
Tausende bei Wohnungsprotest in Rom nach Räumung des Spin-Time-Gebäudes
Demonstranten versammelten sich am 19. September 2026 in Rom, um bezahlbaren Wohnraum zu fordern und die Spin-Time-Gemeinschaft nach jüngsten Bränden in ihrem besetzten Gebäude im Esquilin zu unterstützen.
Demonstrationsroute und Mobilisierung
Am Samstagnachmittag, dem 19. September 2026, zogen Tausende Demonstranten durch Rom, um die Wohnkollektive von Spin Time zu unterstützen und gegen die Wohnungspolitik der Stadt zu protestieren. Organisiert von einem Bündnis aus mehr als 200 Gruppen, darunter Sozialzentren, Gewerkschaften, Studentengruppen, Migrantenkollektive und katholische Vereinigungen aus ganz Italien, begann der Marsch an der Piazza della Repubblica. Der Zug bewegte sich entlang einer geplanten Route durch die Viertel Castro Pretorio und San Lorenzo, bevor er an der Piazza Vittorio im Stadtteil Esquilin ankam. Vorausfahrzeuge zeigten Pappschlüssel sowie Banner mit der Aufschrift, dass die Zeit für Spin Time jetzt sei und dass die Stadt denen gehöre, die in ihr lebten, und nicht denen, die spekulierten. Die Organisatoren schätzten die endgültige Teilnehmerzahl auf 50.000, während die Polizei sich auf eine ursprünglich erwartete Teilnahme von etwa 10.000 Personen vorbereitet hatte.
- Erwartete Teilnehmerzahl (Prognose vor dem Marsch)
- 10000 Teilnehmer
- Schätzung der Organisatoren (tatsächliche Teilnehmerzahl)
- 50000 Teilnehmer
Aktionen vor Investire SGR und dem Verkehrsministerium
Der Marsch umfasste gezielte Demonstrationen vor institutionellen und Unternehmensgebäuden entlang der Route. Die Demonstranten veranstalteten eine Kundgebung vor der Zentrale von Investire SGR, dem Vermögensverwaltungsfonds, dem das Gebäude in der Via di Santa Croce in Gerusalemme 55 gehört. Demonstranten zeigten Plakate mit der Aufschrift, dass alle Beteiligten mitschuldig seien, und skandierten gegen die öffentliche Politik, die städtische Vermögenswerte in private Verwaltung überführe. Vor dem Verkehrsministerium richteten die Teilnehmer eine improvisierte Wohnung im Freien ein, mit Stühlen, Matratzen, Tellern, Tassen und Besteck direkt auf dem Bürgersteig. Die Organisatoren wandten sich über Megafone an die Öffentlichkeit und argumentierten, dass extreme Mietpreise in der Hauptstadt das Leben auf der Straße für viele Bewohner zur Realität machten, und forderten eine umfassende Gesetzgebung, um den Zugang zu Wohnraum von unten gegenüber kommerziellen Gewinnen zu priorisieren.
Sicherheitsbedenken und Gebäudegeschichte
Die Mobilisierung folgte auf wiederholte Notfälle in dem zehnstöckigen Gebäude, das seit 2013 vom Kollektiv Spin Time besetzt ist. Im Juli 2026 ordneten die Behörden eine Räumung des Anwesens an, nachdem ein Brand schwere innere Sicherheitsrisiken verursacht hatte, woraufhin die Bewohner angrenzende Außenbereiche nutzten. Am späten Abend des Freitags, dem 18. September 2026, brach im Gebäude im Esquilin erneut ein Feuer aus. Die Feuerwehr führte technische Inspektionen vor Ort durch, stellte fest, dass die Räumlichkeiten weiterhin gefährlich waren, und evakuierte die Bewohner, um sie medizinisch zu versorgen und mit Unterstützung des Zivilschutzes notdürftig unterzubringen. In der Zwischenzeit haben die Stadtbehörden Roms Optionen geprüft, das Anwesen mit öffentlichen Mitteln zu kaufen, um den Ort zu normalisieren.
- Aktivisten besetzen das zehnstöckige Gebäude in der Via di Santa Croce in Gerusalemme.
- Ein Brand veranlasst die Behörden, das Gebäude aus Gründen der Bausicherheit zu evakuieren.
- Ein zweiter Brand am Abend führt dazu, dass die Feuerwehr den Ort als gefährlich einstuft und die Bewohner evakuiert.
- Mehr als 200 Gruppen schließen sich einem Demonstrationszug durch die Innenstadt Roms zur Piazza Vittorio an.
Politische Reaktionen und parlamentarische Kontrolle
Der jüngste Brand und die anhaltende Besetzung veranlassten Mitglieder der Fratelli d'Italia, eine formelle Regierungsintervention zu fordern. Federico Mollicone, Mitglied der italienischen Abgeordnetenkammer und Vorsitzender des Kulturausschusses, kündigte eine parlamentarische Untersuchung an, um die Einhaltung der Bau-, Hygiene- und Brandschutzvorschriften in der Einrichtung zu prüfen.
Der jüngste Brand im besetzten Spin-Time-Gebäude ist ein Alarmzeichen, das nicht und darf nicht überhört werden. Es ist völlig inakzeptabel, dass es im Herzen Roms und im Stadtteil Esquilin weiterhin rechtsfreie Zonen gibt, die der Einhaltung von Gesetzen und der institutionellen Kontrolle entzogen sind.
Mollicone kritisierte auch Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri, weil dieser die besetzten Räumlichkeiten zuvor bei den kommunalen Vorwahlen legitimiert habe. Auch der römische Stadtrat Federico Rocca forderte die sofortige und dauerhafte Räumung des Gebäudes.
Wir dürfen nicht auf die Tragödie warten, bevor wir eingreifen: Diese Immobilien müssen endgültig geräumt werden, denn es ist nicht länger hinnehmbar, dass es 2026 noch immer weit verbreitete rechtsfreie Zonen gibt.
Nach dem Ende des Marsches an der Piazza Vittorio sicherten Polizeikräfte den Bereich um das Esquilin mit Sicherheitsabsperrungen ab.


