
Israel zerstört Hisbollah-Tunnelnetzwerk auf dem Ali-Taher-Rücken im Südlibanon
Das israelische Militär schloss die Zerstörung der unterirdischen Infrastruktur im Bezirk Nabatieh ab und erlangte nach einer Woche von Räumungsmissionen die operative Kontrolle über und unter der Erde.
Zerstörung des unterirdischen Tunnelnetzwerks
Das israelische Militär schloss am Donnerstag die Zerstörung eines ausgedehnten unterirdischen Tunnelnetzwerks ab, das von der Hisbollah unter dem Ali-Taher-Rücken im Bezirk Nabatieh im Südlibanon betrieben wurde. Die Operation beendete eine Woche gezielter technischer Aufgaben zur Räumung und Sicherung von zwei verschiedenen unterirdischen Wegen, die durch den Hügel verlaufen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz gaben den Abschluss in einer gemeinsamen offiziellen Erklärung bekannt und betonten, dass die israelischen Streitkräfte die vollständige operative Kontrolle über den strategischen Rücken sowohl ober- als auch unterhalb der Erde erlangt hätten. Nach Angaben der israelischen Regierung wurden die unterirdischen Anlagen über zwei Jahrzehnte mit Planung und finanzieller Unterstützung der iranischen Regierung errichtet.
Die israelische Armee hat die unterirdische Infrastruktur der Terrororganisation Hisbollah auf dem Ali-Taher-Rücken zerstört und damit die Einrichtung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen.
Strategische Positionierung und Überwachung der Nordgrenze
Die israelischen Behörden erklärten, dass die Hisbollah den Ali-Taher-Komplex entwickelt habe, um eine visuelle und operative Überwachung der israelischen Truppenbewegungen in den nördlichen Grenzgemeinden Metula und Kirjat Schmona aufrechtzuerhalten. Die israelische Regierung identifizierte den erhöhten Rücken als Bereitstellungsbasis, die mögliche Einfälle in die Region Galiläa erleichtern sollte. Die Räumung des Rückens folgt auf die israelische Einnahme der Burg Beaufort, auch bekannt als Qalat al-Shaqif, die am Ufer des Litani-Flusses liegt. Die mittelalterliche Festung diente zuvor während des Libanonkriegs von 1982 zwischen dem israelischen Militär und der Palästinensischen Befreiungsorganisation als zentrales Schlachtfeld.
- Libanon und Israel einigen sich unter US-Vermittlung grundsätzlich auf die Bedingungen für einen dauerhaften Waffenstillstand.
- Israelische Streitkräfte verschärfen Angriffe im Gebiet von Nabatieh nach der Einnahme des Ali-Taher-Rückens.
- UN-Generalsekretär António Guterres äußert tiefe Besorgnis über die eskalierenden Operationen in Nabatieh.
- Israel kündigt die vollständige Zerstörung der unterirdischen Tunnelrouten der Hisbollah auf dem Ali Taher an.
Zivile Opfer und Vertreibung in Nabatieh
Die israelischen Militäroperationen im gesamten Bezirk Nabatieh wurden nach der anfänglichen Einnahme des Ali-Taher-Rückens in der vergangenen Woche intensiviert. Luftangriffe und Bodenaktionen haben seit Freitag mindestens 29 Tote im Gebiet von Nabatieh gefordert, darunter 12 Mitglieder einer einzigen Familie. Reporter vor Ort im Südlibanon berichteten am Donnerstag von starken Detonationen in der gesamten Region, während Militäreinheiten die kontrollierten Sprengungen durchführten. Die verschärften Angriffe haben zu einer nahezu vollständigen Evakuierung der Stadt Nabatieh geführt, wobei Tausende Zivilisten vertrieben wurden, die erst vor kurzem während einer kurzen Kampfpause in den südlichen Bezirk zurückgekehrt waren.
Stockende Waffenstillstandsbedingungen und diplomatische Reaktion
Der erneute Militärfeldzug im Südlibanon folgt auf die Auflösung einer vorübergehenden Verringerung der Feindseligkeiten, die Ende Juni begann. Am 26. Juni 2026 einigten sich der Libanon und Israel unter Vermittlung der Vereinigten Staaten grundsätzlich auf die Bedingungen für einen dauerhaften Waffenstillstand, begleitet von einer Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran. Der diplomatische Rahmen sah die Wiederherstellung der libanesischen Regierungssouveränität im gesamten Südlibanon sowie die Entwaffnung der Hisbollah vor. Die Hisbollah lehnte die Entwaffnungsforderung ab, und anhaltende grenzüberschreitende Auseinandersetzungen verhinderten die vollständige Umsetzung des Abkommens. Als Reaktion auf die eskalierenden Zusammenstöße erklärte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, am Dienstag über einen Sprecher, er sei zutiefst besorgt über die Intensivierung der israelischen Militäroperationen im Südlibanon, insbesondere in und um Nabatieh.

