgreifendes historisches Unrecht.
Geopolitische Reibungspunkte
Das Botschaftsabkommen kommt in einer Zeit diplomatischer Spannungen. Während die USA in Doha indirekte Gespräche mit dem Iran führen, die auf eine Zementierung des Waffenstillstands vom Juni abzielen, bleibt Israel dem Prozess gegenüber misstrauisch. Zudem haben Medienberichte auf Spannungen zwischen Trump und Premierminister Benjamin Netanjahu über die Führung der gemeinsamen Militäroffensive gegen den Iran hingewiesen, die am 28. Februar begann. Die Unterzeichnung der Botschaft dient somit als Bekräftigung des Bündnisses, während die beiden Verbündeten unterschiedliche Prioritäten verfolgen.


