
Trump greift ein, um rote Karte eines US-Spielers bei der WM aufzuheben – Empörung und Korruptionsvorwürfe
Donald Trump persönlich rief FIFA-Präsident Gianni Infantino an und forderte eine Überprüfung der Roten Karte für den amerikanischen Stürmer Folarin Balogun. Daraufhin brach die FIFA eigene Regeln, um Balogun im Achtelfinale gegen Belgien einsatzbereit zu machen.
Die rote Karte und der Anruf
Folarin Balogun, der Toptorschütze der Vereinigten Staaten, wurde während eines Achtelfinalspiels gegen Bosnien und Herzegowina des Feldes verwiesen, nachdem er einem Gegenspieler auf den Knöchel getreten war. Gemäß FIFA-Regularien zieht eine rote Karte eine automatische Sperre von einem Spiel nach sich, gegen die kein Einspruch möglich ist – was ihn für das nächste Spiel ausgeschlossen hätte. Tage später telefonierte Donald Trump mit Gianni Infantino, dem Präsidenten der FIFA, und bat um eine Überprüfung der Entscheidung.
Ich fand, das war kein Foul. Die Entscheidung des Schiedsrichters war schrecklich.
Trump bestätigte das Telefonat später öffentlich und erklärte, er habe Infantino lediglich gebeten, den Vorfall „zu überprüfen“. Das Gespräch fand kurz vor einer überraschenden Entscheidung des FIFA-Disziplinarausschusses statt.
FIFAs Kehrtwende
Am 5. Juli gab die FIFA in einer kurzen Pressemitteilung bekannt, dass Baloguns rote Karte für ein Jahr ausgesetzt sei, womit der Weg für sein Mitwirken im Achtelfinale gegen Belgien frei war. In der Erklärung hieß es, der Disziplinarausschuss sei nach eigenem Ermessen tätig geworden, doch der Schritt widersprach direkt den Turnierregularien der WM, die vorsehen, dass eine Sperre nach einer Roten Karte automatisch verhängt wird und nicht angefochten werden kann.
- Folarin Balogun wird nach einem Tritt auf den Knöchel eines Gegners im Achtelfinale des Feldes verwiesen.
- Präsident Trump telefoniert mit FIFA-Präsident Gianni Infantino und bittet um Überprüfung der Roten Karte.
- Die FIFA gibt bekannt, dass die rote Karte für ein Jahr ausgesetzt ist, womit Balogun gegen Belgien spielen darf.
- Balogun läuft im Achtelfinale gegen Belgien auf.
Die Kehrtwende versetzte die Fußballwelt in Erstaunen. Selbst amerikanische Spieler fragten sich ersten Berichten zufolge, ob die Nachricht ein KI-Hoax sei. Der belgische Trainer Rudi Garcia bezeichnete die Entscheidung als „Aprilscherz“, während der belgische Verband von „Fassungslosigkeit“ sprach.
Reaktionen
Es kam wie ein Aprilscherz daher.
Der Vorfall zog scharfe Kritik des ehemaligen spanischen Politikers Miguel Ángel Revilla nach sich, der Trump „die widerlichste Person, die ich je gekannt habe“ nannte und Infantino als „wahren Schleimer“ bezeichnete. Revilla warnte, der Eingriff sei „von enormer Schwere“ und „zerstöre eine weitere Sphäre des Lebens, nämlich den Fußball“.
Ein Muster der Einmischung
Diese Episode ist der jüngste in einer Reihe von Schritten Trumps, die Kritikern zufolge mit finanziellen und politischen Druck Institutionen verbiegen. Infantino pflegt ein enges Verhältnis zum ehemaligen Präsidenten, mietet ein Büro im Trump Tower in New York und verlieh ihm einen „Friedenspreis“, nachdem Trump sich darüber beschwert hatte, nicht den Nobelpreis erhalten zu haben. Der Atlantic merkte an, dass der Anruf an Trumps berüchtigte Aufforderung an georgische Wahlbeamte erinnerte, „11.780 Stimmen zu finden“.
Breitere Implikationen
Der Skandal hat erneut Bedenken über FIFAs Führung geweckt, die bereits durch frühere Korruptionsfälle belastet ist. Kommentatoren argumentieren, dass Infantino durch sein Nachgeben gegenüber einem Präsidenten des Gastgeberlandes die Integrität des Turniers weiter untergraben habe. La Vanguardia beobachtete, dass Trump offenbar glaube, alles sei käuflich, und verwies auf die prognostizierten 12 Milliarden Dollar Einnahmen der WM – doppelt so viel wie bei der vorherigen Ausgabe –, die zu einem großen Teil vom amerikanischen Markt getrieben werden.


