- 16.10.Trump setzt Sanktionen gegen Russland für 60 Tage aus
- 18.10.Trump erklärt, er werde Russland nicht vom Verhandlungstisch nehmen
- 19.10.Das Wall Street Journal berichtet über Putins Gipfelvorschlag; Kreml und EU reagieren
- 18.11.APEC-Gipfel in Shenzhen, China, beginnt und dauert bis zum 19. November
Trump öffnet die Tür zu einem Dreiertreffen
US-Präsident Donald Trump sagte am 19. Oktober 2026, er würde an einem trilateralen Treffen mit Wladimir Putin und Xi Jinping teilnehmen, wenn die beiden Staatschefs ein solches wünschten. Vor Journalisten im Weißen Haus sagte er, ein solches Treffen könne im November in China stattfinden, wo am 18. und 19. November der Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) in Shenzhen tagt. Trump sagte, Hauptthema würden Atomwaffen und Abrüstung sein, wenngleich auch der Ukraine-Krieg zur Sprache kommen könne. Ein Atomwaffenabkommen bezeichnete er als sehr großen Gefallen für die Welt, doch ein Treffen sei nicht vereinbart.
Zur Ukraine sagte Trump, er verhandle weiter mit Putin und habe nicht die Absicht, diesen Dialog abzubrechen. Er lobte Xi für dessen bisheriges Vorgehen in der Ukraine-Frage und sagte dasselbe über dessen Haltung gegenüber Russland.
Putins Vorschlag und die Antwort des Kreml
Das Wall Street Journal berichtete am 19. Oktober unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen, Putin habe für den kommenden Monat einen Gipfel mit Trump und Xi vorgeschlagen, um über die Ukraine zu beraten. Die Zeitung schrieb, Putin hoffe, das verbesserte Verhältnis zu Trump zu nutzen, um ein Ende des vierjährigen Konflikts zu Bedingungen auszuhandeln, die Moskau begünstigen. Ein hochrangiger US-Vertreter sagte, Trump habe den Vorschlag nicht angenommen, könne ihm aber offen gegenüberstehen. Der Bericht hieß, ein Gipfel ohne Selenskyj wäre beispiellos und würde Hauptstädte in Europa und darüber hinaus alarmieren.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, die Möglichkeit sei in dem jüngsten Telefonat zwischen Putin und Trump erwähnt worden, doch habe es keine konkreten Vorschläge zu dem Treffen, seiner Tagesordnung oder seinem Inhalt gegeben. Er fügte hinzu, eine endgültige Vereinbarung sei ohne Beteiligung eines Vertreters aus Kiew unmöglich. Der Kreml erklärte, er schätze die US-Vermittlungs- und Friedensbemühungen sehr.
Selenskyj außen vor und Kiews Warnung
Trump kritisierte erneut Selenskyj und sagte, dieser helfe nicht viel und scheine den Krieg nicht beenden zu wollen; nun solle jemand anderes für die Ukraine verhandeln. Selenskyj hätte längst eine Vereinbarung schließen müssen, und ein besseres Abkommen hätte eine Million Menschen mehr am Leben erhalten. Auf die Frage nach Kiews Beschwerden, der Starlink-Dienst sei für Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit abgeschaltet worden, sagte Trump, er wisse nicht, wer diese Entscheidung getroffen habe, würde es aber gern herausfinden.
Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha sagte, ein Treffen von Putin, Trump und Xi würde Putins Geltungsdrang befeuern und ihm einen Status verleihen, den er nicht verdiene. Nur ein ernsthafter Schritt zum Frieden, etwa die Annahme eines Waffenstillstandsvorschlags, könne Putin einen Platz an diesem Tisch verschaffen. Sybiha schrieb in den sozialen Medien zudem, die russische Wirtschaft sei mindestens dreizehnmal kleiner als die US-Wirtschaft und achtmal kleiner als die Chinas, und Russland habe 1,6 Millionen getötete oder verwundete Soldaten verloren.
Sanktionspause und die Reaktion Europas
Die Spannungen zwischen Washington und Kiew sind in den vergangenen Tagen gewachsen. Am Freitag, 16. Oktober, setzte Trump bereits beschlossene Sanktionen gegen Russland für 60 Tage aus, nachdem er sich zuvor mit Moskau auf die Lieferung russischen Diesels in die Vereinigten Staaten verständigt hatte. Am Sonntag, 18. Oktober, verteidigte er die Pause gegen Kritik, auch aus seiner eigenen Republikanischen Partei, und sagte, er wolle nichts tun, was Russland in törichter Weise vom Verhandlungstisch nehmen würde.
Auch die Europäische Union reagierte. Der EU-Sprecher für Außenpolitik, Christian Wigand, sagte bei einem Briefing in Brüssel, wenn Putin den Krieg beenden wolle, könne er ihn einfach stoppen. Er wies darauf hin, dass Russland keine Anstalten gemacht habe, die in der Woche des 12. Oktober von den USA angekündigte Energie-Waffenruhe einzuhalten, und verwies auf jüngste russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Die EU erklärte, Europa komme bei jeder künftigen Vereinbarung eine Schlüsselrolle zu und werde seine Interessen verteidigen.
Wie es weitergeht
Der Kreml hat bestätigt, dass die Gipfelidee in dem letzten Telefonat zwischen Putin und Trump zur Sprache kam, und beide Staatschefs werden am 18. und 19. November zum APEC-Gipfel in China erwartet. Stand 19. Oktober waren weder ein Termin noch eine Tagesordnung oder eine ukrainische Beteiligung vereinbart. Trump hat erklärt, er werde teilnehmen, wenn Putin und Xi ein Dreiertreffen wünschten, während Moskau und Kiew darauf beharren, dass jede Vereinbarung die Einbeziehung der Ukraine erfordert.