Tschentscher warnt: Rücknahme des Bundes-Heizungsgesetzes gefährdet Hamburgs Klimaneutralitätsziel 2040
Nachdem die Hamburger Wähler Klimaneutralität bis 2040 per Gesetz festgeschrieben haben, warnt Bürgermeister Peter Tschentscher, dass ein neues Bundesgesetz, das fossile Heizungen wieder erlaubt, das frühere Ziel gefährdet und warnt vor künftigen Kosten-Schocks für Mieter.
Volksentscheid verschärft Hamburgs Klima-Frist
Im Oktober 2025 unterstützten die Hamburger Wähler den Volksentscheid „Zukunftsentscheid“, der das Stadtstaat verpflichtet, bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen, statt wie bisher bis 2045. Die verbindliche Abstimmung verschob die Frist um fünf Jahre nach vorne und setzt die Senatsstrategie zur Emissionsreduktion unter Druck, insbesondere in den Bereichen Gebäude und Verkehr, die als die wichtigsten Hebel gelten.
Bundesweite Rücknahme des Heizungsgesetzes
Die schwarz-rote Koalitionsregierung in Berlin hat kürzlich das Gebäudemodernisierungsgesetz durch Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Das im Juli 2026 verabschiedete Gesetz hebt die frühere Wärmewende-Gesetzgebung der Ampel-Koalition auf und erlaubt wieder den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen. Bürgermeister Peter Tschentscher, ein Sozialdemokrat, sagte, das Gesetz sende das falsche Signal, dass fossiles Heizen kein Problem sei.
Der Rückzug der Unterstützung für klimafreundliches Heizen und energetische Sanierung ist keine gute Entscheidung.
- Hamburger Wähler stimmen für den Zukunftsentscheid-Volksentscheid für Klimaneutralität bis 2040
- Bundestag und Bundesrat verabschieden das Gebäudemodernisierungsgesetz und heben das Ampel-Heizungsgesetz auf
- Bürgermeister Tschentscher warnt, das Gesetz gefährde Hamburgs 2040-Ziel
Warnung vor Kostenabhängigkeit von fossilen Brennstoffen
Tschentscher zog die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die Benzinpreise heran, um zu argumentieren, dass die Abhängigkeit von fossiler Energie Haushalte plötzlichen Preissprüngen aussetzt. Er warnte, dass die Heizkosten dem gleichen Muster folgen könnten, und kritisierte die CDU für das Fehlen einer Lösung.
Wenn bald beim Heizen dasselbe passiert, was Autofahrer derzeit an der Tankstelle erleben, wird die CDU wieder sagen: Dafür haben wir keine Lösung.
Er bestand darauf, dass die langfristigen Kosten für fossiles Heizen nur steigen werden, was den Umstieg auf Wärmepumpen und Fernwärme für die Erschwinglichkeit der Mieter unerlässlich macht. Tschentscher forderte nachhaltige Subventionen und einen langfristigen Planungsrahmen, um die Treibhausgasemissionen zu senken, ohne den Vermögenswert zu zerstören.
Langfristig bedeuten fossile Heiztechniken steigende Kosten. Wir brauchen den Umstieg auf Wärmepumpen auch im Interesse der Mieter.
Wohnungswirtschaft und Werterhalt
Der Bürgermeister betonte, dass Immobilieneigentümer eine große Verantwortung für die künftigen Mieten tragen und Heizsysteme modernisieren müssen. Er lehnte die Idee ab, funktionierende Heizungen herauszureißen, und nannte dies eine Vernichtung von Vermögenswerten. Um den Wandel voranzutreiben, forderte er einen konstruktiven Dialog mit der Wohnungswirtschaft.
Man reißt nicht einfach eine funktionierende Heizung heraus. Das ist Vermögensvernichtung.
Bürokratische Hürden und kurzfristige Ziele
Der Volksentscheid führte eine jährliche „Schätzbilanz“ zur Erfassung der Emissionen ein, eine Anforderung, die Tschentscher als rein bürokratisch und ohne CO2-Einsparung abtat. Die Regeln schreiben vor, dass versäumte Einsparungen in den Folgejahren ausgeglichen werden müssen oder sofortige zusätzliche Maßnahmen auslösen. Eine erste Schätzbilanz für Hamburg wurde kürzlich veröffentlicht, aber Tschentscher sagte, jede Bewertung müsse im Kontext der nationalen Emissionstrends gesehen werden.
Das unmittelbare Ziel seines Senats ist eine 70-prozentige Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990. Tschentscher bezeichnete das Ziel als erreichbar, aber durch die verfahrenstechnischen Anforderungen des Volksentscheids erschwert.
Wir haben unsere Ziele nicht aufgegeben; sie sind erreichbar. Aber es wird nicht einfach und liegt nicht allein in unserer Hand.

