
Donald Trump ruft nationalen Notstand aus, um ausländische Ausrüstung im US-Stromnetz zu verbieten
US-Präsident Donald Trump hat eine Executive Order erlassen, die den nationalen Notstand ausruft, um ausländische Hardware und Software im heimischen Stromnetz zu verbieten. Er begründet dies mit Cybersicherheitsrisiken durch feindliche Staaten.
Executive Order zu Netz-Hardware
US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch eine Executive Order unterzeichnet, die den nationalen Notstand ausruft, um das heimische Stromnetz vor ausländischer Ausrüstung zu schützen. Die Verfügung verbietet US-Versorgungsunternehmen und Unternehmen den Erwerb, Import oder die Installation von Ausrüstung für das Bulk-Power-System, kritischer Software und digitaler Fähigkeiten, die von ausländischen Gegnern hergestellt wurden. Das Weiße Haus erklärte, die Maßnahme adressiere eine ungewöhnliche und außergewöhnliche Bedrohung der nationalen Sicherheit, der Außenpolitik und der Wirtschaft. Bundesbehörden erklärten, dass ausländisch produzierte Hardware in Erzeugungs- und Übertragungsanlagen technische Hintertüren enthalten könnte, die es feindlichen Regierungen ermöglichen, Teile des Energiesystems fernzusteuern oder abzuschalten.
Ich erkläre hiermit einen nationalen Notstand in Bezug auf diese Bedrohung.
Umsetzung und Betriebsvorgaben
Die Präsidialverfügung weist den US-Energieminister an, strenge Bedingungen für den weiteren Betrieb ausländischer Ausrüstung festzulegen, die bereits im Übertragungsnetz installiert ist. Bundesbehörden müssen die aktuelle Strominfrastruktur überprüfen, Schwachstellen in den Energieversorgungsketten bewerten und Regeln für die vorhandene Hardware festlegen. Die Beschränkungen zielen speziell auf Ausrüstung ab, die aus Ländern stammt, die US-Waffenembargos oder Sanktionen unterliegen. Das Weiße Haus stellte einen expliziten Zusammenhang zwischen der Notstandserklärung und dem Ausbau des heimischen Sektors für künstliche Intelligenz sowie der wachsenden Rüstungsproduktion her. Beide Sektoren benötigen erhebliche Strommengen, weshalb eine zuverlässige und sichere Übertragungsinfrastruktur für den kontinuierlichen Betrieb unerlässlich ist.
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Reaktion aus Peking und Cyber-Aktionen
Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jin, reagierte am Donnerstag auf die Executive Order des Weißen Hauses während einer Pressekonferenz in Peking und kritisierte Washington dafür, Sicherheitsbedenken zu nutzen, um den Handel einzuschränken. Lin erklärte, Peking lehne diskriminierende Maßnahmen ab und forderte die Vereinigten Staaten auf, ein offenes Umfeld für internationale Unternehmen zu schaffen.
China hat sich stets dagegen ausgesprochen, den Begriff der nationalen Sicherheit zu verallgemeinern und Unternehmen anderer Länder zu unterdrücken.
Am selben Tag, an dem Trump das Energie-Dekret erließ, beschlagnahmten das US-Justizministerium und das Federal Bureau of Investigation mehrere Internet-Domains, die von einer in China ansässigen, staatlich unterstützten Hackergruppe genutzt wurden. Die Behörden erklärten, die Gruppe habe die Domains als operative Plattformen genutzt, um Cyber-Einbrüche gegen kritische Infrastrukturen und Regierungsstellen durchzuführen, darunter die Federal Reserve, die NASA, den Senat und Bundesministerien.
Branchenüberprüfung und breitere Handelsbeschränkungen
Die Stromnetz-Richtlinie folgt auf frühere westliche Untersuchungen von in China hergestellter Hardware. Anfang dieses Jahres schloss die Europäische Kommission chinesisch hergestellte Solar-Wechselrichter von öffentlich finanzierten Energieinitiativen aus. Diese Entscheidung folgte auf Tests von US-Technikexperten, die netzgekoppelte Solar-Wechselrichter zerlegten und nicht deklarierte Kommunikationskomponenten entdeckten, die Daten übertragen können. Die Energieverordnung fügt sich auch in breitere Handels- und Sicherheitsmaßnahmen ein, die Washington im August ergriffen hat. Anfang des Monats kündigte die US-Regierung Zölle von bis zu 100 % auf ausländische Drohnen an, die am 3. September in Kraft treten sollen. Das Stromnetzverbot spiegelt frühere Bundesmaßnahmen wider, die den chinesischen Telekommunikationsanbietern Huawei und ZTE die Teilnahme an der US-amerikanischen drahtlosen Netzwerkinfrastruktur untersagten.


