
Josep Lluís Trapero tritt als Generaldirektor der katalanischen Mossos d'Esquadra zurück
Kataloniens Innenministerin Núria Parlon gab den Rücktritt am 9. September 2026 bekannt und ernannte Ferran López zu seinem Nachfolger und Sílvia Catà zur ersten operativen Chefin der Polizei.
Rücktritt im Innenministerium
Josep Lluís Trapero trat am 9. September 2026 als Generaldirektor der Mossos d'Esquadra zurück und beendete damit zwei Jahre als politischer Chef der katalanischen Polizei. Das katalanische Innenministerium berief alle Polizeikommissare zu einer Sitzung um 9:00 Uhr ein, bevor es um 10:30 Uhr eine öffentliche Unterrichtung ansetzte, um eine umfassende Führungsumbildung darzulegen. Im Rahmen der Veränderungen übernimmt Kommissarin Sílvia Catà die operative Leitung der Polizei und ersetzt Kommissar Miquel Esquius, der vor seinem für Oktober geplanten Ruhestand ausscheidet. Catà ist die erste Frau, die mit der operativen Führung der Mossos d'Esquadra betraut wird. Ferran López, ein ehemaliger Interimschef, der Jahre in Madrid als institutioneller Verbindungsmann zwischen dem zentralen Innenministerium und den katalanischen Behörden verbrachte, folgt Trapero als Generaldirektor.
Interne Spannungen und personelle Veränderungen
Traperos Rücktritt entwickelte sich aus wachsenden politischen Meinungsverschiedenheiten mit Innenministerin Núria Parlon. Reibungen innerhalb des Ministeriums waren bereits vor dem katalanischen Diada-Feiertag aufgetreten, als Trapero seine Teilnahme an offiziellen Protokollveranstaltungen absagte. Der Rücktritt fällt mit umfassenderen Führungswechseln in der gesamten regionalen Sicherheitsbehörde zusammen. Tomàs Carrión war kürzlich als Generalsekretär des Innern zurückgetreten, um auf seinen kommunalen Beamtenposten in Santa Coloma de Gramenet zurückzukehren. Joana Ricardo, zuvor Generaldirektorin der Sicherheitsverwaltung, ersetzte Carrión als oberste Verwaltungschefin des Ministeriums, was Parlon zwang, gleichzeitig die politische und operative Führungsebene umzustrukturieren.
Strategische Prioritäten und politische Streitigkeiten
Präsident Salvador Illa hatte Trapero im August 2024 auf den Posten des Generaldirektors berufen und damit ein während seines Regionalwahlkampfs gegebenes Versprechen eingelöst. Trapero, der zuvor den Rang eines Majors als zweiter Offizier in der Geschichte der Polizei nach Joan Unió erreicht hatte, konzentrierte sein politisches Mandat auf die Bekämpfung von Wiederholungstätern, den Ausbau kommunaler Videoüberwachungssysteme und die Eindämmung des Besitzes von Messern und Stichwaffen. Während sowohl die katalanische Regierung als auch die spanische Zentralverwaltung diese Durchsetzungsmaßnahmen befürworteten, warnten progressive Justizorganisationen, dass der punitive Fokus keinen nachgewiesenen präventiven Wert habe. Traperos Verwaltung sah sich zudem mit Kontroversen über zwei spezifische Initiativen konfrontiert: die Entsendung von Zivilbeamten zur Überwachung von Lehrerversammlungen und einen Vorschlag, Polizeibeamte in Schulen zu stationieren.
Eine Geschichte juristischer und politischer Herausforderungen
Traperos zweijährige Amtszeit als Generaldirektor folgte auf eine turbulente operative Karriere an der Spitze der Regionalpolizei. Er erlangte Bekanntheit, als er die Mossos d'Esquadra während der Terroranschläge im August 2017 in Barcelona und Cambrils führte. Im Oktober 2017 entließ ihn die Zentralregierung in Madrid gemäß Artikel 155 nach dem einseitigen Unabhängigkeitsreferendum. Der spanische Nationalgerichtshof klagte Trapero anschließend wegen seiner Handlungen im Zusammenhang mit der Abstimmung an, sprach ihn jedoch letztlich von allen Vorwürfen frei. Obwohl er später in die operative Führung zurückkehrte, entfernte ihn eine Regierung der Esquerra Republicana de Catalunya erneut, was zu einer Zeit unter Chef Eduard Sallent führte, in der Trapero bis zu Sallents Weggang in den Privatsektor im Jahr 2024 kaltgestellt wurde.
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