
Netflix‘ ‚Little House on the Prairie‘-Neuauflage feiert Premiere mit einem schonungsloseren, historisch bewussteren Blick auf die Ingalls-Saga
Netflix‘ neue ‚Little House on the Prairie‘-Adaption feierte am Donnerstag Premiere und bietet eine komplexere, weniger sentimentale Darstellung des Pionierlebens, die die Perspektive der Osage Nation einbezieht.
Ein Klassiker neu interpretiert
Netflix‘ achtteilige Adaption von "Little House on the Prairie", kreiert von Rebecca Sonnenshine, feierte am Donnerstag Premiere. Die Serie folgt Charles und Caroline Ingalls (Luke Bracey und Crosby Fitzgerald) und ihren Töchtern Mary und Laura (Skywalker Hughes und Alice Halsey) auf ihrer fast 800 Meilen langen Reise von Wisconsin nach Independence, Kansas, im späten 19. Jahrhundert. Anders als die beliebte NBC-Serie von 1974 stützt sich diese Version direkter auf Laura Ingalls Wilders halbautobiografische Bücher und zielt auf einen weniger sentimentalen, erwachseneren Ton ab. Frühe Episoden zeigen die physischen Gefahren des Grenzlandreisens, darunter eine lebensbedrohliche Flussüberquerung, und den Kampf der Familie, mit wenigen Mitteln ein Zuhause zu bauen.
Kulturelle Aufarbeitung
Die Neuauflage kommt inmitten jahrelanger Debatten über Wilders Vermächtnis. 2018 wurde ihr Name von einem Kinderliteraturpreis gestrichen, wegen der Darstellung indigener Figuren als "Wilde", und ihre Bücher gehörten zu denen, die nach dem Mord an George Floyd 2020 auf rassistische Stereotype hin überprüft wurden. Die neue Serie geht direkt auf diese Geschichte ein, indem sie die Osage Nation zu einem zentralen Bestandteil der Handlung macht. Sonnenshine sagte der AP, dass die ursprünglichen Siedler oft "die Politik des Landbesitzes oder diese geschlossenen Verträge oder diese Reservate nicht verstanden", und die Serie erkundet Charles Ingalls‘ allmähliches Erwachen zu dieser Realität.
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Repräsentation auf dem Bildschirm
Laura schließt Freundschaft mit einem Osage-Mädchen, und Charles entwickelt gegenseitigen Respekt mit dem Patriarchen der Osage-Familie. Sonnenshine sagte, die Serie handele davon, "Menschen kennenzulernen, die nicht wie du sind, alle Arten von verschiedenen Menschen, denn sobald du Menschen kennenlernst, ist das der Ort, an dem all die Veränderung geschieht." Die Serie verleiht Caroline Ingalls auch mehr Tiefe, indem sie ihre Psychologie und die Grenzen erforscht, die Frauen in einer patriarchalischen Grenzlandgesellschaft gesetzt werden. Kritiker merken an, dass die Serie zwar die Wärme des Originals bewahrt, aber klarer über die Gewalt, den Alkoholismus und die Vorurteile spricht, die das Pionierleben prägten.
Kritikerstimmen
Die Kritiken sind überwiegend positiv: Variety bezeichnet es als eine "charmante Neuerfindung" und die New York Times beschreibt es als ein heiteres und herzerwärmendes Abenteuer, das erweitert wurde, um die Menschen einzubeziehen, die vor der Familie Ingalls auf der Prärie lebten. Der Rezensent von TechRadar, anfangs skeptisch, fand, dass der "schnörkellose Erzählstil" der Serie die Zuschauer auf "Respekt, Verständnis und die Bereitschaft zu wachsen" umstellt. Einige Kritiker fanden jedoch, dass der Serie das mitreißende Drama des modernen Fernsehens fehlt, und der Telegraph argumentierte, sie könne nicht mit dem "brillanten Original" mithalten. Die französische Presse stellte fest, dass die neue Version "plus âpre, plus adulte" (herber, erwachsener) und weniger humorvoll sei als die Serie von 1974. Executive produziert von Trip Friendly, dem Sohn des ursprünglichen Serienproduzenten Ed Friendly, zielt die Serie darauf ab, das Ausgangsmaterial zu ehren und es gleichzeitig für das zeitgenössische Publikum zu aktualisieren.
- Die Originalserie 'Little House on the Prairie' startet auf NBC mit Michael Landon in der Hauptrolle.
- Laura Ingalls Wilders Name wird wegen rassistischer Stereotype von einem Kinderliteraturpreis gestrichen.
- Wilders Bücher werden im Zuge der Proteste für Rassengerechtigkeit nach dem Mord an George Floyd neu bewertet.
- Netflix‘ neue Adaption startet mit einer inklusiveren Erzählung mit der Osage Nation.


