Kurz gefasst
Bei den Demonstrationen am Samstag, 17. Oktober, wurden mehr als 3.000 Geschäfte geplündert und öffentliche Gebäude in Brand gesteckt, darunter das Rathaus von Limoges.
Die Polizei hat mehr als 2.000 Menschen festgenommen, in Paris, Lyon und Marseille gelten die Ausgangssperren in der zweiten Nacht in Folge.
Ein 34-Jähriger, den die französischen Geheimdienste wegen mutmaßlicher Verbindungen zur extremen Linken erfasst hatten, ist laut LaSexta als Hauptverdächtiger festgenommen worden.
Die Rendite französischer Zehnjahresanleihen stieg von 3,2 Prozent im Februar auf 5 Prozent, gegenüber 4 Prozent in Spanien; der Risikoaufschlag gegenüber Deutschland liegt bei nahezu 150 Basispunkten.
Mélenchon wirft der Polizeiführung vor, LFI mit den Ausschreitungen in Verbindung zu bringen, nachdem Mediapart ein Gespräch zwischen Polizeibeamten über die Bewegung veröffentlicht hatte.
- 17.10.Die Demonstrationen am Samstag werden gewalttätig, es kommt zu Plünderungen und Brandstiftungen, darunter am Rathaus von Limoges
- 24.10.Laut El País ist eine große Demonstration geplant
Vom Studentenprotest zur Brandstiftung
Die Demonstrationen, die mit Studierenden begannen, wurden am Samstag, 17. Oktober, gewalttätig. Joan Tapia schreibt, mehr als 700.000 Menschen hätten sich landesweit den Protesten angeschlossen, und er verbindet die Menge mit Studierenden, mit Bürgerinnen und Bürgern, die über die Lebenshaltungskosten erzürnt sind, und mit einer Wiederbelebung der Gelbwesten-Bewegung von 2018 gegen höhere Spritpreise. Plünderungen trafen mehr als 3.000 Geschäfte, und öffentliche Gebäude wurden in Brand gesteckt, darunter das Rathaus von Limoges, einer Stadt mit gut 100.000 Einwohnern rund 400 Kilometer von Paris entfernt. Die Polizei hat mehr als 2.000 Menschen festgenommen, und El País berichtet, die Regierung räume ein, die Kontrolle über die Lage verloren zu haben.
Das Feuer von Limoges und der Verdächtige
Ein 34-Jähriger ist als Hauptverdächtiger im Fall des Feuers festgenommen worden, das das Rathaus von Limoges zerstörte, wie LaSexta berichtet. Die französischen Geheimdienste hatten ihn wegen mutmaßlicher Verbindungen zur extremen Linken erfasst, und er ist vorbestraft. Pedro Rodríguez deutete die Gewalt in seiner Analyse der Krise bei LaSexta als Ausdruck einer polarisierten Politik, die Wohnen, Lebenshaltungskosten und öffentliche Dienste von der Agenda verdrängt.
Schuldzuweisungen und die extreme Linke
Macron hat versprochen, dass diejenigen, die versucht haben, die Republik zu stürzen, dafür zur Rechenschaft gezogen werden – eine Bemerkung, die El País als gegen La France Insumisa (LFI) gerichtet liest, ohne die Partei zu nennen. Le Pen sagte, die sozialen Forderungen seien von der extremen Linken gekapert worden. Mediapart veröffentlichte ein Gespräch, in dem sich ein Polizeifunktionär gegenüber anderen Beamten darüber beschwert, schreiben zu sollen, LFI stecke hinter der Bewegung. Mélenchon warf der Polizeiführung vor, LFI zu belasten, obwohl sie wisse, dass dies unwahr sei. Paul Smith, außerordentlicher Professor für französische Geschichte und Politik an der Universität Nottingham, argumentiert, die extreme Rechte ziehe den größten Nutzen aus der Gewalt, und er trennt politisch motivierte Angriffe auf den Staat von opportunistischer krimineller Plünderung.
Anleihemärkte und öffentliche Finanzen
Joan Tapia beziffert das französische Defizit auf 5,4 Prozent und die Staatsverschuldung auf 119 Prozent. Die Rendite französischer Zehnjahresanleihen stieg von 3,2 Prozent im Februar auf 5 Prozent, verglichen mit 4 Prozent in Spanien. El Confidencial schreibt, der französische Risikoaufschlag gegenüber Deutschland habe zum Jahresbeginn 70 Basispunkte betragen und liege nun bei knapp 150; die französische Inflation habe im September 3,4 Prozent betragen. La Razón beziffert den Spread auf nahezu 150 Basispunkte und nennt rund drei Billionen Euro umlaufender Schulden.
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Daten aus dem Artikeltext
Wie es weitergeht
Die Präsidentschaftswahl steht 2027 an, und Tapia merkt an, dass Le Pen und Mélenchon beide dagegen sind, das Renteneintrittsalter von 63 Jahren anzuheben. Eine Kolumne in La Razón erwartet einen klaren Sieg Le Pens und schreibt, Mélenchon sei ein Platz in der Stichwahl nicht sicher. El País berichtet, für Samstag, 24. Oktober, sei eine große Demonstration geplant, die das Land weiter unter Spannung setzen könnte.