
UN-Chef fordert sofortige Aufhebung aller Syrien-Sanktionen nach Damaskus-Besuch
Bei einem Besuch in Damaskus zum Abschluss eines zweitägigen Aufenthalts erklärte António Guterres, alle unter Baschar al-Assad verhängten Beschränkungen müssten aufgehoben werden, um den Wiederaufbau zu ermöglichen.
Die Pressekonferenz in Damaskus
UN-Generalsekretär António Guterres beendete am Sonntag, den 26. Juli 2026, einen zweitägigen Besuch in Syrien mit einer Pressekonferenz in Damaskus. Vor Journalisten forderte er die sofortige und vollständige Aufhebung aller internationalen Sanktionen, die während der Herrschaft von Baschar al-Assad gegen das Land verhängt worden waren. Guterres räumte ein, dass einige Beschränkungen bereits gelockert worden seien, betonte jedoch, dass Teillockerungen nicht ausreichten, um die syrische Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.
Ich begrüße die Maßnahmen, die Sanktionen gelockert und neue Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Erholung eröffnet haben, aber all diese Sanktionen müssen sofort aufgehoben werden.
Sanktionen aus der Assad-Ära
Die Sanktionen wurden ursprünglich verhängt, um Druck auf die Regierung von Baschar al-Assad auszuüben. Diese Regierung stürzte im Dezember 2024, als eine Koalition islamistischer Rebellen die Kontrolle über Damaskus übernahm. Der Sturz beendete mehr als 13 Jahre Bürgerkrieg, einen Konflikt, der sowohl tödlich als auch verheerend war und die Wirtschaft des Landes ruiniert sowie seine Infrastruktur schwer beschädigt zurückließ. Der Krieg, der über 13 Jahre dauerte, war von weitreichender Zerstörung und einer hohen zivilen Opferzahl geprägt. Trotz des Regimewechsels blieben viele Sanktionen in Kraft und schränkten weiterhin Syriens Zugang zu globalem Handel und Finanzmärkten ein.
Neue Führung und Wiederaufbaubemühungen
Seit Assads Abgang wird Syrien von neuen Behörden unter Ahmad al-Chareh geführt, der die Rebellenkoalition anführte, die den ehemaligen Präsidenten stürzte. Ihr unmittelbarer Fokus liegt auf dem Wiederaufbau und der Wiederbelebung einer Wirtschaft, die durch über ein Jahrzehnt Krieg zerstört wurde. Die Aufgabe ist gewaltig: Städte wieder aufbauen, grundlegende Dienstleistungen wiederherstellen und Bedingungen für die Rückkehr vertriebener Syrer schaffen. Al-Charehs Regierung hat internationale Anerkennung und Unterstützung für ihre Wiederaufbauagenda gesucht. Das Fortbestehen der Sanktionen hat diese Bemühungen jedoch behindert, indem es ausländische Investitionen einschränkte, internationale Bankkanäle blockierte und Handelspartner abschreckte.
Haltung der UNO und der Weg nach vorn
Guterres' Appell, den er von der syrischen Hauptstadt aus richtete, signalisiert eine klare UN-Position, dass die ursprüngliche Rechtfertigung für die Sanktionen nicht mehr besteht. Er präzisierte nicht, welche Länder oder Blöcke noch restriktive Maßnahmen aufrechterhalten, aber sein Aufruf richtete sich an alle internationalen Akteure, die noch Sanktionen in Kraft haben. Der Besuch des Generalsekretärs und seine öffentliche Erklärung werden voraussichtlich die diplomatischen Diskussionen über das Tempo und den Umfang der Sanktionserleichterungen intensivieren. Seine Botschaft war unmissverständlich: Teillockerungen sind willkommen, aber nur eine vollständige Aufhebung kann Syriens Erholung und Wiedereingliederung in die Weltwirtschaft ermöglichen.


