
Deniz Undav trifft spät doppelt: Deutschland schlägt Elfenbeinküste 2:1 und erreicht WM-Achtelfinale
Der eingewechselte Deniz Undav traf zweimal, darunter der späte Siegtreffer, und bescherte Deutschland in Toronto einen 2:1-Sieg über die Elfenbeinküste und den Einzug ins Achtelfinale.
Die Gefahr der Elfenbeinküste bei Kontern
Schon vom Anpfiff an war der Spielplan der Elfenbeinküste klar: Druck absorbieren und Yan Diomandé entfesseln. Der Flügelspieler quälte Deutschlands Kapitän Joshua Kimmich in der gesamten ersten Halbzeit, überwand ihn immer wieder mit Tempo und enger Ballführung. Diomandés Vorstöße über links wurden zum dominierenden Merkmal der Partie, und Deutschlands Versuche, den Ball zu monopolisieren, wurden von einem kompakten afrikanischen Block abgewehrt.
Kai Havertz gab in der 9. Minute eine erste Warnung ab, als er Torhüter Yahia Fofana zu einer starken Parade aus einem Kopfball zwang, doch echte Spielfluss fehlte. Jamal Musiala und Florian Wirtz drifteten ab, ohne eine Verbindung zum Mittelfeld zu finden, und Felix Nmechas Weitschüsse blieben ohne Erfolg. Ein Kopfballtor von Aleksandar Pavlovic wurde wegen eines Fouls an Fofana aberkannt, was Deutschland frustriert zurückließ.
Kessié eröffnet den Torreigen
Nach einer halben Stunde zahlte sich Diomandés Beharrlichkeit aus. Ein weiterer Sprint an Kimmich vorbei brachte ihn bis zur Grundlinie, und seine flache Hereingabe fand Amad Diallo. Nathaniel Brown blockte den ersten Schuss, aber Franck Kessié erlief den Abpraller und donnerte den Ball an Manuel Neuer vorbei. Der 0:1-Rückstand schockte die Deutschen, die vor der Pause gegen einen physisch überlegenen Gegner keine Antwort finden konnten.
Nach dem Wiederanpfiff blieb die Elfenbeinküste gefährlich. Der Teenager-Mittelfeldspieler Inao Oulai, der sich elegant in engen Räumen drehte, hätte die Führung fast verdoppelt, als ein schneller Umschaltmoment mit einem Schuss endete, der über das Tor strich. Deutschland lebte von vereinzelten Momenten, wie einem Weitschuss von Antonio Rüdiger, der die Frustration der Mannschaft von hinten bis vorne widerspiegelte.
Nagelsmann verändert das Spiel
Angesichts des drohenden Ausscheidens aus der Gruppe schickte Bundestrainer Julian Nagelsmann in der 60. Minute Nadiem Amiri und Deniz Undav aufs Feld. Der Wechsel war entscheidend. Acht Minuten später bekam Amiri den Ball nahe der Strafraumgrenze und brachte eine maßgenaue Flanke, die Undav am langen Pfosten zum 1:1 ins Tor schoss.
Der Ausgleich verwandelte die Partie in ein deutsches Monolog, obwohl die Elfenbeinküste sich weigerte aufzugeben. Nicolas Pépé leitete einen späten Konter ein, der Simon Adingra die Chance auf den Siegtreffer bot, aber der Flügelspieler vergab die Gelegenheit mit einer zu schweren Ballberührung.
Undav erzielt den Siegtreffer
Als die Partie in ihre letzten Momente ging, schlug Undav erneut zu. Nachdem Fofana in der 89. und 91. Minute wichtige Paraden gezeigt hatte, traf der eingewechselte Stürmer zum entscheidenden Tor und bescherte Deutschland einen dramatischen 2:1-Sieg. Das Ergebnis, zusammen mit einem früheren Sieg, sichert der Mannschaft den Einzug ins Achtelfinale der Gruppe E.
Deutschlands Leistung warf jedoch Fragen zu ihren Turnieraussichten auf. Die Mannschaft hatte Mühe, eine Elfenbeinküste zu bezwingen, die bereits Ecuador geschlagen hatte, und die Abhängigkeit von offensiven Einwechslungen kaschierte tiefere strukturelle Probleme, die Nagelsmann vor der K.o.-Phase angehen muss.

