
Polnischer Tourist stirbt nach Sturz in Gletscherfluss in der Schlucht Stuðlagil in Island
Ein 39-jähriger Pole aus Środa Wielkopolska starb, nachdem er am 24. August 2026 im Osten Islands vom Fluss Jökulsá á Brú fortgerissen wurde.
Sturz in den Gletscherfluss
Ein 39-jähriger polnischer Staatsbürger starb am Montag, dem 24. August 2026, nachdem er in den Gletscherfluss Jökulsá á Brú im Osten Islands gefallen war. Der Unfall ereignete sich gegen 13:15 Uhr Ortszeit in der Schlucht Stuðlagil, einem beliebten Ausflugsziel, das für seine steilen Basaltformationen und das türkisfarbene Wasser bekannt ist. Das Opfer, ein Einwohner von Środa Wielkopolska in Westmittelpolen, besuchte den Ort mit einer Gruppe von Freunden auf einer unabhängigen Reise und nicht über ein Reisebüro. Augenzeugen berichteten, dass der Mann aus beträchtlicher Höhe in den Fluss fiel und sofort von der reißenden Strömung flussabwärts gerissen wurde, bevor Begleiter oder Umstehende eingreifen konnten.
Such- und Bergungsaktion
Die isländischen Rettungsdienste leiteten kurz nach dem ersten Notruf einen groß angelegten Einsatz ein. Etwa 100 Einsatzkräfte wurden für die Suche mobilisiert, darunter regionale Polizeibeamte, Such- und Rettungsfreiwillige, Feuerwehrleute, Sanitäter und professionelle Tauchermannschaften. Ein Hubschrauber der isländischen Küstenwache wurde in das Gebiet entsandt, um die Flussschlucht aus der Luft zu erkunden. Die Einsatzkräfte sahen sich gefährlichen Bedingungen ausgesetzt, die durch starke Wasserströmungen, tiefe Unterwasserhöhlen und Wassertemperaturen von etwa zwei Grad Celsius verursacht wurden, die zu einer schnellen Unterkühlung des Körpers führen. Polizeitaucher fanden die Leiche des Touristen gegen 22:00 Uhr Ortszeit, in beträchtlicher Tiefe in einer überfluteten Höhle nahe der Stelle, an der er in den Fluss eingestiegen war.
- Rettungskräfte erhalten Alarmmeldung über einen Touristen, der in der Jökulsá á Brú fortgerissen wurde
- Rund 100 Einsatzkräfte und ein Hubschrauber der Küstenwache durchsuchen die Schlucht
- Taucher lokalisieren und bergen die Leiche des Opfers aus einer überfluteten Höhle
Augenzeugenbericht am Flussufer
Die örtliche Reiseleiterin Auðdís Tinna Hallgrímsdóttir war mit einer Reisegruppe in der Nähe der neuen Aussichtsplattform der Schlucht unterwegs, als sich der Vorfall ereignete. Hallgrímsdóttir hörte laute Rufe aus der Schlucht, blickte hinunter und sah den Mann in der reißenden Strömung kämpfen. Sie verständigte sofort die Notrufzentrale und rannte am Rand der Schlucht entlang, um das Opfer im Auge zu behalten und die Polizei kontinuierlich zu informieren. Mehrere Besucher eilten zum Wasserrand, um zu helfen, aber die extreme Strömung machte jeden direkten Eingriff unmöglich.
Die Bedingungen sind so, dass es niemand wagt, ins Wasser zu springen, um jemanden zu retten. Es ist ein eiskalter Fluss mit einer sehr starken Strömung.
Hallgrímsdóttir erklärte, dass der Mann nicht in der Lage war, seinen Kopf über Wasser zu halten, und beschrieb die Erfahrung, ihn ertrinken zu sehen, ohne jede Rettungsmöglichkeit, als eines der schwierigsten Ereignisse, mit denen sie je konfrontiert war.
Ermittlungen und Sicherheitsgeschichte der Schlucht
Die isländische Polizei kontaktierte die Familie des Opfers in Polen, um sie über seinen Tod zu informieren, und leitete eine Untersuchung der Umstände des Sturzes ein. Die Beamten haben mehrere Zeugen befragt, darunter die Freundesgruppe, die den Mann auf der Reise begleitete, und ordneten eine formelle Autopsie an. Die Schlucht Stuðlagil zieht jährlich etwa 200.000 Besucher an und ist damit eine der meistbesuchten Naturattraktionen Ostislands. Der Vorfall folgt auf einen früheren tödlichen Unfall im Oktober 2024, als eine ausländische Touristin nach dem Betreten des Flusses in der Schlucht ebenfalls ertrank.


