
Nafissatou Thiam gewinnt Décastar-Siebenkampf in Talence mit 6.482 Punkten
Belgiens dreimalige Olympiasiegerin Nafissatou Thiam hat am Samstag den Siebenkampf beim Décastar-Meeting in Talence gewonnen und damit ihren ersten Siebenkampf seit über zwei Jahren bestritten.
Podium in Talence
Belgiens Nafissatou Thiam kehrte mit einem Sieg beim Décastar-Meeting in Talence, Frankreich, am Samstag, den 19. September 2026, in den Siebenkampf zurück. Die 32-jährige Athletin erzielte an den beiden Wettkampftagen insgesamt 6.482 Punkte und sicherte sich damit den ersten Platz. Sie lag 108 Punkte vor der Zweitplatzierten Anna-Elisabeth Ehlers, die auf 6.374 Punkte kam, während die belgische Konkurrentin Noor Vidts mit insgesamt 6.329 Punkten Dritte wurde. Das Décastar-Event in Talence zählt neben dem jährlich Ende Mai stattfindenden Meeting in Götzis (Österreich) zu den beiden festen Terminen für internationale Mehrkämpfe. Der Sieg war Thiams zweiter Triumph an diesem französischen Austragungsort – sie gewann bereits 2019 mit 6.819 Punkten bei ihrem einzigen vorherigen Start.
- Nafissatou Thiam
- 6482 Punkte
- Anna-Elisabeth Ehlers
- 6374 Punkte
- Noor Vidts
- 6329 Punkte
Disziplin-Ergebnisse und Qualifikationsmarken
Thiam baute ihren Sieg in Talence auf, indem sie im Laufe des Wochenendes in sechs der sieben Einzeldisziplinen Saisonbestleistungen aufstellte. Ihre stärksten Leistungen erzielte sie in den Wurfdisziplinen, wo sie sowohl im Kugelstoßen als auch im Speerwurf solide Marken setzte. Trotz des Sieges stellt ihre Endpunktzahl von 6.482 Punkten das niedrigste Ergebnis eines vollendeten Siebenkampfs seit den Weltmeisterschaften 2015 in Peking dar, wo sie 6.298 Punkte erzielte. Das Talence-Ergebnis blieb zudem unter der Norm von 6.550 Punkten für die automatische Qualifikation zu den für September 2027 in Peking angesetzten Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Ihr vorrangiges Ziel in Frankreich war es, alle sieben Disziplinen sicher zu absolvieren, ohne alte körperliche Probleme zu verschlimmern.
Körperliche und mentale Genesung
Der Auftritt in Talence war Thiams erster vollständiger Siebenkampf seit ihrem dritten Olympiasieg bei den Spielen in Paris 2024. Ihre Karriere in den folgenden zwei Jahren war von körperlichen Beschwerden geprägt, darunter eine Oberschenkelverletzung, die sie zur Aufgabe bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham zwang. Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Tokio brach sie den Wettkampf nach fünf Disziplinen ab, als sie mit geringen Medaillenchancen auf dem achten Platz lag. Während dieser Rehabilitationsphase gab es zudem Spannungen mit dem belgischen Leichtathletikverband. Nach Abschluss des Wettkampfs in Talence sprach Thiam über die mentalen und körperlichen Hürden ihrer Genesung.
Es waren sehr schwierige zwei Jahre mit vielen Problemen. Endlich einen Siebenkampf beenden und wieder eine Siebenkämpferin sein zu können, macht mich wirklich glücklich.
Thiam erklärte, dass der Wettkampf vor Publikum und die Atmosphäre an der Seite ihrer Konkurrentinnen eine Erleichterung nach Jahren hohen Drucks darstellten.
Ich hatte Jahre mit großartigen Ergebnissen, in denen es mir aber mental nicht gut ging und ich nicht mehr wirklich genoss, was ich tat. Hier zu sein, mich zu amüsieren und mit den anderen Frauen vor einem tollen Publikum Spaß zu haben, bedeutet mir die Welt.
Zehnkampf-Wertung und Ausblick
Das Meeting in Talence umfasste auch den Zehnkampf der Männer, bei dem der US-Amerikaner Hakim McMorris mit 8.599 Punkten den ersten Platz belegte. Der Franzose Makenson Gletty wurde mit 8.381 Punkten Zweiter und stellte damit seine persönliche Saisonbestleistung auf. Gletty hatte zuvor bei den Europameisterschaften 2024 Bronze im Zehnkampf gewonnen. Thiam, zweimalige Weltmeisterin (2017 und 2022) und dreimalige Olympiasiegerin (2016, 2021, 2024), blickt nun auf die zweite Hälfte des aktuellen Olympiazyklus. Sollte sie an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles teilnehmen, könnte sie die erste Frau in der Geschichte der Leichtathletik werden, die vier olympische Titel in Folge in derselben Einzeldisziplin gewinnt.
- Hakim McMorris
- 8599 Punkte
- Makenson Gletty
- 8381 Punkte


