
Tasoulas: Griechische Demokratie 'reif', aber Krisennarben bleiben, Zypern-Lösung weiterhin gesucht
Griechenlands Präsident Konstantinos Tasoulas nutzte seine Rede zum 52. Jahrestag der Demokratie am 24. Juli, um zu nationaler Einheit aufzurufen, zu warnen, dass die Spaltungen aus der Krisenzeit dem Land immer noch schaden, und eine gerechte Lösung für Zypern zu fordern.
52-jähriger Meilenstein der Demokratie
Der griechische Präsident Konstantinos Tasoulas beging den 52. Jahrestag der Wiederherstellung der Demokratie mit einer Rede im Präsidentenpalast am 24. Juli, die historische Reflexion mit einem Aufruf zur nationalen Einheit verband. Am früheren Tag besuchte er das ehemalige Haftzentrum EAT-ESA in Athen und legte einen Kranz an der Büste des Widerstandskämpfers Spyros Moustaklis nieder, der unter der Diktatur von 1967-1974 gefoltert wurde. Mit Blick auf die Dunkelheit, die der Rückkehr der Demokratie vorausging, zitierte Tasoulas den Nobelpreisträger-Dichter Giorgos Seferis, der 1969 die Junta anprangerte.
Ich sehe vor mir den Abgrund, zu dem uns die Unterdrückung führt, die das Land bedeckt hat.
- Dichter Giorgos Seferis prangert die Diktatur an
- Demokratie in Griechenland wiederhergestellt; Zypern fällt einem Putsch und der türkischen Invasion zum Opfer
- Präsident Tasoulas hält Rede zum 52. Jahrestag
Die Rede unterstrich, dass am 24. Juli 1974 die Demokratie nach Griechenland zurückkehrte, während Zypern in den Abgrund eines Junta-Putsches und der türkischen Invasion gestürzt wurde. Tasoulas sagte, Griechenland strebe weiterhin eine gerechte, tragfähige und funktionale Lösung der Zypernfrage an.
Vor 52 Jahren, am 24. Juli 1974, kehrte die Demokratie nach Griechenland zurück, aber Zypern war in den Abgrund des Junta-Putsches und der türkischen Invasion gefallen.
Heilung der Krisenspaltungen
Der Präsident wandte sich den neueren nationalen Narben zu und warnte, dass die starke politische und gesellschaftliche Polarisierung der Jahre der Wirtschaftskrise das Land weiterhin belaste. Er sagte, die Konfrontation aus der Krisenzeit habe Folgen gehabt, von denen sich Griechenland noch nicht erholt habe, und das vergangene Jahrzehnt müsse als Lehre dienen. Tasoulas forderte, dass politische Konflikte dort aufhören müssten, wo der harte Kern des nationalen Interesses beginne, und forderte eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt sowie Zurückhaltung der Bürger, um die soziale Ordnung zu schützen.
Die akute Spaltung, die die Krisenzeit kennzeichnete, hat Folgen verursacht, von denen wir uns noch nicht erholt haben.
Er bestand darauf, dass diejenigen an der Macht mit gutem Beispiel vorangehen müssten, und argumentierte, dass man nicht Einheit fordern könne, während Spaltung gepflegt werde, noch Mäßigung verlangen könne, wenn sie nicht zuerst von den Herrschern geübt werde.
Die ‚blaue Heimat‘ und Grenzregionen
Tasoulas widmete einen Teil seiner Rede der Rückeroberung des Begriffs ‚blaue Heimat‘ als wesentlich für die griechische Identität. Er wies auf über 5.000 Jahre Seefahrtszivilisation und archäologische Entdeckungen hin und erklärte, dass das Meer seit vor Rom die Heimat des Griechentums von Zypern bis Marseille gewesen sei.
Blau ist daher die Heimat Griechenlands in der Fülle der Zeit. Blau war und ist immer die Heimat des Griechentums von Zypern und Ionien bis Sizilien und Marseille, Jahrhunderte vor der Gründung Roms.
Er fügte hinzu, dass das Herz des Griechentums im ‚Grenzbogen‘ am stärksten schlage, der sich von der Region Evros bis nach Zypern erstreckt, und forderte Unterstützung für diese Gemeinschaften durch Regionalentwicklung, demografische Wiederbelebung und sozialen Zusammenhalt.
Zypern als nationale Priorität
Zurück zur Außenpolitik sagte Tasoulas, dass die Wiedervereinigung der Insel und die Beendigung der Besatzung im Hoheitsgebiet eines EU-Mitgliedsstaates weiterhin die höchste Priorität habe. Er verknüpfte die stetige europäische Ausrichtung Griechenlands und Zyperns mit den grundlegenden Errungenschaften der Nachdiktatur-Ära und wies darauf hin, dass der friedliche Machtwechsel und die europäische Integration gleichermaßen allen politischen Kräften und dem Volk gehören.
Die Konfrontation muss dort zurückweichen, wo der harte Kern des nationalen Interesses beginnt.
Er charakterisierte die derzeitige Demokratie als die stabilste und kreativste Periode der griechischen politischen Geschichte, die nun reif und erfahren sei, sich den modernen Herausforderungen von Konflikten, Unsicherheit und globaler Instabilität zu stellen.
Bildung und die Pflicht der Mächtigen
In einem abschließenden Appell sagte Tasoulas, der Staat allein sei nicht ausreichend für die Entwicklung des Landes. Er rief die wohlhabenden Griechen dazu auf, systematisch Initiativen zur Regeneration zu unterstützen und zu erkennen, dass Reichtum nicht gerechtfertigt sei, wenn nicht ein Teil davon in ein gemeinnütziges Werk für das Gemeinwohl umgewandelt werde. Die Rede forderte auch, jungen Menschen Zugang zu Poesie und hochwertiger Bildung zu verschaffen, und verknüpfte den nationalen Fortschritt mit kultureller Tiefe.
Die mächtigen Griechen müssen systematisch Initiativen für die Regeneration des Landes unterstützen. Sie müssen gleichzeitig erkennen, dass Reichtum nicht gerechtfertigt ist, wenn nicht ein Teil davon in ein gemeinnütziges Werk für das Gemeinwohl umgewandelt wird.


