
Uruguay-Spieler revoltieren gegen Trainer Bielsa, Spanien führt 1:0; Kap Verde hält Saudi-Arabien 0:0
Spanien führt in einem zerfahrenen Finale der Gruppe H zur Halbzeit mit 1:0 gegen Uruguay, überschattet von einer offenen Revolte der uruguayischen Spieler gegen Trainer Marcelo Bielsa. Kap Verde bleibt torlos gegen Saudi-Arabien, steht aber kurz vor einem historischen Achtelfinal-Einzug.
Spieler-Revolte erschüttert Uruguay
Uruguay ging in sein Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Spanien mit einer Kabine in offener Rebellion. Laut uruguayischen Medien führte Kapitän und Real-Madrid-Mittelfeldspieler Federico Valverde eine Gruppe von Spielern an, die von Bielsa forderten, seine berüchtigt intensiven Trainingseinheiten zu lockern und sein Pressing-Spiel zugunsten einer defensiveren Kontertaktik aufzugeben. Bielsa, mit Spitznamen El Loco, reagierte, indem er Stürmer Darwin Núñez in die Startelf zurückbrachte, aber auch die deutliche Entscheidung traf, Valverde während des Spiels auszuwechseln. Der Mittelfeldspieler verließ nur widerwillig das Feld und weigerte sich, seinen Trainer anzuerkennen. Die Anspannung war von Beginn an spürbar; später kassierten Uruguays Guillermo Varela und Sanabria in einer ruppigen ersten Halbzeit beide Gelbe Karten, und Stürmer Agustín Canobbio forderte den amerikanischen Schiedsrichter Ismail Elfath theatralisch auf, Spaniens Torschützen Álex Baena zu verwarnen, was dieser auch tat.
Spanien geht mit einer mühsamen Führung in die Pause
Spanien, das noch nicht rechnerisch sicher an der Tabellenspitze steht, begann schlampig. Torhüter Unai Simón unterlief früh ein Patzer, und der sonst so sichere Rodri schenkte Darwin Núñez eine Chance, die der Stürmer mit einer schwachen Flanke vergab. Dennoch fiel die Führung auf bizarre Weise. Uruguays Torhüter Fernando Muslera, der sein fünftes WM-Spiel bestritt, verschätzte sich völlig bei einem aufspringenden Schuss von Baena und sah zu, wie der Ball ins Netz trudelte. Das Tor fiel in einem chaotischen Moment: Uruguays Mittelfeldspieler Manuel Ugarte war gerade mit einer schweren Knieverletzung vom Platz getragen worden, sodass beide Teams vorübergehend in Unterzahl spielten – auch Spaniens Mikel Oyarzabal war zur Behandlung vom Feld. Bielsa zeigte keine Gnade und ersetzte Muslera in der Pause durch den ehemaligen AZ-Alkmaar-Keeper Sergio Rochet.
Ugarte-Verletzung verschlimmert die Misere
Ugartes Abtransport auf einer Trage war ein schwerer Schlag für Uruguay, das bereits das Vertrauen seines Kapitäns verloren hatte. Der Mittelfeldspieler von Flamengo wurde durch Nicolás de la Cruz ersetzt. Vor dem Tor hatte Uruguay durch einen heftigen Schuss von Rodrigo Bentancur, der knapp über die Latte flog, gedroht, doch die Verletzung und der darauffolgende defensive Aussetzer erwiesen sich als entscheidend. Spanien hatte trotz Ballbesitz und Lamine Yamals Startelf-Einsatz an der Seite von Mikel Merino und Baena bis zum Geschenk kaum etwas zustande gebracht.
Kap Verde vor historischem Erfolg
In Houston gingen Kap Verde und Saudi-Arabien mit einem 0:0-Unentschieden in die Halbzeit. Die afrikanischen WM-Neulinge, die bereits gegen Spanien und Uruguay unentschieden gespielt hatten, waren die bessere Mannschaft. Weitschüsse von Jamiro Monteiro und Kevin Pina, der gegen Uruguay getroffen hatte, zwangen die Saudis in die Defensive. Saudi-Arabien verlor Innenverteidiger Hassan Al Tambakti verletzungsbedingt, ersetzt durch Ali Lajami, während Kap Verde auf den Siegtreffer drängte. Ein Unentschieden würde Kap Verde als Gruppenzweiten ins Achtelfinale bringen, falls Spanien Uruguay schlägt – und ein Duell mit Lionel Messis Argentinien bescheren. Auf der Bank Kap Verdes gab es eine bemerkenswerte Anwesenheit: die Mutter von Torhüter Vozinha, deren Reise durch Crowdfunding finanziert worden war, nachdem ihr Sohn preisgegeben hatte, dass sie sich die Reise nicht leisten konnte. Vozinhas Instagram-Followerzahl ist daraufhin von 50.000 auf über 17 Millionen explodiert.
Zwischenfazit zur Halbzeit
Die Halbzeitpfiffe in Houston und Guadalajara unterbrachen zwei sehr unterschiedliche Geschichten. Spanien führt gegen Uruguay mit 1:0, ein Ergebnis, das die Südamerikaner ausschalten und Kap Verde als Gruppenzweiten ins Achtelfinale bringen würde. Das 0:0-Unentschieden Kap Verdes gegen Saudi-Arabien lässt alles offen; ein saudischer Sieg würde die Neulinge ausschalten, während ein Tor Kap Verdes den Einzug sichern würde. Beide Begegnungen bleiben nach 45 Minuten auf des Messers Schneide.


