
Maskierte Diebe stehlen fast 4 Millionen Euro Schmuck aus dem Musée Lalique in Frankreich
Einbrecher drangen am frühen Sonntag in das Musée Lalique in Ostfrankreich ein und erbeuteten rund 20 Schmuckstücke im Wert von fast 4 Millionen Euro. Der Alarm löste aus, doch die Reaktion des privaten Sicherheitsdienstes verzögerte sich; eine Reinigungskraft alarmierte als erste die Polizei.
Der Einbruch
Maskierte Personen erzwangen sich gegen 05:30 Uhr am Sonntag, den 5. Juli, Zugang zum Musée Lalique in Wingen-sur-Moder im Nordosten Frankreichs. Sie zertrümmerten sechs Vitrinen und stahlen rund 20 Kristallschmuckstücke, wie Ermittlungskreise berichten. Die gestohlenen Stücke, geschaffen von René Lalique, enthalten keine Edelsteine und können nicht eingeschmolzen werden. Erste Schätzungen beziffern den Verlust auf mehrere Millionen Euro, vermutlich nahe 4 Millionen Euro.
Sicherheitsreaktion in der Kritik
Die Alarmanlage des Museums funktionierte einwandfrei, doch die mit der Überwachung beauftragte private Sicherheitsfirma griff nicht rechtzeitig ein. Eine Reinigungskraft traf vor dem Sicherheitsdienst ein und rief die Polizei. Bürgermeister Christian Dorschner, der auch Vizepräsident des Museums ist, zeigte sich wütend über die Verzögerung.
Alle Alarme waren aktiv, die Videoüberwachung, alles funktionierte, alles war aktiviert. Wir haben dafür eine externe Überwachungsfirma beauftragt, die wir ausgelagert haben und die wir bezahlen.
- Maskierte Personen erzwingen sich Zugang und zertrümmern sechs Vitrinen, stehlen rund 20 Schmuckstücke.
- Die Alarmanlage des Museums aktiviert sich wie vorgesehen.
- Die private Überwachungsfirma reagiert nicht sofort; es vergeht etwa eine Stunde, bevor Maßnahmen ergriffen werden.
- Eine Reinigungskraft erreicht das Museum vor dem Sicherheitsdienst und entdeckt den Einbruch.
- Die Reinigungskraft ruft die Polizei, die Ermittlungen aufnimmt und die Videoaufzeichnungen sichtet.
- Die Museumsleitung gibt bekannt, dass das Museum für mehrere Tage geschlossen bleibt, um eine sichere Wiedereröffnung zu gewährleisten.
Offizielle Reaktionen
Regionale und lokale Amtsträger verurteilten den Diebstahl. Frank Leroy, Präsident der Region Grand Est, nannte ihn einen inakzeptablen Angriff auf das kulturelle Erbe.
Hinter den gestohlenen Werken steht ein symbolträchtiger Ort unserer Geschichte, unseres Know-hows und unserer Kultur, der getroffen wurde.
Die Kuratorin des Museums, Véronique Brumm, gab bekannt, dass der Standort für mehrere Tage geschlossen bleibe, um eine sichere Wiedereröffnung vorzubereiten.
Museum und sein Vermächtnis
Das 2011 nahe der historischen Lalique-Fabrik eröffnete Museum erstreckt sich über 900 Quadratmeter und ist René Lalique (1860–1945) gewidmet, einem Meister des Jugendstils und Art déco in Schmuck- und Glaskunst. Die gestohlenen Stücke gelten als Unikate, Teil des französischen Museumserbes und nicht im Handel erhältlich.
Kontext: Louvre-Diebstahl
Der Einbruch am Sonntag ereignet sich weniger als ein Jahr nach einem spektakulären Überfall auf den Louvre in Paris im Oktober 2025, bei dem Diebe in weniger als acht Minuten Schmuck im Wert von 102 Millionen Dollar stahlen. Das Musée Lalique war nach diesem Vorfall als sensibler Standort eingestuft worden, der besondere Aufmerksamkeit erhielt; dennoch, so ein Ermittlungskreis, seien die Schutzmaßnahmen unzureichend gewesen.

