
USA greifen Iran in der elften Nacht an – Trump droht mit Angriff auf ‚Pickaxe Mountain‘ bei Natanz
In Teheran wurden erstmals seit Beginn der Eskalation die Luftabwehrsysteme aktiviert; im Nordosten der Hauptstadt waren Detonationen zu hören. Die Angriffe zielen darauf ab, Irans Fähigkeit zu beeinträchtigen, Öltanker in der Straße von Hormus anzugreifen.
Elfte Nacht in Folge mit US-Angriffen
Das US-Militär hat in der Nacht neue Angriffe auf militärische Ziele im Iran gestartet – die elfte Nacht in Folge, wie das US-Zentralkommando (CENTCOM) auf X mitteilte. Die genauen Ziele wurden nicht bekannt gegeben. Die Operation soll Irans Fähigkeit schwächen, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen, einem kritischen Engpass für den globalen Öltransport. Es handelt sich um die längste anhaltende Bombardierungskampagne gegen den Iran seit Beginn der aktuellen Eskalation. Die Angriffe erfolgen vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen um Irans Atomprogramm und seine regionalen militärischen Aktivitäten.
Trump droht mit Angriff auf ‚Pickaxe Mountain‘
Stunden vor den jüngsten Angriffen drohte Präsident Donald Trump explizit damit, ein Gebiet um eine als „Pickaxe Mountain“ bekannte Anlage ins Visier zu nehmen. Bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun am Dienstag im Weißen Haus sagte Trump:
Wir werden dieses Gebiet in Kürze und mit voller Wucht angreifen.
Der Ort, der sich im Berg Kuh-e Kolang südlich der Atomanlage von Natanz im zentralen Iran befindet, wurde von Trump bereits zuvor als mögliches Ziel genannt. Er fügte hinzu, das US-Militär werde jede Einrichtung angreifen, die der Iran für nukleare Zwecke zu nutzen beabsichtige. Die Drohung deutet auf eine mögliche Ausweitung der Kampagne über unmittelbare militärische Ziele hinaus auf Standorte hin, die mit Irans nuklearen Ambitionen in Verbindung stehen.
Luftabwehr in Teheran aktiviert
Erstmals seit der jüngsten Eskalation wurden die Luftabwehrsysteme in der iranischen Hauptstadt Teheran aktiviert. Ein DPA-Reporter vor Ort berichtete von gedämpften Detonationen im Nordosten der Metropole. Die Aktivierung deutet darauf hin, dass einige der US-Angriffe möglicherweise Ziele näher an der Hauptstadt getroffen haben oder dass der Iran sich auf mögliche Angriffe auf städtische Gebiete vorbereitet. Einzelheiten zu Schäden oder Opfern lagen zunächst nicht vor. Der Klang von Explosionen in Teheran stellt eine bedeutende psychologische Eskalation für die Millionen Einwohner der Stadt dar.
Strategischer Kontext: die Straße von Hormus
Die US-Angriffe werden als Reaktion auf Irans Drohungen gegen die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus dargestellt, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird. CENTCOM erklärte, das Ziel sei es, Irans militärische Fähigkeiten zum Angriff auf Handelsschiffe zu schwächen. Die Meerenge war in früheren US-iranischen Spannungen ein Brennpunkt. Die elftägige Operation zeigt die Entschlossenheit Washingtons, die Navigationsfreiheit in der Region zu gewährleisten.
Diplomatischer Hintergrund
Trump äußerte seine Drohung während eines Treffens mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun, einem Besuch, der eigentlich den bilateralen Beziehungen galt, aber zur Plattform für den US-Präsidenten wurde, um weitere militärische Maßnahmen anzukündigen. Der Libanon, der an Israel grenzt und die Hisbollah beherbergt, ist indirekt vom US-iranischen Konflikt betroffen. Das Treffen spiegelt die breiteren regionalen Dimensionen der Krise wider.


