
Migranten liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, 35 fliehen aus geschlossenem Abschiebezentrum Sintiki in Nordgriechenland
Zehn Personen wurden festgenommen und drei ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem Insassen einen Flügel der geschlossenen Migranteneinrichtung Sintiki nahe Serres zerstört hatten. 35 flohen durch einen aufgeschnittenen Zaun.
Gewaltausbruch im Zentrum Sintiki
Ein gewalttätiger Aufruhr brach am Samstagabend in einem geschlossenen Abschiebezentrum für Migranten in Sintiki nahe der nordgriechischen Stadt Serres aus. Die Auseinandersetzung begann kurz nach 21:00 Uhr, als eine Gruppe von Personen einen internen Sicherheitszaun durchbrach, der das Gelände teilte. Die Insassen griffen daraufhin die diensthabenden Polizeibeamten an, indem sie Steine und verschiedene andere schwere Gegenstände über die Sicherheitsperimeter warfen. Der anfängliche Zusammenstoß eskalierte schnell zu weit verbreiteten Ausschreitungen, die sich über mehr als drei Stunden über das gesamte Gelände erstreckten. Die griechischen Strafverfolgungsbehörden aktivierten sofort Notfallmaßnahmen in den regionalen Kommandos, um die Unruhen einzudämmen und das Personal der Einrichtung zu schützen.
Schwere Zerstörung der Infrastruktur und Fahrzeugschäden
Die Insassen fügten während der Auseinandersetzung den baulichen Anlagen und der Ausrüstung des Abschiebezentrums Sintiki erhebliche physische Schäden zu. Die Ausschreitungen führten zu Schäden an Verwaltungsgebäuden, Wohnquartieren, gemeinsamen Aufenthaltsräumen und internen Einrichtungen. Die Teilnehmer zielten auch auf Sicherheits- und Schutzinfrastruktur ab, indem sie elektronische Überwachungskameras beschädigten und die vor Ort befindliche Feuerlöschausrüstung zerstörten. Auch Dienstfahrzeuge der Polizei und der Einrichtungsbehörden, die auf dem Gelände geparkt waren, wurden während der Unruhen schwer beschädigt. Ein gesamter Flügel des Abschiebezentrums wurde vollständig zerstört, was die Behörden zwang, den betroffenen Bereich zu evakuieren und alle Bewohner dieses Flügels in alternative Unterkünfte innerhalb der Einrichtung zu verlegen.
Notfalleinsatz und Wiederherstellung der Ordnung
Um die Ausschreitungen zu unterdrücken, mobilisierten die griechischen Behörden am Samstagabend erhebliche Notfallkräfte und Sicherheitsverstärkungen für die Einrichtung in Sintiki. Der Einsatz umfasste spezialisierte Bereitschaftspolizeieinheiten aus der nahegelegenen Stadt Thessaloniki sowie lokale Polizeikräfte aus der Regionalabteilung Serres. Auch medizinische Notfallteams und kommunale Feuerwehr- und Rettungskräfte griffen vor Ort ein, um Brände zu kontrollieren, Sicherheitskräfte zu unterstützen und medizinische Notfälle zu behandeln. Die Sicherheitskräfte beendeten die Unruhen nach mehr als drei Stunden operativer Eindämmung. Nach dem Eingreifen nahmen Polizeibeamte zehn Personen fest, die direkt an der Gewalt, der Zerstörung von Eigentum und den Angriffen auf Strafverfolgungsbeamte beteiligt waren.
- Insassen durchbrechen internen Zaun und bewerfen Polizeibeamte mit Steinen
- Bereitschaftspolizei aus Thessaloniki, Feuerwehr und Sanitäter werden eingesetzt, um die dreistündigen Unruhen einzudämmen
- Behörden führen Bestandsaufnahme durch und entdecken 35 Geflohene nach Durchtrennung des Perimeterzauns
Verletzungen, Krankenhausverlegungen und Sicherheitskontrollen
Medizinische Notfallteams leisteten mehreren Personen, die während der stundenlangen Auseinandersetzung auf dem Gelände Verletzungen erlitten hatten, sofortige Hilfe. Sanitäter brachten drei Personen zur Behandlung leichter Verletzungen, die sie bei den Steinwürfen und Sachbeschädigungen erlitten hatten, in ein nahegelegenes Krankenhaus. Nachdem die Ordnung am späten Samstagabend wiederhergestellt war, errichtete die griechische Polizei strenge Sicherheitskordons um die beschädigten Bereiche der Einrichtung. Technische Teams und Notfallpersonal arbeiteten gemeinsam mit den Sicherheitskräften daran, strukturelle Gefahren zu bewerten und die beschädigten elektrischen und brandschutztechnischen Netze zu sichern. Die griechischen Behörden leiteten außerdem eine Untersuchung des genauen Ablaufs der Ereignisse und der für die Angriffe und die Zerstörung des Wohnflügels verantwortlichen Personen ein.
Flucht durch den Zaun, Wiederergreifungen und Bestandsaufnahme in der Asyleinrichtung
Am Sonntagmorgen führten die Verantwortlichen der Einrichtung eine umfassende Bestandsaufnahme aller Insassen durch, um die genaue Anzahl der Personen zu ermitteln, die das Gelände verlassen hatten. Die Inspektoren stellten fest, dass eine Gruppe von Insassen während der Höhepunkte der nächtlichen Ausschreitungen einen Teil des äußeren Perimeterzauns durchtrennt hatte. Die Associated Press berichtete, dass 35 Insassen durch die Lücke im Außenzaun aus dem Gelände fliehen konnten. Die Strafverfolgungsbehörden leiteten regionale Suchaktionen im Gebiet von Serres ein und konnten bis Sonntag etwa die Hälfte der 35 Geflohenen wiederergreifen. Die Einrichtung in Sintiki beherbergt derzeit etwa 450 Personen, die auf die formelle Bearbeitung und rechtliche Entscheidungen über ihre Asylanträge warten.
- Asylbewerber insgesamt in der Einrichtung
- 450 Personen
- Geflohene Insassen
- 35 Personen
- Während der Unruhen Festgenommene
- 10 Personen
- Mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus Eingelieferte
- 3 Personen

