
Abberufungsantrag gegen Warschauer Bürgermeister Trzaskowski startet am Donnerstag – 132.000 Unterschriften nötig
Eine Bürgergruppe wird am Donnerstagmorgen in ganz Warschau Unterschriften sammeln, um ein Referendum über die Abberufung von Bürgermeister Rafał Trzaskowski und des Stadtrats zu erzwingen.
Unterschriftensammlung beginnt am Donnerstag
Am Donnerstag, den 30. Juli 2026, um 9:00 Uhr werden Freiwillige in orangefarbenen Westen in allen Bezirken Warschaus ausrücken, um Unterschriften für ein Referendum zur Abberufung von Bürgermeister Rafał Trzaskowski und des Stadtrats zu sammeln. Die Initiative mit dem Namen Stołeczna Operacja Referendalna (Hauptstädtische Referendumsoperation) wird von Maciej Wilk geleitet, der den Start in den sozialen Medien ankündigte.
Die Unterlagen sind bereits vorbereitet. Ab Donnerstag könnt ihr unsere Freiwilligen in allen Bezirken der Hauptstadt treffen. Ihr erkennt sie an ihren auffälligen orangefarbenen Westen.
Die Unterschriftensammlung ist auf 60 Tage angesetzt. Danach planen die Organisatoren 30 Tage für die Überprüfung der gesammelten Unterschriften. Wird die Hürde erreicht, würde das Referendum im Oktober angekündigt und könnte bereits im Dezember stattfinden, so der auf der Website der Initiative veröffentlichte Zeitplan.
Vorwürfe gegen den Bürgermeister
Die Organisatoren werfen der Stadtverwaltung Missmanagement bei städtischen Unternehmen und Einrichtungen vor. Sie verweisen auf zwei Ausfälle der Kläranlage Czajka, die langwierige und kostspielige Renovierung der Sala Kongresowa sowie auf Verkehrspolitiken, die ihrer Meinung nach den Bürgern schaden: Straßenverengungen, Wegfall von Parkplätzen und die Einführung einer Umweltzone.
Sie kritisieren auch das Wachstum der Stadtbürokratie. Die Initiative gibt an, dass Warschau mittlerweile über 9.000 Verwaltungsposten unterhält, ein Anstieg um 50 Prozent seit 2005, der die Bürger jährlich 2 Milliarden Złoty kostet.
Warschau unterhält über 9.000 Verwaltungsposten – das ist ein Anstieg um 50 Prozent seit 2005 und kostet die Bürger jährlich 2 Milliarden Złoty.
Die Kampagne argumentiert weiter, dass Trzaskowski das Bürgermeisteramt als Sprungbrett für ein höheres nationales Amt betrachte und sich selten im Rathaus aufhalte.
Er behandelt diese Funktion als Zwischenstation auf dem Weg zu den höchsten Staatsämtern, als jemand, der nur gelegentlich im Rathaus vorbeischaut.
Der Vorstoß für ein Referendum gewann nach einem Skandal im Szpital Południowy (Südkrankenhaus) an Fahrt. Ende Juni gab Trzaskowski bekannt, dass er die Rücktritte zweier stellvertretender Bürgermeisterinnen, Renata Kaznowska und Aldona Machnowska-Góra, angenommen habe, die für Bildung, Gesundheit, Sport und die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat zuständig waren. Ein offizieller Grund wurde nicht genannt, die Angelegenheit wurde jedoch mit der Krankenhausaffäre in Verbindung gebracht.
Was nötig ist, um ein Referendum auszulösen
Um eine Abstimmung zu erzwingen, müssen die Organisatoren Unterschriften von mindestens 10 Prozent der wahlberechtigten Warschauer sammeln, etwa 132.000 Personen. Selbst wenn diese Hürde erreicht wird, ist das Referendum nur gültig, wenn die Wahlbeteiligung drei Fünftel der Zahl der Wähler bei den letzten Kommunalwahlen erreicht – etwa 450.000 Einwohner.
Ein Schatten von 2013
Warschau hat dies bereits erlebt. Im Oktober 2013 sollte ein Referendum die damalige Bürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz abberufen. Die Beschwerden umfassten damals eine schlechte Organisation des öffentlichen Nahverkehrs, Fahrpreiserhöhungen, Chaos bei der Müllabfuhr und Verzögerungen bei großen Investitionen wie der U-Bahn und der Nordbrücke. Diese Abstimmung wurde für ungültig erklärt, weil die Wahlbeteiligung nur 25,66 Prozent erreichte, unter der damals erforderlichen Schwelle von 30 Prozent.
Wie es weitergeht
Die Unterschriftensammlung ist der erste formelle Schritt. Wenn die Organisatoren genügend Unterstützung sammeln, entscheidet das Überprüfungsverfahren, ob das Referendum stattfindet. Der Zeitplan deutet auf eine mögliche Abstimmung im Dezember hin, aber die hohe Beteiligungshürde von 450.000 Wählern bleibt eine erhebliche Hürde, wie die Erfahrung von 2013 gezeigt hat.
- Unterschriftensammlung beginnt in ganz Warschau
- Unterschriftensammlung endet nach 60 Tagen
- Überprüfung der Unterschriften abgeschlossen
- Referendum angekündigt
- Referendumsabstimmung findet statt

