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Verkehr·vor 3 Std.

Zürcher Stimmvolk genehmigt 159-Millionen-Franken-Tramverlängerung nach Affoltern

Mit 68 Prozent Ja-Stimmen gab die Stadtzürcher Stimmbevölkerung den Weg frei für eine neue, vier Kilometer lange Tramstrecke in den schnell wachsenden Stadtteil Affoltern, die bis zum Hauptbahnhof führt. Der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen.

Die Stimmbevölkerung der Stadt Zürich hat am Sonntag einen 159 Millionen Franken schweren Kredit für eine neue Tramlinie in den nördlichen Stadtteil Affoltern befürwortet – eines der grössten städtischen ÖV-Projekte der letzten Jahre. Die Vorlage passierte mit 93'439 Ja-Stimmen gegen 43'936 Nein-Stimmen, die Stimmbeteiligung lag bei 60,4 Prozent. Alle neun städtischen Wahlkreise unterstützten den Vorschlag, darunter der betroffene Kreis 11 (Affoltern), wo die Zustimmung rund 66 Prozent erreichte.

Was das Projekt bringt

Die rund vier Kilometer lange Verlängerung wird grösstenteils auf einem eigenen Gleiskörper zwischen Brunnenhof und Holzerhurd verlaufen und die bestehende Linie 11 ergänzen. Nach der Fertigstellung werden die Trams rund 50 Prozent mehr Kapazität bieten als die heutigen Doppelgelenkbusse der Linie 32, die laut Stadtverwaltung das prognostizierte Fahrgastwachstum nicht mehr bewältigen können. Für Affoltern wird bis 2040 eine Einwohnerzahl von über 30'000 prognostiziert. Die Linie schafft zudem eine direkte, umstiegsfreie Verbindung zum Zürcher Hauptbahnhof und in die Innenstadt. Der stark frequentierte Wehntalerstrasse-Korridor wird im Rahmen der Bauarbeiten neu gestaltet und aufgewertet.

Finanzielle Aufteilung

Von den geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 560 Millionen Franken soll der Kanton Zürich 306 Millionen und der Schweizer Bund 103,8 Millionen beitragen, sodass auf die Stadt ein Anteil von 159 Millionen Franken entfällt. Dieser Stadtanteil umfasst rund 99 Millionen Franken für Strassenraumverbesserungen und Landabtretungen sowie eine freiwillige Zahlung von 60 Millionen Franken in den kantonalen Verkehrsfonds. Kritiker hatten diese Zahlung als Präzedenzfall für die Abwälzung von Infrastrukturkosten auf die Gemeinden bezeichnet, der Stadtrat erklärte jedoch, das Geld sei zweckgebunden und werde voraussichtlich wieder in die Tram-Infrastruktur zurückfliessen.

Tram Affoltern: Finanzierungsaufteilung (Mio. CHF) · Mio. CHF
Stadt Zürich
159 Mio. CHF
Kanton Zürich
306 Mio. CHF
Schweizer Bund
103.8 Mio. CHF

Politische Reaktionen

Der FDP-Politiker Përparim Avdili begrüsste den Ausgang. „Wir freuen uns sehr und fühlen uns in unserer Strategie bestätigt“, sagte er. Die Mitte-links-Parteien SP, Mitte, EVP sowie Teile der GLP hatten für das Projekt geworben. Auf der Verliererseite äusserte sich Christian Häberli von der Alternativen Linken enttäuscht, argumentierte aber, der Stadtteil hätte eine bessere Gestaltung verdient: „Affoltern hat ein Tram verdient, aber ein besseres Projekt als das vorliegende.“ Er nannte die geplante Fällung von Bäumen als einen Mangel. Auch die Grünen, die SVP und einige GLP-Vertreter lehnten das Tram ab, während die SVP es als Schikane für Autofahrer bezeichnete. Der Stadtrat und eine Mehrheit des Gemeinderats hatten den Plan mit Verweis auf den Kapazitätsgewinn und die Strassenaufwertung unterstützt.

Zeitplan für die Inbetriebnahme

Der Bau soll 2028 beginnen, die ersten Trams werden voraussichtlich 2031 fahren. Die Abstimmung stellt sicher, dass die oberirdische Infrastruktur realisiert werden kann, sobald der Kantonsrat seinen Finanzierungsbeitrag bewilligt hat.

Projektzeitplan Tram Affoltern
  1. Die Stimmbevölkerung genehmigt den Kredit von 159 Millionen Franken
  2. Baubeginn in Affoltern
  3. Erste Trams nehmen den Betrieb auf der neuen Linie auf

Ein separater Urnengang am Sonntag – ein rekordhoher Kredit von 2,3 Milliarden Franken für den Ausbau des städtischen Fernwärmenetzes, das bis 2040 rund 60 Prozent von Zürich versorgen soll – hatte zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch kein endgültiges Ergebnis erbracht.

Zürich · Affoltern

3 Quellen

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