
Tempe-Prozess nach Bestellung von drei staatlich finanzierten Anwälten für Angeklagten aus finanziellen Gründen vertagt
Der Prozess zum Eisenbahnunglück von Tempe wurde bis Dienstag vertagt, nachdem das Gericht drei staatlich finanzierte Anwälte für einen Angeklagten bestellt hatte, der sich seinen bisherigen Rechtsbeistand nicht mehr leisten konnte.
Anwaltsbestellungen
Der Vorsitzende des Dreier-Strafberufungsgerichts von Larissa bestellte drei Anwälte von der Liste der Rechtsanwaltskammer Larissa zur Verteidigung des Angeklagten Pavlos Kouzis, eines ERGOSE-Mitarbeiters. Kouzis hatte seinen bisherigen Anwalt in der letzten Sitzung entpflichtet und erklärt, ihn aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht weiter bezahlen zu können. Die bestellten Anwälte sind Ioannis Iliadis, Alexandra Konstantinidou und Dimitrios Notas.
Wir werden kein Grund oder Anlass für eine Verzögerung dieses Prozesses sein. Als Anwälte haben wir jedoch die grundlegende Pflicht, jeden Angeklagten so zu verteidigen, wie wir es sollten.
Gerichtsvertagung
Nachdem die drei Anwälte den Auftrag angenommen und um Zeit zur Akteneinsicht gebeten hatten, vertagte sich das Gericht bis Dienstag, den 7. Juli, 9:30 Uhr. Der Vorsitzende betonte die Notwendigkeit, sowohl Verfahrensfehler als auch Verzögerungen zu vermeiden.
Das Gericht will keine Nichtigkeiten, aber es will auch keine Verzögerungen.
Ausstehende Anträge der Staatsanwaltschaft
Der Staatsanwalt hat sich mehrere wichtige Anträge vorbehalten: die Erhöhung der Anklage von fahrlässiger Tötung auf mögliche vorsätzliche Tötung, die Anklageerhebung wegen Gefährdung und Sprengstoffdelikten sowie die Zuschreibung des Vergehens der Gefährdung der Transportsicherheit an zwei Führungskräfte der Hellenic Train, die derzeit nur wegen Vergehens angeklagt sind. Diese Entscheidungen werden im Anschluss an die Beweisaufnahme getroffen. Der Staatsanwalt behielt sich auch die Vorladung neuer Zeugen und die Vorlage von Dokumenten vor, empfahl jedoch die Ablehnung von Anträgen auf ergänzende Ermittlungen, Aufhebung der Anklageschrift und Rücknahme des Falles gemäß Artikel 324 der Strafprozessordnung.
Dokumentenvorlage
In der vorherigen Sitzung legte die Anwältin der Angehörigen der Opfer, Zoe Konstantopoulou, ein Dokument des Staatsrechtsrats vom 6. März 2026 vor, das an Finanzminister Kyriakos Pierrakakis, Infrastruktur- und Verkehrsminister Christos Dimas und den damaligen stellvertretenden Verkehrsminister Konstantinos Kyranakis gerichtet war. Die Antwort von Kyranakis vom 20. März 2026 forderte die Erklärung des griechischen Staates, die Strafverfolgung gegen drei Fahrdienstleiter der Nachmittags-/Abendschicht vom 28. Februar 2023 und den damaligen Leiter der Inspektionsabteilung von Larissa zu unterstützen.


