
Tesla-Fahrerin auf kanadischer Autobahn bei 100 km/h offenbar eingeschlafen – zwei Kinder an Bord – RCMP leitet Ermittlungen ein
Aufnahmen vom Trans-Canada Highway zwischen Golden und Revelstoke zeigen eine Frau mit herabgesunkenem Kopf und Händen vom Lenkrad, während das Fahrzeug im dichten Sonntagsverkehr dahinrollte. Zwei Kinder waren auf der Rückbank zu sehen.
Der Vorfall
Ein Autofahrer auf dem Trans-Canada Highway filmte einen grauen Tesla, der mit etwa 100 Kilometern pro Stunde unterwegs war, während die Fahrerin offenbar schlief. Die Aufnahmen, die am Nachmittag des Sonntags, 5. Juli, von Carleigh King gemacht wurden, zeigen die Frau mit nach rechts geneigtem Kopf, die Augen hinter einer Sonnenbrille verborgen, und die Hände vom Lenkrad entfernt. Zwei Kinder waren auf der Rückbank zu sehen, ebenfalls offenbar schlafend. Der Abschnitt zwischen Golden und Revelstoke im Südosten von British Columbia wurde als stark befahrener Sommer-Wochenendverkehr beschrieben.
King stellte den Clip auf Facebook, wo er innerhalb weniger Stunden mehr als 10.000 Mal geteilt wurde. Sie sagte den Medien, die Szene sei „absolut unglaublich“ und „schockierend und schrecklich“ gewesen, und fügte hinzu, sie habe die Royal Canadian Mounted Police kontaktiert.
100 km/h, ein supervoller Sommersonntag und zwei Kinder im Auto. Schockierend und schrecklich, aber wohin entwickelt sich diese Welt?
Die Ermittlungen
Die RCMP bestätigte, dass sie ein offizielles Ermittlungsverfahren wegen möglicher unrechtmäßiger Nutzung von Fahrerassistenzsystemen eingeleitet hat. Der Revelstoke-Posten hat die Anwesenheit der beiden Kinder, ein Detail, das King meldete und das im Video zu sehen ist, noch nicht bestätigt. Sollte sich das Verhalten der Fahrerin bestätigen, könnte es einen Verstoß gegen das Motor Vehicle Act von British Columbia darstellen, das seit 2024 die vollständige Abhängigkeit von automatisierten Fahrzeugen der Stufen 3, 4 und 5 verbietet. Die Anwesenheit Minderjähriger könnte etwaige Strafen verschärfen.
Wie die Sicherheitsvorkehrungen umgangen worden sein könnten
Teslas Full Self-Driving (Supervised)-System wird als Fahrerassistenz der Stufe 2 eingestuft, was bedeutet, dass die Person am Steuer das Fahrzeug jederzeit überwachen und eingreifen können muss. Das Auto gibt akustische Warnungen aus, wenn es erkennt, dass die Hände des Fahrers nicht am Lenkrad sind oder seine Augen nicht auf die Straße gerichtet sind, und eine Innenkamera überwacht die Blickrichtung. Werden die Warnungen ignoriert, ist das Fahrzeug so programmiert, dass es langsamer wird und schließlich anhält.
Von CBC zitierte Experten wiesen darauf hin, dass die von der Frau getragene Sonnenbrille die Innenkamera möglicherweise daran gehindert habe, ihre Augenposition korrekt zu verfolgen. Ein am Lenkrad angebrachtes Gerät könnte zudem Handdruck simuliert haben, um den Drehmomentsensor zu täuschen, sodass dieser glaubte, die Fahrerin halte das Lenkrad. Fred Lambert, ein Spezialist für Elektrofahrzeuge bei Electrek, wies darauf hin, dass das Benutzerhandbuch jedes Mal eine Warnmeldung vorschreibt, wenn die Automatisierungsfunktion aktiviert wird, die den Fahrer daran erinnert, aufmerksam zu bleiben.
Das Handbuch des Autos besagt, dass jedes Mal, wenn Sie die Automatisierungsfunktion aktivieren, eine Meldung erscheint, die Sie warnt, aufzupassen.
Die breitere Debatte
Das Video hat die internationale Diskussion über die Sicherheit von Fahrerassistenztechnologie neu entfacht. Während Teslas kamerabasiertes System nicht auf Lidar oder hochauflösende Karten angewiesen ist, bleibt es ein überwachtes System, das in Kanada nicht die rechtliche Schwelle für echtes autonomes Fahren erreicht. Die Gesetzesnovelle von British Columbia aus dem Jahr 2024 verbietet Fahrern ausdrücklich, die vollständige Kontrolle an automatisierte Fahrzeuge der Stufe 3 und höher abzugeben, was das mutmaßliche Verhalten nicht nur gefährlich, sondern nach Landesrecht illegal macht.
- Carleigh King filmt eine Frau, die am Steuer eines Tesla auf dem Trans-Canada Highway zwischen Golden und Revelstoke offenbar eingeschlafen ist.
- King stellt das Video auf Facebook; es wird innerhalb von Stunden mehr als 10.000 Mal geteilt.
- RCMP bestätigt, dass sie ein offizielles Ermittlungsverfahren zu dem Vorfall eingeleitet hat.
- Internationale Medien berichten über die Ermittlungen; es wurden keine Anklagen erhoben.
Was als Nächstes passiert
Die Ermittlungen der RCMP laufen. Bis zum 10. Juli wurden keine Anklagen erhoben. Das Video kursiert weiterhin in den sozialen Medien und erregt die Aufmerksamkeit von Verkehrssicherheitsaktivisten und Automobilkommentatoren, die argumentieren, dass der Vorfall die Kluft zwischen den von den Herstellern vermarkteten Fähigkeiten und den rechtlichen Pflichten der Fahrer verdeutlicht.

