
Uber und Pony.ai planen über 2.000 Robotaxis in ganz Europa – Ausweitung ab Zagreb
Uber und das chinesische Unternehmen für autonomes Fahren Pony.ai haben am Freitag Pläne bekannt gegeben, mehr als 2.000 fahrerlose Robotaxis in fünf europäischen Städten einzusetzen. Dabei soll der bestehende Dienst in Zagreb auf vier noch nicht genannte Ziele ausgeweitet werden. Auch Einsätze im Nahen Osten sind geplant.
Ausweitung der Partnerschaft
Uber und Pony.ai haben am Freitag eine erweiterte Partnerschaft angekündigt, um mehr als 2.000 autonome Robotaxis in ganz Europa einzusetzen. Dies baut auf einem kommerziellen Dienst auf, der bereits in Zagreb, Kroatien, läuft. Die beiden Unternehmen, die erstmals im Mai 2025 mit Schwerpunkt auf dem Nahen Osten zusammenarbeiteten, starteten Ende März 2026 gemeinsam mit dem kroatischen Mobilitäts-Start-up Verne den ersten kostenpflichtigen Robotaxi-Dienst Europas in Zagreb. Fahrten in Zagreb werden derzeit über die Verne-App gebucht, wobei bei der Einführung ein Sicherheitsfahrer anwesend war, der eingreifen konnte; der Dienst wird bald auch über die Uber-App verfügbar sein. Die eingesetzten Fahrzeuge sind der Arcfox Alpha T5, ein fünftüriger elektrischer Kompakt-SUV des chinesischen Herstellers BAIC.
Die Expansion wird Robotaxis in vier weitere europäische Städte bringen, obwohl die Unternehmen diese weder genannt noch einen Zeitplan für die Einführung vorgelegt haben. Details werden nach Angaben der Ankündigung schrittweise bekannt gegeben. Die Partnerschaft erstreckt sich auch auf den Nahen Osten, wo Uber und Pony.ai bereits in Abu Dhabi und Dubai zusammenarbeiten.
Aufgabenverteilung
Pony.ai, 2016 gegründet und an den Börsen in New York und Hongkong notiert, liefert die autonome Fahrtechnologie der Stufe 4, die es Fahrzeugen ermöglicht, in bestimmten Bereichen und unter bestimmten Bedingungen völlig ohne Fahrer zu fahren. Das in Guangzhou ansässige Unternehmen hat bisher rund 1.700 Robotaxis produziert und arbeitet dabei mit Herstellern wie Toyota, BAIC und GAC zusammen, anstatt selbst Fahrzeuge zu bauen. Uber stellt seine Ride-Hailing-Plattform für Buchung, Zahlung und Kundensupport sowie sein Netzwerk menschlicher Fahrer zur Verfügung. Das tägliche Flottenmanagement, einschließlich Wartung, Reinigung und Aufladen, wird von lokalen Partnern in den einzelnen Märkten übernommen, und der Fahrzeugbesitz kann je nach Standort variieren.
- Uber und Pony.ai gehen erste Partnerschaft ein, mit Schwerpunkt auf dem Nahen Osten
- Kommerzieller Robotaxi-Dienst startet in Zagreb mit dem lokalen Unternehmen Verne
- Waymo gründet neue Einheiten in vier EU-Ländern; WeRide und Uber kündigen Pilotprojekt in Madrid an
- Uber und Pony.ai kündigen Plan für über 2.000 Robotaxis in fünf europäischen Städten an
Aussagen der Führungskräfte
James Peng, Gründer und CEO von Pony.ai, bezeichnete die Expansion als einen Schritt hin zu breiteren kommerziellen Aktivitäten.
Dies ist eine neue wichtige Phase der Partnerschaft, die darauf abzielt, groß angelegte, nachhaltige kommerzielle Abläufe in Europa und darüber hinaus aufzubauen.
Sargraz Maredia, Leiter der autonomen Mobilität und Lieferung bei Uber, formulierte die nächste Herausforderung in ähnlichen Worten.
Der nächste Schritt in der autonomen Mobilität ist der Übergang von einzelnen Markteinführungen zu einer wiederholbaren kommerziellen Größenordnung.
Uber-CEO Dara Khosrowshahi sagte Anfang des Monats, das Ziel des Unternehmens sei es, die weltweit führende Plattform für die Kommerzialisierung autonomer Fahrzeuge zu werden. Diese Strategie beinhaltet die Sammlung umfangreicher Daten, die mit Partnern geteilt werden, um die Entwicklung zu beschleunigen.
Wettbewerbslandschaft
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere Akteure um die Einführung von Robotaxi-Diensten in Europa wetteifern. Waymo, unterstützt von Alphabet, betreibt rund 5.000 Fahrzeuge, hauptsächlich in den USA, und hat mit Tests in London begonnen. Im Juni gründete Waymo Berichten zufolge neue Einheiten in vier EU-Ländern und plant auch Einsätze in Tokio. Die chinesischen Firmen Baidu Apollo Go und WeRide intensivieren ihre eigenen europäischen Pläne. WeRide und Uber kündigten im Juni ein Pilotprojekt für Robotaxis in Madrid an, das für später in diesem Jahr geplant ist. WeRide hat sich zudem separat mit dem dänischen Unternehmen GreenMobility zusammengetan, um im Jahr 2027 autonome Fahrzeuge in dem nordischen Land einzusetzen. Momenta Global, ein weiterer Uber-Partner, war das erste asiatische Unternehmen, das eine Lizenz zum Testen von Robotaxis in Deutschland erhielt.
- Pony.ai (bisher produziert)
- 1700 Fahrzeuge
- Uber-Pony.ai (für Europa geplant)
- 2000 Fahrzeuge
- Waymo (aktuelle Flotte)
- 5000 Fahrzeuge
Investorendruck und regulatorische Gegenwinde
Uber sah sich aufgrund der raschen Expansion von Waymo mit Zweifeln von Investoren an seiner Strategie für autonome Fahrzeuge konfrontiert. Die Nachricht, dass Waymo Optionen für den Ausstieg aus der bestehenden Robotaxi-Partnerschaft mit Uber prüfte, ließ die Aktien einbrechen und trug zu einem Rückgang von 20 % gegenüber dem Rekordhoch vom Oktober 2025 bei. Uber hat seitdem Vereinbarungen mit mehr als 30 Unternehmen für autonome Fahrzeuge unterzeichnet. In London hat Uber mit Wayve Technologies Genehmigungen für einen beaufsichtigten Robotaxi-Dienst erhalten und testet separat mit Baidu. Für Pony.ai fällt die Expansion ins Ausland mit einer mehrmonatigen Aussetzung von Robotaxi-Lizenzen in China zusammen, die durch eine Sicherheitsüberprüfung nach einem Ausfall von Baidu-Fahrzeugen ausgelöst wurde. Die Genehmigungen wurden wieder aufgenommen, scheinen aber schleppend zu verlaufen, was den Inlandseinsatz möglicherweise verlangsamt.


