
Tierheim Nowy Targ schließt, nachdem Besitzer unter Druck zurückgetreten ist; 273 Hunde warten auf Umplatzierung
Der Besitzer des Tierheims Nowy Targ ist am 30. Juni zurückgetreten, woraufhin der Kreisveterinär die Einrichtung schließen ließ. Die Behörden koordinieren nun die Überstellung von 273 Hunden an die 43 Gemeinden, die sie dort untergebracht hatten.
Ein Tierheim unter Beobachtung
Das Tierheim in der ul. Kokoszków 101 war monatelang Ziel von Aktivismus und Druck in den sozialen Medien. Seit Anfang 2026 griff die Polizei 17-mal ein, und die Staatsanwaltschaft führt seit dem 20. März Ermittlungen wegen des Verdachts auf Tierquälerei. Mitte März versammelten sich mehrere Dutzend Menschen vor dem Tor, unterstützt von Prominenten wie Doda und Laluna. Die Demonstranten forderten eine Reduzierung der Hunde von 300 auf 200, die Einführung von Freiwilligenarbeit, mehr Transparenz bei der Einschläferung und formelle Adoptionsverfahren.
Der Kreisveterinär hat bei den Kontrollen keine Verstöße gegen das Wohl der im Tierheim lebenden Tiere oder eine Gefahr für ihr Leben oder ihre Gesundheit festgestellt.
Besitzer tritt zurück und verweist auf Online-Feindseligkeit
Der Besitzer trat zurück, nachdem – wie lokale Medien berichteten – eine enorme Welle von Online-Hass über ihn hereingebrochen war, die sich nach einem Beitrag der Tierschutzgesellschaft Krynica in den sozialen Medien verstärkt hatte. Der Beitrag behauptete, die Temperaturen in den Zwingeranlagen hätten 70 °C erreicht und fünf Hunde seien gestorben. Die Polizei erklärte später, diese Berichte hätten sich nicht bestätigt.
Die Besitzer haben dem enormen Druck und dem Massenangriff einfach nicht standhalten können. Am meisten fällt in diesem Fall auf, dass die örtliche Polizei zuvor nie Unregelmäßigkeiten festgestellt hatte und niemand etwas Schlechtes über den täglichen Betrieb des Tierheims zu sagen hatte.
Offizielle Schließung und technische Mängel
Am 26. Juni verhängte der Kreisveterinär nach einer ganztägigen Inspektion ein vorübergehendes Aufnahmeverbot und ordnete die Reparatur des Außenzauns, die Verbesserung der Welpenunterkünfte und die Sicherstellung einer ständigen tierärztlichen Versorgung an. Am 27., 28. und 29. Juni besuchten Inspektoren die Einrichtung dreimal täglich, um die Bedingungen während der Hitzewelle zu überwachen, während die Feuerwehr das Gelände zur Kühlung bespritzte. Am 30. Juni trat der Besitzer formell zurück, und der Kreisveterinär strich das Tierheim aus dem Register.
- Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen wegen des Verdachts auf Tierquälerei nach einer formellen Anzeige ein.
- Ganztägige Inspektion führt zu einem vorübergehenden Aufnahmeverbot; Besitzer angewiesen, Zaun zu reparieren, Welpenbereiche zu verbessern und tierärztliche Versorgung sicherzustellen.
- Erste von drei täglichen Hitzewellen-Inspektionen; Feuerwehr beginnt, das Tierheimgelände zu kühlen.
- Polizei und Kreisveterinär inspizieren den Ort in Anwesenheit eines Hinweisgebers; Berichte über tote Tiere oder extreme Hitze bestätigen sich nicht.
- Besitzer reicht Rücktritt ein; Kreisveterinär streicht das Tierheim aus dem Register.
- Woiwode von Kleinpolen, Krzysztof Jan Klęczar, beruft Krisenteam ein. Oberster Veterinärbeamter Paweł Meyer bestätigt Prüfung der Aufsicht.
Koordinierte staatliche Reaktion
Der Woiwode von Kleinpolen, Krzysztof Jan Klęczar, berief ein Krisenteam ein, dem der Provinztierarzt, die Polizei und der Bürgermeister von Nowy Targ angehörten. Der oberste Veterinärbeamte, Paweł Meyer, leitete eine Prüfung der Aufsicht der Veterinärinspektion ein und erklärte, das Tierwohl bleibe die Priorität. Der Kreisveterinär forderte alle 43 Gemeinden formell auf, die sofortige Abholung ihrer Hunde zu veranlassen und die Kontinuität der Versorgung sicherzustellen.
Die Priorität ist die Sicherheit und das Wohl der im Tierheim untergebrachten Tiere. Deshalb wird das Abwicklungsverfahren unter ständiger tierärztlicher Aufsicht durchgeführt. Gleichzeitig prüfen wir gründlich, ob die Aufsicht über dieses Tierheim ordnungsgemäß ausgeübt wurde.
Was mit den 273 Hunden passiert
Hunde dürfen nur in Einrichtungen transportiert werden, die im Register des obersten Veterinärbeamten eingetragen sind, und zwar mit Fahrzeugen, die den entsprechenden Standards entsprechen. Adoptionen sind weiterhin möglich: Die Woiwodschaftsbehörde forderte die Menschen auf, direkt aus dem sich nun schließenden Tierheim zu adoptieren. Die Gemeinden sind gesetzlich verpflichtet, Obdachlosigkeit von Tieren zu verhindern, daher müssen die Bürgermeister und Gemeindevorsteher der 43 Kommunen nun für eine angemessene Versorgung sorgen.


